Pressemitteilungen

Krippen aus aller Welt – 112. Ausstellung des Heimatvereins Rudow

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Lothar Hermann (li.) stellt die Krippen SPD-Fraktionär Peter Scharmberg vor

Wo auf der Welt Menschen an Jesus als dem Sohn Gottes und an seine Auferstehung glauben, gibt es Weihnachtskrippen. Sie sind so vielfältig wie die Kulturen, in denen sie einen festen Platz gefunden haben. Ob Stall-, Tempel-, Höhlen-, Landschafts- oder Kastenkrippe – gegenwärtig sind Krippen neben dem Weihnachtsbaum, der mit dem 19. Jahrhundert populär wurde, dekorativer Bestandteil des Weihnachtsfestes auf der ganzen Welt.

Einen Blick in die Welt der Krippen wirft der Rudower Krippensammler Lothar Hermann. Unser Fraktionär Peter Scharmberg besuchte ihn und die Ausstellung im Vorfeld der Eröffnung am 24. November. Seit Jahrzehnten sammelt Hermann Krippen. Ausgewählte Krippen seiner Sammlung sind auch in diesem Jahr in den Räumen des Heimatvereins in Alt-Rudow 60 gegenüber der Seniorenfreizeitstätte zu  bestaunen. Dabei zeigt Hermann mit seinen Exponaten, wie vielfältig die Welt der Krippen ist. Unter anderem zu sehen sind Hermanns Lieblingskrippe aus Korea, Krippen aus Afrika, eine holzgeschnitzte Krippe aus der Schweiz und Bleikrippen, um nur einige Beispiele zu nennen. Und wer aktuell einen Blick auf die Welt der Krippen wirft, wird feststellen, dass die Ideen, Krippen zu kreieren, bis heute nicht ausgehen. Und nicht nur das: Die Geburt Jesu ist schon lange Gegenstand der Geschichtsforschung. Und auch historische Krippen werden im Laufe der Zeit neuinterpretiert. 2020 fühlte sich das Evangelische Dekanat in Ulm „durch die gesellschaftliche Debatte über Rassismus in all seinen Facetten“ sensibilisiert.

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Krippe aus Jordanien

Eine Krippe des Bildhauers Martin Scheible, die er in den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts fertigte, zeigt einen Melchior „mit einer Fratze, wulstigen Lippen, einer grotesken Körperhaltung sowie unschönen Beinen“. Hinzu kommt ein „Mohrenkind“, das einem weißen König als als Schleppenträger dient – die Krippe wird seit 2023 nicht mehr ausgestellt, „weil sie rassistische Stereotypen bedient“, so der Dekan Ernst-Wilhelm Gohl. Ganz anders war dies zur Zeit der österreichischen Kaiserin Maria Theresia (1717-1780). Sie verbot das Aufstellen von Krippen per se, weil sie in der öffentlichen Krippenverehrung einen Mangel an Frömmigkeit vermutete. Doch damit trug sie zur weiteren Ausbreitung der Krippenverehrung zu Weihnachten bei. So führte die Verbannung von Weihnachtskrippen aus öffentlichen Gebäuden und Kirchen dazu, dass sich das Bedürfnis nach dem „Krippeleschauen“ in die Stuben der Gläubigen verlagerte. Um dem Bedürfnis nachzukommen, entwickelten sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kleinformatige Krippen in Papierform, die nahezu für jeden erschwinglich waren. Dabei orientierten sich die Krippen in der Art der Gestaltung an den im 17. und 18. Jahrhundert in Mode gekommenen Papierschnitt und den kleinen als Kulissenbühnen gestalteten Schaukästen. Diese gab es als gemalte Versionen und Druckerzeugnisse im deutschsprachigen Raum des 18. Jahrhunderts. 

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Krippenfiguren aus Mexiko

Papierkrippen boten den Vorteil einer Platz sparenden Aufstellung und konnten dennoch effektvoll in Szene gesetzt werden. Außerdem waren dem Detailreichtum gemalter Figuren kaum Grenzen gesetzt. Neben handgemalten Unikaten existierten gedruckte Ausschneidebögen und meist handkolorierte Guckkastenkrippen, die durch die perspektivische Anordnung von mehreren Kulissenblättern den Tiefenraum einer Bühne nachahmten. Dank der Lithografie waren Papierkrippen im 19. Jahrhundert sehr weit verbreitet, bemerkt das Diözesanmuseum Hofburg Brixen in Südtirol. Schließlich ermöglichte die Lithografie als Drucktechnik eine günstigere Produktion. Bis in unsere Zeit bieten Verlage noch Papierkrippen als Ausschneidebogen zum selber basteln an, was einst stets ein würdiges Familienereignis war.

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Ebenholz-Krippe aus Tansania

