Wo Gemeinschaft Wurzeln schlägt: Sommerfest in der KGA ‚Zur Windmühle‘

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Engagiert für Neuköllns Kleingartenanlagen: Der SPD-Fraktionsvize Peter Scharmberg mit Günter Gericke, Vorstand der KGA „Zur Windmühle“

Unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Peter Scharmberg setzt sich seit Jahrzehnten mit Herzblut für die Kleingartenanlagen (KGAs) Neuköllns ein. „Die Kleingartenanlagen sind für alle zugänglich, dienen den Bürgern als Naherholungsgebiete und bilden eine grüne Lunge im Stadtgebiet“, so Scharmberg. Auch in diesem Jahr besuchte er mehrere Sommerfeste der Neuköllner Kleingärtner*innen – eine gute Gelegenheit, in entspannter Runde zu erfahren, was die Kleingärtner bewegt. Am 2. August 2025 war er beim Sommerfest der Dauerkleingartenanlage „Zur Windmühle“ zu Gast, wo ihn der Vorstand, Günter Gericke, herzlich begrüßte.

Die KGA „Zur Windmühle“ mit heute 563 Parzellen blickt auf eine 93-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde sie am 24. Mai 1932, als der Reichsbund der Kleingärtner das brachliegende Ackerland des Gutes Britz für sogenannte Erwerbslosen-Kleingärtner pachten konnte. Die ausgewählten Bewerber erhielten 100 Mark als Reichsdarlehen, wovon sie Gartengeräte, Bauholz, einen Außenzaun, Brunnenmaterial und Gemeinschaftseinrichtungen finanzierten. In mühevoller Arbeit beseitigten die ersten Kleingärtner Unkraut und Wurzelgeflechte, bevor Beete angelegt werden konnten. Danach folgte die Wasserversorgung über Brunnen und ein Rohrnetz, später ergänzt durch den Anschluss an die Wasserwerke. Eine weitere Aufgabe war der Bau von Lauben, offiziell auf 24 Quadratmeter begrenzt – ein Maß, das angesichts der Notlage oft überschritten wurde.

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Die Gärten dienten der Selbstversorgung mit Obst, Gemüse und Kleintieren. „Für die Kinder, die mit ihren Eltern der Not entkamen, war die natürliche Umgebung ein Segen. Sie wuchsen mit Licht, Sonne und frischer Luft auf“, heißt es in der Jubiläumsbroschüre zum 75-jährigen Bestehen. Doch die Anfänge waren nicht frei von Problemen: Schon 1934 entstand ein Fehlbetrag von 3000 Mark, und auch der Zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren – 1943 zerstörten Bomben das Vereinsheim und 40 Lauben. In Eigeninitiative wurde das Vereinsheim 1952–54 wiederaufgebaut, und mit den Jahren verschönerten die Mitglieder ihre Lauben, Gärten und den Festplatz.

Auch die Geselligkeit blühte auf: Ein Skatklub („Fidele Windmühle“) und ein Kinderchor wurden gegründet, es gab Sängerfeste und später einen Musikpavillon. Belastend waren jedoch die Planungen zur Bundesgartenschau, aus der 1985 der Britzer Garten entstand. Ursprünglich sollten 160 Parzellen weichen, nach zähen Verhandlungen waren es 16. 1981 wurde die Anlage zur Dauerkleingartenanlage erhoben. Seit 2001 führt ein gemeinnütziger Verein die KGA „Zur Windmühle“ – auch das Sommerfest 2025 war seinem Engagement zu verdanken: mit selbstgebackenem Kuchen, DJ-Musik, einem Marsch der Bannerabordnungen, einem Konzert der „Freien Spielleute Berlin-Neukölln 1920 e.V.“ sowie kreativen Angeboten für Kinder und Erwachsene.

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Trotz hoher Nachfrage nach Kleingärten, die in der Coronazeit ihren Höhepunkt erreichte, gibt es noch Chancen auf einen Kleingarten: Am 2. Oktober 2025 um 18 Uhr findet im Saal der Kleingartenanlage im Hüfnerweg 4 ein Bewerbertag statt. Nähere Informationen stehen auf der Homepage www.kolonie-zurwindmuehle.de. Bewerber auszuwählen ist jedoch nur eine von vielen Aufgaben der Kleingartenvorstände. Sie müssen auch zahlreiche rechtliche Fragen klären – oft in Zusammenarbeit mit Landes- und Bezirksvertretungen. „Eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Zeit und ein hohes Maß an Diplomatie erfordert“, betont Scharmberg. Er würdigte zudem die Unterstützung des Bezirksbürgermeisters Martin Hikel, der 2021 gemeinsam mit dem Bezirksverband der Kleingärtner die Broschüre „Bauen in Kleingärten“ auf den Weg brachte. Sie bietet Kleingärtnerinnen Sicherheit, Transparenz und die Gewährleistung von Gleichbehandlung bei Baufragen. Für Scharmberg ist dies ein gelungenes Beispiel fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen Politik, Bezirk und den Kleingärtnerinnen.

„Ich freue mich, dass sich unsere SPD dieser Verantwortung stellt – ob auf Bundes-, Landes-, Bezirks- oder lokaler Ebene – und den engen Kontakt zu den Kleingärtner*innen pflegt. Schließlich haben wir gerade in den Großstädten ein hohes Gut zu schützen, das allen in der Gesellschaft Segen bringt.“