Pressemitteilungen

500€-Spende an „Radtour für obdachlose Menschen übergeben“

Am 03. März 2022 waren die SPD-Fraktion Neukölln, gemeinsam mit Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel am Hermannplatz vor Ort, um den ehrenamtlichen „Warmspeisen-Dealern“, wie sie sich selbst nennen, zu danken. Mit Lastenrädern bieten sie jede Woche donnerstags ab 18 Uhr am Hermannplatz, freitags ab 18 Uhr am Südstern sowie sonntags ab 19 Uhr am Bahnhof Hermannstraße warme Getränke und Speisen für Bedürftige an. Unsere Fraktion spendete 500 €, damit die Lastenräder repariert und gewartet werden können, um die circa 150 Kilo an Spenden auf ihrer „Radtour für obdachlose Menschen“ sicher transportieren zu können.

500€-Spende an "Radtour für obdachlose Menschen übergeben" 1

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer stehen in diesen schwierigen Zeiten auch aktiv bei der Unterstützung derjenigen Menschen bereit, die vor dem Krieg aus der Ukraine fliehen mussten und an den Bahnhöfen und Straßen ankommen. Sie kochen warme Mahlzeiten für Menschen, die in Neukölln stranden und unterstützen sie auch mit Sachspenden.

Fraktionsvorsitzende Cordula Klein dazu: „Es ist sehr schön zu sehen, wie sehr die Nachbarschaft hier zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt. Daher danke ich den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern um Stephan May, die sich so führsorglich um die Wohnungs- und Obdachlosen kümmern und es den Menschen ermöglichen, aus dem rauen Alltag ausbrechen und etwas Menschlichkeit und Ruhe finden zu können.“

Wer helfen möchte: Gebraucht werden haltbare Lebensmittel für die mobile Suppenküche, Drogerieartikel, Hygieneartikel für Frauen, Einweggeschirr sowie Mal- und Bastelsachen und kleine Spielzeuge für Kinder. Abgegeben werden können diese Spenden in unserem Fraktionsbüro.

Wo:          Rathaus Neukölln, Karl- Marx-Str. 83, 12040 im Zimmer A460 (Altbau)

Wann:      von Montag bis Freitag zwischen 14 und 17 Uhr.

Außerhalb dieser Zeiten können Sie uns gern telefonisch unter 030/ 90239 2498 oder per E-Mail unter info@spdfraktionneukoelln.de erreichen.

Weitere Möglichkeiten zu helfen sind auf https://www.berlin.de/ukraine/ zu finden.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Wohnungsneubau Am Espenpfuhl in Rudow

Wohnungsneubau Am Espenpfuhl in Rudow 5
v.li.: Michael Grubert (Vorsitzender des Aufsichtsrats der GBSt), Martin Hikel (Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln), Jens Wesche und Lutz Siefert (Vorstand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Steglitz eG), Bauunternehmer Dennis Wisbar (DWB) Geschäftsführer Christoph Galandi von Galandi Schirmer | Architekten + Ingenieure GmbH.

Am Espenpfuhl in Rudow entstehen auf 835 qm 12 neue barrierefreie Wohnungen sowie ein separat zugänglicher und ebenerdiger Gemeinschaftsraum. Dafür hat die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz eG (GBsT) am 25. Februar den Grundstein gelegt. Mit dabei: Unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie die SPD- Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt und Wolfgang Hecht. Bezirksbürgermeister Hikel würdigte das Engagement der Wohnungsbaugenossenschaft, den Wohnungsbau voranzutreiben, der für den Senat und die Bezirke eine herausragende Rolle spielt –  die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat ihn zur Chefsache gemacht. Ebenso dankte Hikel dem Vorstand der GBSt, vertreten durch Lutz Siefert und Jens Wesche, dass hier eine „Heimat für Menschen entsteht“. Mit Freude nahm er das Lob für die Bauverwaltung entgegen, dass die Baugenehmigung innerhalb von nur zwei Monaten auf dem Tisch lag.

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Unter den Besuchern der Grundsteinlegung weilten auch unsere Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt und Wolfgang Hecht (3. u 4. v.li.).

Das neue Wohngebäude wird in nachhaltiger Bauweise erstellt, ist also höchst energieeffizient und wird mit einem Wärmeschutz im Stein errichtet. Es verfügt außerdem über ein begrüntes Retentionsdach, das das Wasser auf der Dachfläche zurückhält und damit eine natürliche Verdunstung sowie eine zeitverzögerte sowie gedrosselte Einleitung des Überschusswassers in die Kanalisation ermöglicht. Die Idee des GBSt Vorstands, überschüssiges Regenwasser in den Röthepfuhl abzuleiten, versprach Hikel mitzunehmen. 

Der Neubau Am Espenpfuhl 90 steht in der Nachbarschaft von Bestandsgebäuden der Genossenschaft Am Espenpfuhl und der Deutschtaler Straße, die 149 Wohnungen aufweisen, die zwischen 1967 und 1971 im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstanden sind.  Das Bewohnerumfeld kann sich noch im Sommer dieses Jahres ein Bild vom Baufortschritt machen. Es wurde frühzeitig mit Anwohnerveranstaltungen über das Bauvorhaben informiert. Die Fertigstellung des Neubaus ist für 2023 geplant.