In der Krippendarstellung geht es um die Versinnbildlichung der Menschwerdung Gottes. Nun ist die Verehrung der Menschwerdung des Gottessohnes so alt wie das Christentum selbst. Erzählt wird die Geschichte im Evangelium nach Lukas und im Evangelium nach Matthäus, wobei die doch unterschiedlichen Geschichten in Grundzügen übereinstimmen, auch wenn sie sich voneinander unterscheiden. In einer von Wissenschaft geprägten und aufgeklärten Gesellschaft ist es verständlich, dass auch die Weihnachtsgeschichte auf ihre historische Echtheit überprüft wird. Was ist also nach geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen wahr an der Geschichte von Jesu Geburt?, fragte sich auch der Historiker Benjamin Hasselhorn von der Julius Maximilians Universität Würzburg zur Weihnachtszeit. Hasselhorn kommt zu dem Schluss, dass Fakten und Deutung miteinander verwoben sind. Wie er bei aller Sorgfalt von Fakten und quellenbasierter Forschung zu dem Schluss kommt, dass beide „eine sinnstiftende Geschichte geschrieben und damit einen Mythos begründet“ haben, der „von der Geburt des Retters handelt, der der Welt endlich Frieden bringen wird“, erzählt er in einem sehenswerten You Tube Video. Es ist unter https://www.youtube.com/watch?v=nQ90-k6bUTw abrufbar. Hasselhorns Fazit bei aller Überprüfung von Fakten wie dem Zeitpunkt der Geburt, dem Ort der Geburt, dem Stern von Bethlehem, den Zeugen der Geburt sowie der Überprüfung der historischen Quellen lautet: „Und ganz egal, ob wir diese Geschichte für historisch zuverlässig halten oder nicht: Gebrauchen können wir sie ziemlich gut, diese Friedensbotschaft.“ Das sieht auch unser Bezirksverordneter Scharmberg so: „Solche Ausstellungen leisten einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Verständnis in unserem vielfältigen Neukölln. Und gegenseitiges Verstehen und Respektieren über das kulturelle Selbstverständnis hinaus, ist die Basis für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen, wofür wir uns als SPD tagtäglich einsetzen.“


Rudower Heimatverein

112. Ausstellung des Rudower Heimatvereins
Krippen aus aller Welt, Sa. und So.: 29.11.25 – 21.12.2025, 10.00- 16.00 Uhr.
Die offizielle Eröffnung ist am 29.11.2025 um 11.00 Uhr in den Räumen des Heimatvereins Rudow in Alt-Rudow 60

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Holzkippe aus der Schweiz

Berliner Ehrennadel für drei verdiente Neuköllner

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Die Geehrten mit Staatssekretär Aziz Boskurt (mi.)

„Was für ein wundervoller Abend war das heute im Roten Rathaus bei Verleihung der „Berliner Ehrennadeln für besonderes soziales Engagement!“ Drei Personen aus unserem Bezirk wurden ausgezeichnet, darunter Jutta Weißbecker und Edmund Buttelmann. Diese Auszeichnung wurde vom Sozialstaatssekretär Aziz Bozkurt überreicht. Jutta Weißbecker engagiert sich seit mehr als 40 Jahren für und in Neukölln. Ich gratuliere Jutta ganz herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung“. Mit großer Freude beschreibt unsere Bürgerdeputierte Julia Pankratyeva die Ehrung unserer Genossin Weißbecker, die sie am 18. November ins Rote Rathaus begleitete. 

Jedes Jahr verleiht der Berliner Senat an verdiente Bürgerinnen und Bürger die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement”. Geehrt werden damit Berliner*innen, die sich mindestens zehn Jahre lang freiwillig in Vereinen, Organisationen und Initiativen engagiert oder sich in der Betreuung und Begleitung von Menschen Verdienste erworben haben. Sei es wegen ihrem Engagement in der Nachbarschaftshilfe, im Sport, bei der Unterstützung vulnerabler oder benachteiligter Menschen oder in der Seniorenarbeit. Über die Auszeichnung entscheidet ein Auswahlgremium. Unter den 20 Berliner Ehrenamtlichen, die mit der Berliner Ehrennadel ausgezeichnet wurden, befand sich neben den bereits genannten Persönlichkeiten aus Neukölln auch Manfred Ziemer vom Rudower Heimatverein. Nach einem musikalischen Auftakt hielt unser Staatssekretär für Soziales in der „Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung“, Aziz Bozkurt, die Laudationes. Am 19. November wurden weitere Berliner ebenfalls im Festsaal des Roten Rathaus von Senatorin Cansel Kiziltepe geehrt.

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Unsere Genossin Jutta Weißbecker engagiert sich seit 1986 „mit Herz, Ausdauer und unermüdlicher Tatkraft für die Menschen in Ihrer Nachbarschaft und darüber hinaus. „Sie haben Gesprächsräume eröffnet, kulturelle Impulse gesetzt und Brücken zwischen Menschen gebaut. Immer mit dem Ziel, das Leben in der Gropiusstadt und in ganz Neukölln menschlicher, gerechter und lebendiger zu gestalten,“ sagte unser Staatssekretär Bozkurt in seiner Laudatio.

Jutta Weißbecker war Mitbegründerin des Bürgerforums Lokale Agenda 21 in Neukölln, Ziel der Agenda 21 war es, mit aktiver Bürgerbeteiligung eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern, die ökologische, soziale und ökonomische Ziele vereint. Zu den Schwerpunkten gehörten die Förderung von Umwelt- und Klimaschutz, erneuerbaren Energien, nachhaltiger Mobilität und Bildung sowie die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Außerdem arbeitete Jutta Weißbecker viele Jahre ehrenamtlich als Mitglied im Quartiersrat in der Gropiusstadt und war Initiatorin für soziale Angebote, beispielsweise das Arbeitslosenfrühstück. Ferner war sie eine tragende Säule des Arbeitskreises Kultur in der Gropiusstadt. Auch heute noch ist Jutta Weißbecker mit ihren 82 Jahren sehr aktiv. Sie organisiert Suppenwettbewerbe und Mitsingkonzerte, ist präsent bei Weihnachtsmärkten, organisiert Vorleseaktionen und begleitet Jahr für Jahr die Organisation der „Längsten Kaffeetafel“ am Wildmeisterdamm. Sie gibt „den Menschen um sie herum das Gefühl: Jede und Jeder ist willkommen und zählt“, so Bozkurt.