Wohnungsneubau Am Espenpfuhl in Rudow 7

Berlin wächst weiter, von daher ist jeder noch so kleine Wohnungsneubau ein Beitrag zur Sicherung dafür, dass Menschen ein Zuhause haben. Überschattet war die Feier zur Grundsteinlegung durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg von Wladimir Putin, mit dem er mit internationalen Recht brach, die rechtmäßige Souveränität der Ukraine als Staat verneint und alle Bemühungen unseres Bundeskanzlers Olaf Scholz und anderer europäischer Verbündeter um Frieden mit der Ukraine ignorierte. „Gerade jetzt wird es einem besonders bewusst, dass wir in Frieden leben und Menschen in Rudow eine neue Heimat finden können, während in der Ukraine Menschen ihre Wohnungen durch Bombenangriffe verlieren und um ihr Leben fürchten müssen“, bemerkt unsere Bezirksverordnete Gebhardt.

Besuch des neuen Sozial- und Gesundheitszentrum am Rollberg

Besuch des neuen Sozial- und Gesundheitszentrum am Rollberg 8
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein und der SPD-Bürgerdeputierte Michael Morsbach ließen sich durch die Räumlichkeiten führen

Am 25. Februar besuchte unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel im Beisein der SPD-Fraktionsvorsitzenden Cordula Klein, des SPD- Bürgerdeputierten Michael Morsbach sowie der Gesundheitssenatorin Ulrike Gote das neue Sozial- und Gesundheitszentrum Berlin in der Rollbergstraße 30 gegenüber dem Kindl Zentrum für zeitgenössische Kunst. Mit dem stadtteilorientierten Sozial- und Gesundheitszentrum ist in Neukölln neben dem Berliner Eine-Welt-Zentrum „Global Village“ am Rollberg eine neue zukunftsweisende Institution mit dem Einzug im Dezember 2021 an den Start gegangen. Dass dieses  Sozial- und Gesundheitszentrum in der Landschaft im deutschen Gesundheitswesen etwas Besonderes ist, zeigt bereits ein Blick auf das Verständnis von Gesundheit der hier arbeitenden Akteure, dem Gesundheitskollektiv Berlin. „Nicht nur die medizinische Versorgung und individuelle Verhaltensweisen stehen hier im Mittelpunkt, sondern die gesellschaftlichen Bedingungen von Gesundheit – von der lokalen bis zur globalen Ebene“.

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Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) (2.v.li.)

Wer den wahren Satz „Was kränkt, macht krank“ ernst nimmt, sieht, dass der Ausschluss bestimmter sozialer Gruppen von Teilen des gesellschaftlichen Lebens, dass prekäre Arbeitsverhältnisse, Stigmatisierung und Rassismus negativen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben. Das hat sich auch in wissenschaftlichen Studien bestätigt. „Deutlich zeichnen sich die gesundheitlichen Konsequenzen in Bevölkerungsgruppen ab, deren Lebensverhältnisse durch eine dauerhafte soziale Exklusion und daraus resultierende Belastungen und Nachteile gekennzeichnet sind, zum Beispiel Einkommensarme, Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte oder auch allein erziehende Mütter“, heißt es in einer  „Expertise des Robert Koch-Instituts“ aus dem Jahr 2005. Von daher ist es gut, dass mutige Menschen im Gesundheitswesen, den Mut wagten, neue und alternative Wege zu gehen. Um die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen zu stärken, die hier in Zukunft herfinden, beruht das Sozial- und Gesundheitszentrum auf vier Säulen: medizinische und psychologische Versorgung, Gemeinwesenarbeit und Projekte im Kiez, Beratung und Selbsthilfe sowie Forschung und Evaluation. Jenseits von Profitinteressen will man den Besuchern des Sozial- und Gesundheitszentrum auf niederschwelliger Ebene ein Angebot an einem Ort machen, das sonst etwa nur gut über das Gesundheitssystem informierten Menschen zugänglich ist. Von daher freut sich unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein „über einen weiteren Leuchtturm im Bezirk, mit dem die ärztliche Versorgung im Kiez verbessert wird. Frau Klein gefällt auch die Idee, dass „ein Kiezcafe die Eingangstür für Beratungs- u. Hilfsangebote vor Ort“ ist. „Danke für soviel Leidenschaft und Mut diese Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. Viel Erfolg bei der Arbeit“, wünscht unsere Fraktionsvorsitzende dem Gesundheitskollektiv.

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Neue Stolpersteine in Britz verlegt

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Nahmen an der Verlegung teil: Bezirksstadträtin Karin Korte (SPD), Derya Caglar MdA, Wolfgang Hecht und Michael Morsbach (v.re.)

Brauchen wir 77 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eine Erinnerungskultur an die Shoa, den Völkermord an den europäischen Juden und die verfolgten des Naziregimes? Ja, wir brauchen sie. Denn, wie unserer Bundesinnenministerin Nancy Faeser zum zweiten Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau mit neun Morden an jungen Menschen sagte: „Hanau hat erneut auf schreckliche Weise gezeigt: Nichts bedroht das friedliche Zusammenleben unserer Gesellschaft derzeit so sehr wie der Rechtsextremismus. Deshalb hat dessen Bekämpfung für mich oberste Priorität“. Und ein Moment dieses Kampfes gegen Rechtsextremismus ist das Erinnern als Kontrapunkt zum Vergessen und Verdrängen. So wie wir der Opfer von Hanau gedenken, gedenken wir weiter der Opfer und der Verfolgten des Nazi-Regimes, die von Folter und Tode bedroht sich verstecken und ihre Heimat verlassen mussten.
So gedachten die Neuköllner Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD), der SPD-Bezirksverordnete Wolfgang Hecht, unser Bürgerdeputierter Michael Morsbach sowie die Abgeordnete Derya Çağlar MdA (SPD) am 18. Februar bei einer Stolpersteinverlegung Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Friedrich Gerhart Friedländer. An der Stolpersteinverlegung durch den Begrgünder des Projekts und Künstler Gunter Demnig, nahm neben den Paten unter anderem auch der  Biograf von Ruth Fischer, Prof. Mario Keßler, Senior Fellow am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung und der neue Leiter des Museum Neukölln Dr. Matthias Henkel teil.

Ruth Fischer (1895–1961) ist als Elfriede Eisler in Wien aufgewachsen, zusammen mit ihren Brüdern, dem Journalisten Gerhart und dem Komponisten Hanns Eisler. Ruth Fischer, einst Gründerin der Kommunistischen Partei Österreichs, ging 1919 nach Berlin, erlangte zusammen mit Arkadi Maslow die Parteispitze und wurde schließlich zusammen mit ihm 1926 von der KPD abgesetzt und aus der Partei ausgeschlossen. Danach lebte sie unter anderem in der Andreasberger Straße 9 in Britz, während sie als Sozialarbeiterin im Prenzlauer Berg tätig war. Am 9. März 1933 flüchtete sie vor der Nationalsozialistischen Verfolgung aus Berlin und verbrachte die nächsten Jahre in Paris. 1941 kam sie nach New York. Sie starb 1961 in Paris.

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Arkadi Maslow (1891–1941) wurde als Isaak Jefimowitsch Tschemerinski in der Ukraine geboren und wuchs in Deutschland auf. Als Jugendlicher war er Konzertpianist und bereiste die Welt, bevor er ein Studium der Naturwissenschaften begann. Beim Eintritt in die Kommunistische Partei nahm er das Pseudonym Maslow an. Wegen seiner sowjetischen Staatsangehörigkeit konnte er 1939, nach der Machtergreifung der Nazis nicht mit Fischer nach New York ausreisen. Er bekam zunächst kein Visum und ging 1940 nach Kuba. Kurz nachdem Ruth Fischer ein US-Visum für ihn organisiert hatte, wurde Maslow in Havanna tot aufgefunden. Es wird von einem Mord der sowjetischen Geheimdienste ausgegangen – schließlich waren Fischer und Maslow Stalin ein Dorn im Auge.

Friedrich Gerhart Friedländer (1917–2001) war Ruth Fischers Sohn, aus ihrer Ehe mit Paul Friedländer. Er wuchs bei seinen Großeltern in Wien auf, bevor er 1929 zu Fischer und Maslow nach Berlin zog. Am 9. März 1933 wurde er von der SA verhaftet und mehrere Tage in einem improvisierten Konzentrationslager an der Friedrichstraße 234 eingesperrt und verhört. Nach einigen Wochen konnte er nach Wien fliehen. Er studierte in England, wo er seinen Namen als F.G. Friedlander anglisierte. Er wurde Mathematikprofessor, hatte vier Kinder und verstarb 2001.

Neuköllner Kunstpreis 2022 verliehen

Neuköllner Kunstpreis 2022 verliehen 13
Begeistert von der Vielfalt und Aussagekraft der ausgezeichneten Kunstwerke: Neuköllns Kulturstadträtin Karin Korte (li.) und SPD-Bürgerdeputierte Alexandra Julius Frölich

Die Qualität und Quantität der künstlerischen Produktion in Neukölln ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Diesem Reichtum und der künstlerischen Professionalität trägt der vom Fachbereich Kultur finanzierte Neuköllner Kunstpreis Rechnung. Der Preis wird seit 2017 vergeben, für ihn stark gemacht hat sich die kürzlich nach langer, schwerer Krankheit verstorbene Leiterin des Fachbereichs Kultur des Bezirks, Katharina Bieler. Um ihr Wirken und ihr großes Engagement für den Kulturstandort Neukölln zu würdigen, hatte unsere Kulturstadträtin Karin Korte in ihrer Rede zur diesjährigen Verleihung des Preises am 14. Februar im Heimathafen zu einer Gedenkminute aufgerufen. Dafür standen die zahlreichen Besucher:innnen auf und verneigten sich.