Edmund Buttelmann ist ebenso wie Jutta Weißbecker eine der großen Persönlichkeiten in der Gropiusstadt. Er wurde für sein Engagement „in der Jury des Aktionsfonds, in der Bewohnerschaftsvertretung sowie für die Organisation von Stammtischen und Flohmärkten geehrt. Ferner für sein Engagement in der Trödelstube der Kirchengemeinde, wo er mithilft, dass Menschen mit wenig Einkommen dort Kleidung und Haushaltswaren finden. Ebenfalls setzte er sich ein für Spendenaktionen für Obdachlose und Geflüchtete. „Sie sind jemand, der Menschen zusammenführt, der andere motiviert selbst aktiv zu werden, der mit gutem Beispiel vorangeht und der sich der Humanität verpflichtet fühlt“, hob Bozkurt in seiner Laudatio hervor. Edmund Buttelmann habe „über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen und das Miteinander im Kiez gestärkt“, betonte unser Staatssekretär.

„Es erfüllt mich heute mit großer Freude und tiefer Dankbarkeit, Sie, Manfred Ziemer im Namen des Landes Berlin im Roten Rathaus zu ehren. Mit dieser Auszeichnung würdigen wir nicht nur Ihre beeindruckende Lebensleistung. Sondern vor allem den Geist, mit dem Sie seit sieben Jahrzehnten für das Gemeinwohl wirken“. Mit diesen schönen Worten würdigte Aziz Bozkurt die Leistung des Rudowers, der zuvor im Wedding wohnte, wo er zehn Jahre lang „als Helfer und Jugendgruppenleiter im Philatelisten-Club“ Wedding 1919 wirkte. Später war er Jugendgruppenleiter beim „Kirchlichem Amt für Berufsschularbeit“ und setzte sich ein für das Technische Hilfswerk (THW). Ferner war er Gründungsmitglied des Rudower Heimatvereins und dort jahrelanger Vereinsvorsitzender. Hier entstanden 110 Ausstellungen, historische Rundgänge durch Rudow, wurden Filmabende veranstaltet und fanden vielfältige Begegnungen statt, die die Geschichte lebendig und Gemeinschaft erlebbar machten,“ so Bozkurt. Und das alles bewegte Ziemer trotz einer Schwerbehinderung, die 1960 begann. „Sie motivieren junge Menschen, Vorbildern nachzufolgen und stehen mit Rat und Tat und Herzenswärme zur Seite“.

Die wundervolle Veranstaltung im Roten Rathaus nahm ihren Ausklang mit dem Stück „Libertango“ von Astor Piazolla, anschließend wurden die geehrten Persönlichkeiten und ihre Begleitung zum Buffet gebeten.

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Einladung zur Bürger:innensprechstunde

Die SPD-Fraktion Neukölln lädt am Donnerstag, den 27. November 2025 ab 18:00 Uhr zu einer Bürger:innensprechstunde in die Villa Rixdorf (Richardplatz 6, 12055 Berlin) ein.

Unsere Bezirksverordnete Marina Reichenbach, Vorsitzende im Ausschuss für Bildung, Schule und Kultur, und unser Bezirksverordneter Robert Hagen, Mitglied in den Ausschüssen für Verkehr und Tiefbau sowie Bürgerdienste, Gleichstellung, Antidiskriminierung und Queerpolitik, freuen sich auf zahlreiche Gespräche.

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„Wir dürfen Hass und Hetze nicht dulden“ – Gedenken zum Volkstrauertag

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Stadträtin Janine Wolter mahnt den gesellschaftlichen Zusammenhalt an

„Zur Mahnung – Den Opfern der Kriege und jeglicher Gewaltherrschaft“ steht auf dem 300 Zentner schweren Findling des Naturdenkmals Ehrenhain am Britzer Fennpfuhl. Hier gedachten in diesem Jahr auf Einladung des Britzer Bürgervereins unter anderem unser Bezirksverordneter Michael Morsbach, unser ehemaliger Bezirksverordneter Wolfgang Hecht, unser Kreisvorsitzender Joachim Rahmann sowie unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

„Der diesjährige Volkstrauertag ist ein Besonderer. Erstmalig wird auch den Polizist*innen gedacht, die im Einsatz ihr Leben verloren. Das ist richtig, denn auch sie halten unsere Gesellschaft zusammen und verteidigen sie teils unter Einsatz ihres Lebens. Das wissen wir besonders in Neukölln. Hier gedenken wir Uwe Liescheid und Roland Krüger, nach denen wir auch Straßen benannt haben. Zum ersten Mal wird außerdem den Menschen gedacht, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden. Das ist besonders wichtig, denn queere Verfolgte konnten nach der Nazi-Herrschaft nicht in gleicher Weise um ihre Opfer trauern wie andere Gruppen. Homosexualität war auch in der Bundesrepublik strafbar“, erinnerte Rahmann. Deshalb sei es „umso wichtiger, auch der Trauer um Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung ermordet wurden, heute Raum zu geben“, hob Rahmann in seiner Rede hervor. „Wir dürfen Hass und Hetze nicht dulden, weil Hass auch zu körperlichen Angriffen führt“, betonte unsere Stadträtin Janine Wolter. „Unser Auftrag ist: Wehret den Anfängen.“ Auch Hannelore Knippel schloss sich dieser Losung an: „Schaut nicht weg, solidarisiert euch. Frieden ist ein Prozess und erfordert Mut und Engagement.“

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Die stellvertretende Vorsitzende des Britzer Bürgervereins Hannelore Knippel

Die Veranstaltung wurde musikalisch eingeleitet mit dem Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“. Zum Abschluss wurde das Lied  „Davon geht die Welt nicht unter“ gespielt. Komponiert hatte es Michael Jary, den Text dazu schrieb der Berliner Bruno Balz, der trotz seiner Popularität von den Nazis zweimal wegen seiner Homosexualität verhaftet, monatelang in Haft saß, gefoltert und geächtet wurde, indem sein Name nicht mehr in der Öffentlichkeit auftauchen durfte.  Außerdem wurde er auf Drängen des Naziregimes gezwungen, eine Scheinehe einzugehen. 

Nach dem Gedenken lud der Britzer Heimatverein ins Diakoniehaus Britz an der Blaschkoallee ein, wo traditionell eine heiße Suppe zum Aufwärmen gereicht wurde.

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Gedenktafel für Günter de Bruyn in Britz enthüllt

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Der SPD-Bezirksverordnete Michael Morsbach ehrt Günter de Bruyn

Das Land Berlin hat am 4. November den Schriftsteller Günter de Bruyn (1926–2020) mit einer Gedenktafel geehrt. An der feierlichen Enthüllung der Gedenktafel am Haus in der Buschkrugallee 144, wo Günter de Bruyn 1926 als jüngstes von vier Kindern einer katholischen Familie geboren wurde, nahmen rund 80 Personen teil. Besonders engagiert für die Anbringung der Gedenktafel hatte sich Angelika Neuer, Leiterin des Kundencenters Süd der degewo AG.

„Alle waren gekommen, der Britzer Bürgerverein, der Gesprächskreis Britzer erzählen, Hufeisern gegen Rechts, die Britzer Weinkultur, der Neuköllner Heimatverein und das Museum Neukölln. Die Enthüllung war ein gesellschaftiches Ereignis in Britz“, hebt unser Fraktionär Michael Morsbach hervor.

Günter de Bruyn verbrachte seine Jugend in Berlin und wurde 1943–1945 Soldat. Als Flakhelfer im Zweiten Weltkrieg wurde er verwundet und kam in amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1946, wieder in Berlin, machte er Abitur, anschließend eine Ausbildung zum Neulehrer in Potsdam. Anstellung als Lehrer fand er an einer Dorfschule in Garlitz/Havelland. Die Zeit, die er dort verbrachte, hat er literarisch in einer seiner ersten Erzählungen „Hochzeit in Weltzow“ (1960) verarbeitet. Bis 1961 war er Bibliothekar und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Bibliothekswesen der DDR. Später lebte er als freiberuflicher Schriftsteller in Berlin. Ende der 1960er-Jahre wählte er sein geschätztes märkisches „Abseits“ und lebte fortan in einer alten Schäferei im Wald bei Beeskow in Brandenburg. Günter de Bruyn starb am 4. Oktober 2020 in Bad Saarow.

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Enthüllung der Gedenktafel

Mit seinen Romanen „Buridans Esel“ (1968), „Märkische Forschungen“ (1977) und „Neue Herrlichkeit“ (1984), in denen er Geschichten über die DDR erzählte – gleichermaßen realistisch wie hintergründig, voll Kritik und feinem Humor – fand er wachsendes Publikum in beiden Teilen Deutschlands. Sein Buch „Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter“, das 1975 fast zeitgleich in Ost und West erschienen, wurde zu einem Modell literarischer Biografie. Seit 1980 gab er gemeinsam mit Gerhard Wolf die Reihe „Märkischer Dichtergarten“ heraus. „Berlin verdankt Günter de Bruyns Arbeit als Autor und Kulturhistoriker ein neues „Porträt einer Epoche“; seine Essaybände zu Berlin um 1800 zeigen, dass hier ein Weimar ebenbürtiges Kunst- und Kulturzentrum wiederzuentdecken ist“, so die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für sie war der Staatssekretär für Gesellschaftlichen Zusammenhalt Oliver Friederici vor Ort. In seiner Rede würdigte Friederici Günter de Bruyn als „außergewöhnlichen Berliner, dessen Lebensweg und Haltung uns bis heute etwas über Mut, Gewissen und geistige Unabhängigkeit lehren“.  Schließlich gehörte de Bruyn 1976 zu den Unterzeichnern der Protestnote gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns und forderte 1977 auf einem deutsch-deutschen Schriftstellerkongress die Aufhebung der Zensur in der DDR. 1989 lehnte er sogar den DDR-Nationalpreis ab. Günter de Bruyn hielt stets an einer sprachlich-kulturellen Einheit der Nation fest, nannte sich einen deutschen Schriftsteller, der in der DDR lebte. Er war Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, im Präsidium des PEN-Zentrums der DDR und später der BRD. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und zwei Ehrendoktorwürden. Seine Werke „Zwischenbilanz“ (1992), „Vierzig Jahre“ und „Zwischenbilanz. Eine Jugend in Berlin“ sind nicht nur persönliche Rückblicke, sondern Zeitdokumente von aller größtem Wert. „Günter de Bruyn war sich seiner Verantwortung als Intellektueller bewusst, aber er blieb immer bescheiden, immer eigenständig, immer bodenständig“, so Friederici. „Mein Leben spielte sich zwar in der DDR ab, aber es blieb doch mein Leben“, schrieb er. De Bruyn erinnere uns daran, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht durch Gleichschaltung entsteht, sondern durch die Anerkennung individueller Wahrhaftigkeit“, so der Staatssekretär.

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In einer sehr persönlichen Ansprache blickte Wolfgang de Bruyn auf die Berliner Kindheit seines Vaters zurück – auf die enge 2 ½-Zimmer-Wohnung hier in der Blaschkoallee (früher Rudower Allee 8), die Kriegserlebnisse und den frühen Verlust des Elternhauses. „Nicht nur ich bin mir sicher: Mein Vater hätte sich über diese Ehrung hier an diesem Ort sehr gefreut“, sagte er abschließend. „Die Gedenktafel erinnert nicht nur an einen großen Autor, sondern auch daran, wie eng die Orte des Wohnens mit persönlichen und gesellschaftlichen Erinnerungen verbunden sind“, ergänzte Angelika Neuer.