Für den Neuköllner Kunstpreis 2022, hatten sich mehr als 170 Künstlerinnen und Künstler, Sie alle leben oder arbeiten in Neukölln. Bereits im ersten Jahr der Verleihung waren es sage und schreibe 180.  „Das bestätigt die Strahlkraft und Attraktivität des Kunstpreises von Beginn an. Und spricht für eine gute Kontinuität. Damit zeigen wir, wie wichtig es uns ist, Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die in Neukölln leben oder arbeiten. An dieser Stelle möchte ich auf einen Slogan aufmerksam machen, mit dem unsere Neuköllner Wirtschaftsförderung seit Neuestem wirbt: „Neukölln ist wie ARTE: Anders, authentisch, abseits des Mainstreams – dabei vollgepackt mit Kultur, Weltoffenheit und Experimentierfreude“, hob Korte hervor. Damit zeige der Bezirk, dass er die Arbeit der in Neukölln lebenden Künstler wertschätzt. Dass sie es schließlich verdient haben, zeigte auch die diesjährige Preisverleihung –  alle Künstler, die sich beworben hatten präsentieren ein hohes Niveau, betonte Dorothee Bienert, kommissarische Leiterin für den Fachbereich Kultur. Damit hatte es die fachkundige fünfköpfige Jury, unter ihnen eine Künstlerin und ein Künstler, nicht leicht bei ihrer Entscheidung.  

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Der 1. Preis, der vom Bezirk mit 3000 EUR dotiert wurde, ging an Dachil Sado und sein Werk „traces of arid dust“.  Den 2. Preis mit 2000 EUR dotierten Preis bekam Kyoco Taniyama mit  „Stone will flow, leaves will sink.“  Der 3. Preis ging an Médine Tidou und „Fallen Figures“, Fotografie, je 50x 70cm, 2020. Sie bekam 1000 EUR. Der Sonderpreis von Stadt&Land, der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft, wurde Bongjun Oh zugesprochen. Stadt& Land kaufte sein Werk „Zwischen dem Woher und Wohin“, Mixed-Media 2021. Es wird künftig in der Konzernzentrale ausgestellt.

Der in Shingal-Mosul im Irak geborene Künstler Dachil Sado setzt sich mit der Shisha als Symbol auseinander. Er zeigt, wie kulturelle Inhalte, die einer Kultur positiv besetzt sind, durch den Blick des anderen im Resultat negativ umgedeutet werden und so wahrnehmbar Leid bei den Stigmatisierten erzeugen. Mit dem Titel ihres Werkes, zu Deutsch: „Die Steine schwimmen, die Blätter sinken“, greift Kyoco Taniyama eine japanische Redewendung auf. Sie bedeutet, dass das Unmögliche, möglich werden kann. Mit ihrem Werk zeigt sie, wie aus kaputten, weggeworfenen Dingen wunderschöne Objekte werden. Taniyama mahnt uns ohne erhobenen Zeigefinger zu einem behutsamen Umgang mit Dingen und unserer Erde.

Thema bei Médine Tidou ist die Dekolonialisierung. Die im Saalbau Neukölln ausgestellten Fotografien der von der Elfenbeinküste stammenden Künstlerin zeigen Inszenierungen von Macht- und Strukturverhältnissen. In einem Akt der Selbstermächtigung hebt sie die einst Kolonialisierten auf den Sockel und verleiht ihnen durch ein fotografisches Denkmal Würde.

„Es ist großartig, dass dieser für die Neuköllner Kunstszene so wichtige Preis in diesem Jahr wieder vor Publikum vergeben werden konnte, und die internationalen Künstlerinnen und Künstler somit eine angemessene Würdigung ihres Schaffens erfahren haben. Vielen Dank an den Fachbereich Kultur und das Kulturnetzwerk Neukölln für die Organisation“, betont SPD-Bürgerdeputierte und Leiterin des Deutsch-Jüdischen Theaters, Alexandra Julius Frölich. Sie weilte neben dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Hakan Demir unter den Besucher:innen der Preisverleihung.

Neuköllner Kunstpreis

Die Ausstellung mit Werken der Nominierten für den Neuköllner Kunstpreis sind noch bis bis 24. April 2022 in der Galerie im Saalbau zu sehen.

Öffnungszeiten: Täglich 10-20 Uhr, Eintritt frei

In Gedenken an Hatun Sürücü

In Gedenken an Hatun Sürücü 17
SPD- Fraktionärin Svenja-Michell Felgentreu im Gedenken

Am 7. Februar 2005 wurde die Berlinerin Hatun Sürücü an einer Bushaltestelle in Tempelhof von einem ihrer drei Brüder erschossen. Sie wurde ermordet, weil sie sich Zwang und Unterdrückung ihrer Familie nicht unterwarf, sondern ein selbstbestimmtes Leben führte.

Auch heute 17 Jahre nach ihrem Tod ist Gewalt gegen Frauen ein allgegenwärtiges Problem in unserer Gesellschaft. Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau getötet, zumeist von einem (Ex-)Partner. Opfer „im Namen der Ehre“ sind aber auch Männer, weil sie sich beispielsweise offen zu ihrer Homosexualität bekennen, die Ehe brechen bzw. ihre Partnerschaft beenden oder selbst einen solchen Mord verweigern. Jegliche Formen von Diskriminierung, Gewalt und Mord, egal aus welchen Motiven haben in unserer Gesellschaft keinen Platz, und wir sind als Mitglieder dieser Gesellschaft dazu verpflichtet, alles zu tun, um solche Taten zu verhindern. Darüber hinaus gilt es, alle Mittel und Wege in der Präventionsarbeit auszuschöpfen, um die Rechte von Betroffenen zu stärken und die Problematik sichtbar zu machen. Weiterhin gilt es, ihnen im Bezirk Zuflucht und Unterstützung zu bieten.

In Gedenken an Hatun Sürücü 18
Bezirksbürgermeister Martin Hikel (2.v.re) mit Hakan Demir MdB, Bundestagsabgeordneter für Neukölln (re.), und den Bezirksstadträtinnen Karin Korte, Mirjam Blumenthal und Sarah Nagel (v.re.)

Mit einer Kranzniederlegung wurde Hatun Sürücü in diesem Jahr durch den Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel, gemeinsam mit dem Bundestagstagsabgeordneten für Neukölln Hakan Demir MdB, den Bezirksstadträtinnen für Jugend und Gesundheit Mirjam Blumenthal (SPD), für Bildung, Kultur und Sport Karin Korte (SPD) und Ordnung Sarah Nagel (Die LINKE), der Integrationsbeauftraten und der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks Neukölln, Güner Balci und Sylvia Edler, der SPD- Fraktionärin und Sprecherin der Fraktion für Gleichstellung Svenja-Michell Felgentreu, sowie dem Netzwerk „Frauen in Neukölln“ und den HEROES – einem Projekt der geschlechterreflektierenden Jungendarbeit- , an der nach ihr benannten Brücke in Neukölln, gedacht.

Out of Paris – Ausstellung auf Schloss Britz

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Angetan von den kreativen Werken: Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Kulturstadträtin Karin Korte, SPD-Fraktionär Wolfgang Hecht und Eva-Marie Schoenthal

Schloss Britz wartet mit einer neuen, hochspannenden Ausstellung auf, mit Künstlern, die international ausstellen. Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat die sehenswerte Ausstellung mit dem Titel „Out of Paris“ am Sonntagnachmittag vor zahlreich erschienenen Gästen im Schlossgarten zusammen mit dem Geschäftsführer der Kulturstiftung Schloss Britz Martin Steffens eröffnet. Unter den Gästen weilten die Bezirksstadträtin für Kultur, Karin Korte (SPD), der SPD- Bezirksverordnete Wolfgang Hecht sowie die SPD-Bürgerdeputierte Eva- Marie Schoenthal. Hikel freute sich, dass Paris im Mittelpunkt der Ausstellung steht und erinnerte daran, dass Neukölln eine Städtepartnerschaft mit dem Vorort von Paris, Boulogne-Billancourt, hat.

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Kunstinstallation „Tuileries“ von Ulrich Vogl

Schon die letzte Ausstellung zur französischen Plakatkunst zwischen 1880 und 1900 ermöglichte einen vertieften Einblick in die Alltagsrealität der französischen Hauptstadt im ausgehenden 19. Jahrhundert. Nun schließt sich unter „OUT OF PARIS“ auf Schloss Britz eine Ausstellung an, die sich ebenfalls der Metropole Paris widmet. Dabei geht es ausdrücklich um die Wahrnehmung der französischen Hauptstadt aus Sicht zeitgenössischer Künstler:innen. „Out of Paris“ vereint künstlerische Annäherungen an einen Ort und untersucht unterschiedliche Faktoren, die die Stadt aus Sicht der Künstler interessant macht. Dabei wählen sie oft Blicke auf die Stadt, die nicht dem Klischeebild von Paris entsprechen. Dazu Wolfgang Hecht: „Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie die beiden Künstlerinnen und die beiden Künstler ihre Eindrücke von Paris verarbeitet haben: sie gingen eher von unbekannten, weniger strahlenden Bildern aus, sondern oft vom spröden Paris am Stadtrand – recht passend zu Neukölln.“

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„Poésie radicale“ von Claudia von Funcke