Die Literaturwissenschaftlerin und Historikern Dr. Hannah Lotte Lund hob in ihrer Rede de Bruyns Bedeutung als Kulturhistoriker Berlins hervor. „Geschichtsschreibung braucht Humor. Geschichtsschreibung braucht noch das mehr, was Günter de Bruyn auch zu Recht als Dichter immer hoch angerechnet wurde, nämlich zu sagen, was der Fall ist. Unaufgeregt, poetisch, aber immer transparent in der eigenen Erzählposition und fern von jeder Heroisierung. Für sie als Historikerin sei es eine große Ehre, an einen Mann mitzuerinnern und eine Freude, ihn hier erinnert zu wissen, der so viel für Berlins Geschichte getan hat. Im besten Sinne. Er hat sich von ihr nie blenden lassen. Er hat mit einfacher, traditioneller Lampe und einer klassischen Lupe, die ich noch gesehen habe, die Geschichte ausgeleuchtet.“

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135 Jahre Britzer Bürgerverein

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Gratulieren zum Festakt des Bürgervereins: Neuköllns Kulturstadträtin Janine Wolter und Michael Morsbach

Am 1. November feierte der Britzer Bürgerverein gemeinsam mit zahlreichen Gästen sein 135-jähriges Bestehen mit einem festlichen Sektempfang im Veranstaltungssaal des Diakoniehauses Britz in der Blaschkoallee. Zu den Ehrengästen zählten unter anderem unsere Stadträtin Janine Wolter, zuständig für Bildung, Kultur und Sport, unser Bezirksverordnete Michael Morsbach sowie Alt-Bürgermeister Prof. Bodo Mangold. Morsbach ist auch Vorsitzender des Neuköllner Heimatvereins. Er nutzte den feierlichen Anlass, um die vom Neuköllner Heimatverein herausgegebene Broschüre „Wie in Britz die Mondlandung begann. Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte eines Ortsteils“ vorzustellen. Neben ihm wirkten mehrere Autoren an dem Werk mit, das die wirtschaftliche Entwicklung Britz’ beleuchtet. Passend dazu zeigte eine kleine Ausstellung ausgewählte Tafeln mit historischen Abbildungen und Texten. Die Idee zu dieser Publikation entstand anlässlich des 650-jährigen Jubiläums von Britz, das in diesem Jahr begangen wurde. Nach der Begrüßung der Gäste durch den Vorstand des Britzer Bürgervereins, Bernd Posner, ging Vorstandsmitglied Hannelore Knüppel auf die Geschichte des Bürgervereins ein und unternahm einen Blick in die Zukunft:

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Am 1. November 1890 trafen sich im Wutzlerschen Lokal an der Rudower Straße – der heutigen Blaschkoallee – angesehene Bürger des damaligen Dorfes Britz, um einen Kommunalverein zu gründen. Britz, erstmals 1305 urkundlich erwähnt, war zu jener Zeit ein Bauerndorf im Kreis Teltow. Doch einige aufstrebende Familien wollten sich nicht länger von Berlin bevormunden lassen und forderten eine eigene Stimme für ihr Dorf. So entstand der Britzer Bürgerverein – vor mittlerweile 135 Jahren.

Der Verein hat in seiner langen Geschichte zahlreiche politische und gesellschaftliche Veränderungen miterlebt: ein Kaiserreich, zwei Weltkriege und seit 1945 ein demokratisches Deutschland – und Britz war stets Teil dieses Wandels.

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In den Jahrzehnten nach der Gründung des Britzer Bürgervereins wuchs Britz rasant. Zwischen 1856 und 1875 stieg die Einwohnerzahl von 1.032 auf 3.207. Besonders viele Rixdorfer und Neuköllner zog es hierher: Sie suchten Erholung von ihren dunklen, überfüllten Hinterhöfen und fanden in Britz eine grüne, ländliche Oase. Britz war damals bekannt für seine Rosenzucht, seine großen Gartenlokale und familienfreundlichen Ausflugsorte. Bis zu 1.000 Gäste fanden in den Lokalen Platz. Viele brachten ihre eigene Verpflegung mit und zahlten nur für heißes Wasser zum Kaffeekochen – ein Stück Freizeit für wenig Geld.

Mit dem Aufschwung kam auch die Industrie: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden an der Gradestraße und in anderen Bereichen größere Betriebe. Arbeitskräfte zogen zu, neue Wohnungen und Versorgungseinrichtungen wurden gebraucht. Die Gärtnereien wichen Fabriken, Straßen und Kleingärten – die bis heute Teil des Ortsbildes sind. Seit seiner Gründung verstand sich der Bürgerverein als Wächter über die Entwicklung Britz’. Er setzte sich gegen Bevormundung durch Rixdorf und Neukölln ein und trug maßgeblich dazu bei, Britz zu einem lebenswerten Ortsteil zu machen. Mit dem Bau des Teltowkanals 1906 und der Eingemeindung Britz’ nach Neukölln im Jahr 1912 änderten sich die städtischen Strukturen – doch der Verein blieb bestehen. Während früher die monatlichen Treffen gesellschaftliche Höhepunkte waren, wandelte sich das Vereinsleben im Laufe der Zeit. Fernsehen, Internet und soziale Medien veränderten die Gewohnheiten der Menschen. Auch die Vereinszeitung, der „Heimatbote“, der seit über 95 Jahren erscheint, wurde an die neuen Zeiten angepasst: Heute kann er digital gelesen werden, erscheint aber weiterhin vierteljährlich in 1.500 Exemplaren und liefert kulturelle und historische Beiträge aus Britz. Die Corona-Jahre (2020–2022) führten zu einem Rückgang gemeinschaftlicher Aktivitäten auch im Bürgerverein – doch aktuelle Ereignisse, wie der Krieg in der Ukraine erinnerten viele Britzer wieder daran, wie wichtig lokale Gemeinschaft und Zusammenhalt sind, so Hannelore Knüppel. Zum Schluss ihrer Rede beschrieb sie die Rolle des Vereins in der Zukunft. Der Britzer Bürgerverein bleibe seinem Gründungsgedanken treu: „Britz schützen, gestalten und mitgestalten“. Und er verstehe sich weiterhin als unabhängige, nicht parteipolitische Stimme für die Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils, wobei sich Vereinsmitglieder in der Bezirksverordnetenversammlung und sogar im Bundestag engagieren – wodurch der Verein direkte Ansprechpartner in der Politik habe. „Wir brauchen Menschen, die Augen und Ohren offen halten. Der Britzer Bürgerverein muss Wächter bleiben – für uns und unsere Nachbarn. Nur gemeinsam können wir Geschichte bewahren und Zukunft gestalten“, betonte Frau Knüppel.