Ob Claudia von Funcke, Carlo Nordloh, Katinka Theis oder Ulrich Vogl – sie alle haben längere Zeit in Paris verbracht und sich dabei in verschiedenen Medien auf die Suche nach der Essenz, dem Charakter und dem schwer zu definierenden „je ne sais quoi“, „das unbestimmbare gewisse Etwas“ der Seinemetropole gemacht. Die Frage, die die Ausstellung beantworten möchte lautet: Kann man in einer zunehmend digital vernetzten und scheinbar nivellierten globalisierten Welt noch den Genius Loci einer Weltstadt aufspüren? Claudia von Funcke zeigt Paris mit ihrer Videoinstallation „Poésie radicale“ als multimediales Kunstwerk. Dies, ohne sich geografischen, chronologischen oder gar wertenden Hierarchien zu unterwerfen. Auf einzelne Panele projiziert, wird die leuchtende Stadt (Paris, la ville lumineuse), wie sie von vielen Künstlern gepriesen wurde, zum Ereignis, zum Raum in ständiger Bewegung. Carlo Nordlohs Skizzen wiederum fangen den Augenblick ein, sind Momentaufnahmen einer Stadt in ständiger Bewegung. Den Skizzen wohnt Neugierde und Erstaunen inne, während sie Geschichten erzählen. Katinka Theis Objekte und Installationen bewegen sich thematisch an der Schnittstelle von Skulptur und Architektur. Mit den Objekten spürt sie Machtverhältnissen nach, die sich in monumentalen Strukturen in städtebaulichem Zusammenhang ausdrücken. In Schloss Britz gezeigt wird das Werk „Off site meeting with genius loci“, Industriebrücke Ivry Charenton Paris 2020. Das Objekt, das auch als Modell verstanden werden kann, fügt sich temporär in die architektonische Situation wie ein neues Modul ein. So führt es Dialog mit der bestehenden Architektur vor Ort. Ulrich Vogl wiederum ist fasziniert von Alltagsgegenständen und Orten, ihren Geschichten und Stimmungen. In der Ausstellung zu sehen ist unter anderem die Skulptur Tuilerien. Auf übereinandergestapelten alten Holztischen steht einen Vase mit echten Tulpen, symbolisiert wird Schönheit und Vergänglichkeit auf poetische Art und Weise.

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„Out of Paris“

Kuratierung: Dr. Martin Steffens, Eintritt 5 €, erm. 3 € (Kombiticket Sonderausstellung und Dauerausstellung)

Bitte beachten Sie, dass Sie zum Ausstellungsbesuch einen 2G-Nachweis (vollständiger Impfschutz oder erfolgte Genesung) vorlegen und bitte vorab ein Zeitfenster reservieren. Das Tragen einer FFP2-Maske und das Einhalten der Abstandsregelungen in den Ausstellungsräumen ist verpflichtend. Bitte beachten Sie die Hinweise auf unserer Website zu möglichen weiteren Regelungen in Bezug auf die Pandemie Zeit:  noch bis 24. April 2022, Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Montags geschlossen

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Skizze von Carlo Nordloh

Betrieb der Brunnengalerie im Blumenviertel geht weiter

Betrieb der Brunnengalerie im Blumenviertel geht weiter 30
Brunnengalerie

Die Erlaubnis für den Betrieb einer grundwassersenkenden Brunnenanlage im Neuköllner Blumenviertel wird um ein weiteres halbes Jahr – und damit bis Ende Juni 2022 verlängert! In der Printausgabe einer bekannten Berliner Tageszeitung vom selben Tag war die Rede von einer Verlängerung der Brunnengalerie in Rudow bis März. Das ist falsch. Fakt ist, dass der Betrieb der Anlage bis Mitte kommenden Jahres verlängert wird. Dies wurde ebenfalls am 07. Dezember im Senat mitgeteilt.

Bereits am 22. November 2021 hatte die designierte Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, dem Eigenheim- und Grundbesitzerverein Rudow bereits in einem uns vorliegenden Schreiben mitgeteilt, dass sie wegen der Verlängerung der Brunnengalerie das Gespräch mit Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, gesucht habe und als Resultat des Gesprächs eine Verlängerung um ein halbes Jahr herausgekommen sei, die Anfang Dezember in Kraft treten solle. Dies ist also geschehen.
Peter Scharmberg, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion Neukölln und Bezirksverordneter für Rudow freut sich über das vorläufige Ergebnis: „Das akute Problem für die Anwohnenden wird damit erst einmal abgewendet. Nun ist es entscheidend, eine langfristige Lösung zu finden, damit die Menschen im Blumenviertel nicht mehr um ihre Eigenheime bangen müssen. Dies werden wir als Fraktion auch weiterhin eng begleiten.“

Laut Bürgermeisterin Giffey soll mit dem Geld, dass die SPD im Abgeordnetenhaus im Haushalt bereitgestellt hat, schnellstmöglich eine neue Brunnenanlage gebaut werden. 2.305.000 € hatte die Senatsumweltverwaltung für die „Verstetigung und Ausweitung von Pilotprojekten zum lokalen Grundwassermanagement mit anschließender Evaluierung zur Absenkung des Grundwassers mit dezentralen Pumpen“ im Haushalt bereitgestellt. Bis Ende 2020 waren davon gerade einmal 18.000 EUR für Planungsleitungen ausgegeben, wie Staatssekretär Stefan Tidow auf Anfrage der SPD Abgeordneten Derya Çağlar im Berliner Abgeordnetenhaus bekannt gab.