Ein Blick in die Runde beim Jubiläum zeigte, woran es vielen Vereinen mangelt: „Heute zeigt sich wieder, wie schade es ist, dass jüngere Menschen mit Interesse an der Heimatgeschichte des Bezirks nicht den Weg in die bestehenden Vereine finden. Sie bevorzugen oft die Erstellung einzelner Internetformate. Dadurch weiß man zu wenig voneinander“, bemerkt unser Bezirksverordneter Morsbach dazu. Dennoch blickt der Verein stolz zurück – und zugleich optimistisch nach vorn: Britz soll lebendig bleiben – menschlich, geschichtsbewusst und zukunftsorientiert. Nach dem offiziellen Teil nutzten Stadträtin Wolter sowie unser Bezirksverordneter Morsbach die Zeit für Gespräche mit den Bürgern und warfen mit ihnen einen Blick auf die gelungene Ausstellung.

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Grußwort des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Walter Momper

24. Tower-Run in Berlins höchstem Wohnhaus

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Am Sonntag, den 11. Januar 2026 findet ab 11.00 Uhr der 24. Tower-Run im höchsten Wohnhaus Berlins statt. 465 Stufen für 29 Etagen warten auf die Läufer:innen nach einer Einführungsrunde über den Parkplatz vor dem Ideal-Hochhaus, Fritz–Erler-Allee 120, 12351 Berlin, Gropiusstadt.

Der Tower-Run ist einer der profiliertesten Hochhausläufe Europas und Bestandteil der Serie Deutscher Towerrunning Cup 2024, sowie bei den Premium Races 2024 der World-Towerrun-Serie. Vor dem Gemeinschaftsraum in der 29. Etage befindet sich der Zieleinlauf. Ein besonderes Highlight wird der Lauf der Feuerwehrleute in voller Montur sein. Diese Sportveranstaltung ist gemeinsam von der Neuköllner SPD-Fraktion, dem TuS Neukölln und der Baugenossenschaft Ideal initiiert.

Bei weiteren Fragen stehen Ihnen Herr Konrad Beyer vom TuS-Neukölln unter 0152 5461 99 96 oder konrad-beyer@t-online.de, Herr Andrej Woiczik unter 0177 739 74 69 oder andrej.woiczik@aol.com oder Herr Detlef Lüdtke unter 0176 4833 26 62 zur Verfügung.

Vielfalt ist unsere Stärke: Herbstempfang der SPD-Fraktion Neukölln mit 150 Gästen

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Erlebten einen schönen Abend mit großartigen Gästen: SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, stellv. Fraktionsvorsitzende Nilgün Hascelik, Derya Caglar MdA, Steffen Krach, Jutta Weißbecker und Stadträtin a.D. Karin Korte

Die Empfänge unserer SPD- Fraktion zeigen immer wieder eines: Unser Neukölln ist nach wie vor ein Bezirk, in dem Solidarität gelebt wird. Unzählige Menschen engagieren sich hier in den unterschiedlichsten Bereichen, übernehmen Verantwortung für ihre Mitmenschen und leisten mit ihrem Engagement einen wertvollen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben und unsere Demokratie.

Rund 150 Gäste folgten am 16. Oktober unserer Einladung zum Herbstempfang und füllten das Zelt des weit über Neukölln hinaus bekannten Mitmach-Circus Mondeo, der unter der Leitung von Gerhard Richter steht. Die hervorragende Arbeit des Circus mit Kindern und Jugendlichen wurde auch von unserer Fraktionsvorsitzenden Cordula Klein in ihrer Begrüßungsrede gewürdigt. Der Mitmach-Circus ermöglicht es Kindern mit Lernschwierigkeiten, eine Woche lang in einem echten Zirkuszelt zu verbringen. Das Ergebnis: Der Zusammenhalt und ihr Selbstwertgefühl werden gestärkt, ihre Freude an der Bewegung gefördert und nicht selten entdecken die Kinder Talente, von denen sie und ihre Eltern nichts ahnten – eine großartige Sache!

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Zu den zahlreichen Gästen des Empfangs zählten Vertreterinnen von Vereinen, lokale Politprominenz, sowie Gewerkschafter*innen, Unternehmer*innen und Kirchenvertreter*innen. Unter anderem kam der Fraktionsvorsitzende der CDU Neukölln Markus Oegel, der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Karsten Schulze (CDU), Neuköllns Alt-Bürgermeister und Laienprediger Bodo Manegold sowie Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel. Auch Susanne Meyerhoff und Dr. Unglaube vom Diakoniewerk Simeon sowie der Armutsbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg – Oberschlesische Lausitz Thomas de Vachroi, waren zugegen. Das vielfältige Vereinsleben war mit zahlreichen Vorstandsmitgliedern vertreten  – unter anderem Michael Jubelt vom Bezirksverband der Kleingartenanlagen, Ruth Oppl vom Mentoring-Projekt „Hürdenspringer“ der Stiftung Unionhilfswerk, Bertil Wewer vom Städtepartnerschaftsverein „Freunde Neuköllns“, Dirk Thieslack, Vorstand der Rudergesellschaft Wiking, Klaus Pankau vom Kulturverein Alte Dorfschule Rudow und Sigrid Philipps von Morus 14.

In ihrer Begrüßungsansprache wünschte unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein den Gästen einen angenehmen und unterhaltsamen Abend mit guten Gesprächen und entschuldigte jene, die aufgrund kurzfristiger Termine nicht kommen konnten – darunter unsere Wirtschaftssenatorin und Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey, unser Mitglied im Abgeordnetenhaus Marcel Hopp, sowie unser Bundestagsabgeordneter Hakan Demir.

Im Anschluss sprach Steffen Krach, Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, der zusammen mit unserer stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Derya Çağlar und unserem Bezirksbürgermeister Martin Hikel kam. Krach berichtete von seiner Besuchstour durch Neukölln und betonte: „Neukölln kann stolz auf seine Vielfalt, sie ist eine besondere Stärke des Bezirks, und darauf können sie alle richtig stolz sein“.  Er sprach über die großen Herausforderungen der Stadt, etwa das Wohnraumproblem und die Gesundheitsversorgung, und versprach, diese Themen entschlossen anzugehen. Hinterzimmerpolitik werde es mit ihm nicht geben – stattdessen wolle er im direkten Austausch mit den Menschen bleiben, Ideen aufnehmen und umsetzen. Zum Abschluss seiner Rede lud er alle Anwesenden zum persönlichen Gespräch ein.

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Auch unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel dankte Gerhard Richter und seiner Familie für ihr herausragendes Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit. Einrichtungen wie der Mitmach-Circus Mondeo, so Hikel, zeigten, „dass Neukölln vielfach anders ist, als Außenstehende es oft wahrnehmen.“ Das Engagement der vielen Ehrenamtlichen im Bezirk sei ein starkes Zeichen. Sie übernehmen Verantwortung, fördern den Dialog, bauen Brücken, leben Demokratie und Werte –  und begeistern andere für Neukölln. Sie überlassen den Bezirk nicht jenen, die Hass und Ausgrenzung säen, nicht Rechtsextremisten, die Autos von Demokraten anzünden und nicht jenen, die auf die Straßen gehen und den Antisemitismus feiern. In diesem Sinne dankte er den Anwesenden für ihr Engagement und wünschte den Besuchern des Empfangs anregende Gespräche. Den Reden folgte der Unterhaltungsteil mit gekonnten Hula-Hoop-Vorführungen von Kindern, Hochseil- und Hand-auf-Hand Akrobatik, sowie Kontaktjonglage mit roten, breiten „Sitzkissen. Dafür gab es langanhaltenden Applaus. Danach blieb noch viel Zeit für Gespräche bei leckeren Snacks, Bier, Wein und alkoholfreien Kaltgetränken.  

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Benda-Gedenken in Rudow: Konzert und Jubiläum der Freundschaft mit Prag 5

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Betreute den Empfang: SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein (re.)

Zum 230. Todestag des Komponisten Georg Benda luden die Freunde Neuköllns e. V. am 5. Oktober 2025 zu einem Konzert in die Dorfkirche Rudow ein. Bereits am Vortag fand im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde ein „Benda-Salon“ statt. Aufgeführt wurden das Melodram „Ariadne auf Naxos“ von Georg Benda und die 1. Symphonie in C-Dur von Franz Benda, dem Bruder Georgs. Zu den Konzertbesuchern zählten der tschechische Botschafter Jiří Čistecký, der japanische Benda-Forscher Nobuaki Tanaka sowie unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriela Gebhardt. Auch unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein war mit dabei, schlüpfte allerdings diesmal in die Rolle der Helfenden im Team „Armut eine Stimme geben“, das den festlichen Empfang nach dem Konzert liebevoll vorbereitete.

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Die Familie Benda stammt aus der böhmischen Stadt Benátky nad Jizerou und brachte seit dem 18. Jahrhundert zahlreiche Musiker und Wissenschaftler hervor. Ein Zweig der Familie um Robert von Benda ließ sich in Rudow nieder, besaß das ehemalige Rittergut und ist dort auf dem Friedhof in der Köpenicker Straße beigesetzt. Franz und Georg Benda gehören zu den bedeutendsten Vertretern der Familie. Franz Benda wirkte in Prag, Dresden, Warschau und schließlich am preußischen Hof Friedrichs des Großen. Georg Benda, 13 Jahre jünger, wurde Hofkapellmeister in Gotha und erlangte auch die Anerkennung von Wolfgang Amadeus Mozart, der seine Werke lobte. Bendas Entscheidung, in „Ariadne auf Naxos“ die deutsche Sprache zu verwenden, war damals ungewöhnlich und trug dazu bei, das Singspiel als deutschsprachige Opernform zu fördern. Das stand im Kontrast zur damaligen Praxis, schließlich wurden Singspiele in italienischer und französischer Sprache präsentiert, wobei Italienisch die Sprache der erhabenen Oper und des virtuosen Gesangs war, während Französisch für die höfische Eleganz und den gesellschaftlichen Tanz stand. Das Singspiel, eine Form der Oper mit gesprochenen Dialogen, wurde im 18. Jahrhundert zu einem wichtigen Element der aufklärerischen Volksbildung. Durch die Verwendung der deutschen Sprache wurde die Oper für ein breiteres, bürgerliches Publikum zugänglich und verständlich. So unterstützte die Entwicklung der deutschsprachigen Oper, wie sie Georg Benda förderte, den Aufstieg und die Emanzipation des Bürgertums, indem eine kulturelle Plattform geschaffen wurde, die nicht mehr nur dem Adel vorbehalten war. 