Die von den Grünen besetzte Senatsverwaltung für Umwelt, Klima und Verkehr sieht die Perspektiven der Brunnengalerie aktuell so: Durch die Coronapandemie bedingt, hätten weitere Informationsveranstaltungen mit den Betroffenen nicht stattfinden können. Mit der Verlängerung solle nun Zeit gewonnen werden, um für die Betroffenen mit Unterstützung der Senatsverwaltung fachgerechte Lösungen zu realisieren, so der Pressesprecher der Senatsverwaltung. Die Senatsverwaltung werde dafür die Laufzeit ihrer Unterstützungsangebote verlängern und die Anliegerinnen und Anlieger im Blumenviertel darüber zeitnah informieren. So soll allen Betroffenen im Blumenviertel erneut die Möglichkeit gegeben werden, insbesondere Beratungs- und Planungsleistungen wahrzunehmen. Sofern es die pandemische Lage zulassen werde, sei eine Informationsveranstaltung im Frühjahr 2022 geplant.

Insgesamt bleiben die scheidende Senatorin Regine Günther und ihr scheidender Staatssekretär Stefan Tidow, abgesehen von der auf Giffeys Druck erfolgten Verlängerung der Betriebserlaubnis für die Brunnengalerie am Glockenblumenweg  um ein halbes Jahr, ihrer bisherigen Linie treu. „Als Ersatz für diese Brunnengalerie, die das Grundwasser im Blumenviertel absenkt und in den Teltowkanal pumpt, sollen die betroffenen Hausbesitzenden laut Senatsvorschlag kleinere dezentrale Brunnen für ihre Grundstücke errichten“, heißt es aktuell von Seiten der Senatsumweltverwaltung.  Die Planungskosten dafür übernehme das Land im Rahmen eines im Haushalt abgesicherten Pilotprojekts, die Bau- und Betriebskosten sollen allerdings „zugleich die Bürgerinnen und Bürger tragen“. Denn eine Pflicht des Landes zum öffentlich finanzierten Grundwassermanagement existiere nicht. Das wiederum hätten Gerichtsurteile in dieser Sache in der Vergangenheit gezeigt. Wie wir bereits im Rudower Magazin berichteten, ist tatsächlich eine Klage eines Hausbesitzers aus dem Einzugsgebiet des Wasserwerks Johannisthal vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg im Jahr 1999 eindeutig abgewiesen worden, auch eine Beschwerde gegen den Beschluss wurde am 28.01.2000 abgelehnt. „Maßnahmen, dass die Fördermengen im gesamten Stadtgebiet so aufeinander abgestimmt werden, dass Vernässungsschäden in bebauten Gebieten nach Möglichkeit vermieden werden, seien nur im „Rahmen der Gewinnung von Wasser für die öffentliche Wasserversorgung Berlins vorzunehmen“, ein zwingender Anspruch auf grundwassersenkende Maßnahmen gäbe es unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt, urteilte das Gericht.

Im Jahr 1997 war die mittlerweile reparaturanfällige Brunnengalerie im Glockenblumenweg  auf Grundlage beziehungsweise im Rahmen einer ökologischen Altlastensanierung im Bereich Johannisthal errichtet worden und sollte von den Wasserbetrieben spätestens zum Jahresende 2021 abgeschaltet werden. S.P.

Kaffee gegen Kälte 3.0 – Bezirksbürgermeister Hikel übergab Kaffeespenden

Kaffee gegen Kälte 3.0 – Bezirksbürgermeister Hikel übergab Kaffeespenden 31
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein überbrachte ebenfalls im Namen der Fraktion einen Beitrag zur Kaffeewette

Der Nahkauf-Betreiber Michael Lind engagiert sich vielfältig für unseren Bezirk. Seit einigen Jahren auch mit der so genannten Kaffee-Wette. In diesem Jahr fand sie zum dritten Mal statt. Für je 100 gesammelte Packungen Kaffee, kündigte Herr Lind diesmal eine Spende von 200 Euro für die Neuköllner Kältehilfe an. Und zum dritten Jahr in Folge haben Dutzende Neuköllner und Neuköllnerinnen ihre Solidarität bewiesen und im Rahmen der Wette Kaffee für einen guten Zweck gespendet. Insgesamt standen im Foyer des Rathauses am Abend des 20. Juni sage und schreibe 521 Päckchen Kaffee, die als Kaffeespenden vom Bezirksamt Neukölln an die Einrichtungen der Kältehilfe gebracht werden.  Schließlich leistet die Kältehilfe in Neukölln in der kalten Jahreszeit einen unschätzbaren Beitrag, um obdachlosen Menschen zu helfen.

„Ich freue mich, dass die Spendenbereitschaft groß ist und bedanke mich besonders bei Martin Hikel und Michael Lind für die Wiederholung der Kaffeewette. Ein Stück Solidarität zu zeigen, ist wichtig. Auch die SPD Fraktion Neukölln hat sich natürlich mit 20 Paketen Kaffee an der Wette beteiligt“, so die Vorsitzende der SPD Fraktion Neukölln Cordula Klein, die beim Zählen der Päckchen mithalf.