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Das Konzert des fabelhaften Prager Orchesters „Martinu Strings“ unter Jaroslav Sonski begeisterte die rund 150 Besucher mit einer eindrucksvollen Aufführung, die die ganze Dramatik der Liebesgeschichte in feinster Abstimmung mit dem gesprochenem Wort inszenierte. Die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des tschechischen Botschafters Jiří Čistecký und des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner stand, erinnerte zugleich an das 30-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft Berlin–Prag sowie an 20 Jahre Partnerschaft zwischen Neukölln und Prag 5 (Smíchov).

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Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Spendenübergabe an Thomas de Vachroi, Armutsbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg – oberschlesische Lausitz, für seine Initiative „Armut eine Stimme geben“. Elfriede Manteuffel, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Freunde Neuköllns, überreichte ihm einen Scheck über 500 Euro, der durch weitere Spenden auf 600 Euro aufgerundet wurde.

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Botschafter Čistecký lobte die Aufführung und betonte die enge kulturelle Verbundenheit zwischen Tschechien und Deutschland, die das Benda-Wochenende eindrucksvoll sichtbar machte. „Das Benda-Konzert in Rudow war weit mehr als ein wunderbarer musikalischer Abend: Es war ein Zeichen gelebter europäischer Freundschaft, getragen von Begegnung, Menschlichkeit und gegenseitigem Respekt“, hebt unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gebhardt hervor.

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„Warum sind Juden und Araber besonders gute Gastgeber?“ – Plakataktion gegen Antisemitismus in Neukölln gestartet

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Erhoffen sich positive Effekte durch die Kampagne: Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Carsten Ovens und die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion Peter Scharmberg und Gabriela Gebhardt (v.re.)

Mit der Bildungskampagne „Fragemauer“ leistet das „European Leadership Network“ (ELNET) seit Sommer 2023 einen Beitrag gegen Judenhass. Und der ist sichtbar: 2022 gab es 2.641 judenfeindliche Straftaten in Deutschland 2024 sogar 6.236. Allein in Österreich gab es 2024 1.520 antisemitische Vorfälle. Ziel der Initiative ist es, anonym eingereichte Fragen zu jüdischem Leben und Israel niedrigschwellig und verständlich zu beantworten – und damit Hass und Hetze mit Wissen zu begegnen. Bis zum 7. Oktober 2025 sind mehr als 1.000 Fragen beim Netzwerk eingegangen und werden fortlaufend beantwortet. Auch im Rathaus Neukölln und in den Bürgerämtern des Bezirks sind die Plakate der Bildungskampagne „Fragemauer“ seit dem 7. Oktober 2025 zu sehen.

Zum Auftakt der Kampagne in Neukölln bestückten Bezirksbürgermeister Martin Hikel und der Neuköllner Antisemitismus- und Queerbeauftragte, Carl Chung, zusammen mit Vertreter*innen des European Leadership Networks am späten Nachmittag des 7. Oktober 2025 den Rathaus-Schaukasten am Fußgängerüberweg an der Karl-Marx-Straße 83 mit Motiven der Kampagne. Den Kampagnenstart in Neukölln begleitet hatten unser stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriela Gebhardt und unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Peter Scharmberg.

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Der Antisemitismus- und Queerbeauftragte Carl Chung (li.) stellte die Kampagne ebenso vor.

Unser Bezirksbürgermeister begrüßt die Kampagne und stellt fest: „Jüdisches Leben ist in den letzten Jahren in Neukölln wieder erblüht, Restaurants, Treffpunkte, unsere erste öffentliche Chanukka-Feier zeugen davon. Und gleichzeitig ist das öffentliche Leben von Jüdinnen und Juden an manchen Ecken bedroht. Es darf in Neukölln, in Berlin, in Deutschland keinen Platz für Antisemitismus geben“. Um Antisemitismus zu bekämpfen brauche man „mehr Aufklärung mehr Wissensvermittlung und auch eine  unmissverständliche, klare Haltung und lautes Einstehen gegen jede Form von Antisemitismus“. Die Fragemauer trage dazu bei. Hikel hofft, dass mit der Kampagne Menschen mehr miteinander ins Gespräch kommen, statt übereinander zu reden. Carsten Ovens, CEO von ELNET dankte dem Berliner Senat, dem Bezirk Neukölln und insbesondere unserem Bezirksbürgermeister für die Unterstützung. „Wir hoffen dass wir damit Impulse geben können für mehr Miteinander, für weniger Hass. Und wie wir alle wissen, ist die Grundlage von Hass immer Unwissen und Unverständnis. Je mehr Brücken wir bauen, umso besser ist das Leben hier in Neukölln, in Berlin und auch überall in unserem Land“, so Ovens. Zum Schluss wies er darauf hin, dass es die drei in Neukölln gezeigten Plakatmotive auch im Postkartenformat gibt, ebenfalls an vielen Stellen im Bezirk ausliegen und auch digital verfügbar sind. Auch der SPD-Spitzenkandidat für die Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus 2026, Steffen Krach, begrüßt die Aktion: „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, uns schützend vor unsere jüdischen Freunde zu stellen und es ist unsere gemeinsame Pflicht in diesem Land, mit aller Konsequenz gegen jede Form von Antisemitismus vorzugehen“.

„Die Plakataktion ist ein weiterer wichtiger Teil unseres Kampfes gegen Antisemitismus und beispielgebend dafür, dass wir in unserem Bezirk keinerlei Diskriminierung dulden. Mit der Plakataktion setzen wir in Neukölln ein gutes Zeichen: für Wissen statt Vorurteil, für Miteinander statt Spaltung, für Menschlichkeit“, sagt unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gebhardt. 

Wer selber anonym eine Frage stellen möchte oder nach Antworten auf Fragen sucht zu Antisemitismus, zum jüdischen Leben, zu Israel und zur Religion, wird auf der Webseite der Kampagne fündig: https://fragemauer.de

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