Verschiedene Einrichtungen der Kältehilfe wie Tagesstellen, Nachtcafés, Notübernachtungsunterkünfte, Suppenküchen und Duschmobile ermöglichen obdachlosen Menschen ein wenig Komfort und vor allem Sicherheit. Dazu zählen die Tee- und Wärmestube des Diakoniewerkes Simeon, der Verein Wildwasser, der insbesondere Schutz für Inter* und Trans* Menschen anbietet, und einige kirchliche Einrichtungen. So zum Beispiel die Wärmestube Sankt Richard, die Notübernachtungsstellen Eva’s Obdach und der Verein Kubus, die  17 Betten für Frauen und bis zu 25 Betten für Männer zur Verfügung stellen.

Zur Überraschung der Anwesenden überreichte Michael Lind zu guter Letzt einen Scheck in Höhe von 2500 EUR.

Stolpersteine für „Betzi“ und Elenore Rosenthal verlegt

Stolpersteine für „Betzi“ und Elenore Rosenthal verlegt 36

Besucher der Ausstellung „Das Museum des Lebens“ konnten die Lebensgeschichte von Elisabeth Rosenthal bereits kennenlernen. Sie wird in der Ausstellung „ Das Museum des Lebens“ erzählt. Am 20. November wurden nun ihr und ihrer Mutter zu Ehren Stolpersteine am Ort Buschkrugallee 250a verlegt. Elisabeth „Betzi“ Rosenthal floh mit ihrer Mutter 1939 vor den Nazis nach England. Bis zuletzt pflegten sie den Kontakt zu ihren Freundinnen und Freunden in Neukölln, bei denen sie während der NS-Zeit als verfolgte Jüdinnen Schutz fanden.

Die Erinnerung an die beiden Frauen bereichert nicht nur die Ausstellung im Museum, sondern führte nun auch im Rahmen der pädagogischen Arbeit am Museum zu einer Stolperstein-Patenschaft mit einer Schüler:innengruppe der Fritz-Karsen-Schule in Britz. Neben ihnen nahmen auch unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel, unsere Stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport, Karin Korte, sowie unsere Bezirksverordneten Gabriela Gebhardt und Wolfgang Hecht an der Stolpersteinverlegung teil.“Mit der Verlegung der Stolpersteine bringen wir die Namen der Opfer zurück an die Orte ihres Lebens. Man muss sich bücken, um ihre Namen zu lesen. So verneigt man sich symbolisch vor den Opfern des Rassismus – heute wichtiger denn je“, hebt Gebhardt hervor.

Eleonore Rosenthal, geb. Haase, wurde 1901 in Danzig in eine jüdische Familie geboren. Sie fing eine Ausbildung zur Montessori-Pädagogin an, beendete diese jedoch nicht. 1926 heiratete sie Henio Rosenthal. Die beiden zogen gemeinsam nach Berlin, wo ein Jahr später ihre Tochter Elisabeth „Betzi“ Rosenthal zur Welt kam. Zusammen wohnten sie sechs Jahre in Berlin-Mariendorf bis Henio 1932 nach Moskau zog.

Die alleinerziehende Eleonore kehrte zeitweise mit Betzi nach Danzig zurück, um ihre Ausbildung dort zu beenden. 1933 zogen Mutter und Tochter wieder nach Neukölln und lebten zunächst in der Fritz-Reuter-Allee in Britz und von 1935 bis 1937 in der Rudower Allee 49a (heute Buschkrugallee 250 a). Zum Schutz vor antisemitischen Überfällen schickte Eleonore Betzi 1937 zunächst in ein jüdisches Landschulheim nach Caputh, bevor es ihr gelang, sie 1939 auf einen der letzten Kindertransporte nach England zu schicken. Ihre eigene Abreise verzögerte sich, weil sie von einem Nationalsozialisten auf der Straße gewaltsam attackiert wurde. Schließlich gelang auch ihr die Flucht. Nach ihrer Ankunft in England waren Mutter und Tochter unzertrennlich und lebten bis zu dem Tod Eleonores am 14. September 1996 zusammen.

Stolpersteine für „Betzi“ und Elenore Rosenthal verlegt 40

Die beiden sprachen zusammen nur noch Englisch, die Sprache wurde zu ihrer Muttersprache. Das Erlernen vieler Sprachen bedeutete Betzi Zeit ihres Lebens sehr viel, da sie ausgeprägte Sprachkenntnisse im Falle einer Flucht für besonders wertvoll hielt. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2019 unterhielt Betzi Rosenthal intensiven Kontakt nach Berlin zu einer befreundeten Familie, die sie während der NS-Zeit zeitweise versteckte, versorgte und beschützte.
Stolpersteine erinnern am letzten frei gewählten Wohnort an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Sie können ebenso an überlebende Verfolgte erinnern. Stolpersteine kann jede:r stiften. 120 Euro ermöglichen die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteines. Für den Bezirk Neukölln koordiniert das Museum Neukölln die Stolpersteinverlegungen. Kontakt: stolpersteine@museum-neukoelln.de .