Sehenswerte Ausstellung zur Gropiusstadt beim Rudower Heimatverein

Sehenswerte Ausstellung zur Gropiusstadt beim Rudower Heimatverein 1
Sahen eine liebevoll kuratierte Ausstellung: Kultur-Stadträtin Karin Korte (4.v.li.), SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein (2.v.re.), Fraktionsvize Peter Scharmberg (li.) und Michael Morsbach (3.v.li.) mit Mitgliedern des Rudower Heimatvereins

Gemeinsam mit unserem Bezirksbürgermeister Martin Hikel besuchten unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein und ihr Stellvertreter Peter Scharmberg am 04. Mai nach der Eröffnung der Rudower Meile die neue Ausstellung des Rudower Heimatverein. Eineinhalb Stunden zuvor war auch unsere Stadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport, Karin Korte zusammen mit Klein, Scharmberg und unserem Bürgerdeputierten Michael Morsbach vor Ort und eröffnete die Ausstellung.

Noch bis zum 26. Mai zeigt der Rudower Heimatverein in seinen Räumen in Alt-Rudow 60 auf dem Gelände der Alten Dorfschule Rudow die Ausstellung „Gropiusstadt“ und gibt damit Einblick in den Wandel der Siedlung, die einst als Großsiedlung Berlin-Britz-Buckow-Rudow (BBR) geplant wurde. Statt kreisrunder Baukörper, ähnlich der Hufeisensiedlung, mit dazwischenliegenden überschaubaren Wohnvierteln, Einfamilienhaussiedlungen mit Geschäftszentren, großen Grünflächen und U-Bahn-Anbindung, entstand auf den Feldern des Gebietes eine von Hochhäusern dominierte Siedlung.

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Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 mussten aufgrund des absehbaren Mangels an Wachstumsflächen in den Außenbereichen der Stadt, die Pläne aus der Zeit Ende der 50er Jahre verworfen werden. Ursprünglich geplant waren 14.500 Wohneinheiten, dann wurden es 19.000 Wohneinheiten auf 264 Hektar. Bereits in der Planungsphase herrschte eine große Dynamik. So wurden in der Zeit, als der renommierte Bauhaus-Architekt Walter Gropius dies noch ganz in den Händen hielt, dessen Pläne vom Land Berlin vielfach geändert. Wie andere Großsiedlungen mit Hochbauten, hatte die Siedlung Ende der 70er Jahre ein negatives Image, obgleich das Anfangs nicht nicht so war, weil hier modern gebaut wurde. Mit dem biografischen Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, in dem das Leben der damals drogenabhängigen Christiane Felscherinow in der Gropiusstadt geschildert wird, wurden  Hochhaussiedlungen per se auf den Prüfstand gestellt. Ins Auge des Betrachters gerieten Hochhaussiedlungen wie die Gropiusstadt als soziale Brennpunkte und bekamen ein negatives Image. Auch das führte dazu, dass ab den 80er Jahren ganz allgemein in Deutschland und eben auch in die Gropiusstadt investiert wurde, um insbesondere mit Verbesserungen im Grünbereich die Wohnlagen aufzuwerten. Der Wandel in der Großsiedlung ging auch in den 90er Jahren weiter. 1999 wurden die zu einem Mega-Einkaufszentrum umgebauten Gropius-Passagen eröffnet. Bis heute haben sie mit einem vielfältigen Angebot an Shopping-Möglichkeiten nicht an Attraktivität eingebüßt.

Auch gegenwärtig erlebt die Gropiusstadt einen spürbaren Wandel, etwa mit Neubauten als Nachverdichtungen, dem Campus Efeuweg als umfassende Bildungslandschaft und dem seit Jahren laufenden Projekt „Stadtgrün“ in der Gropiusstadt, das die grüne Infrastruktur im Blick hat und verbessert. „Die Sanierung Gropiusmeile zwischen Wutzkyallee und Lipschitzallee für über 10 Millionen Euro haben wir deshalb stark vorangetrieben, damit die Wege wieder für alle gut passierbar sind und die Aufenthaltsqualität zwischen hochwertigen Grünanlagen auch spürbar bleibt. Die anhaltende Trockenheit der letzten Jahre hat unseren Grünanlagen allerdings übel mitgespielt. Deshalb arbeiten wir in Pilotprojekten an smarten Lösungen zur Bewässerung und achten auf hitzeresistente Pflanzen bei Neupflanzungen“, kommentiert unser Bezirksbürgermeister Hikel diese Maßnahmen. Auch diese Neuentwicklungen macht die Ausstellung beim Heimatverein sichtbar. Hinzu kommt, dass die westliche und nördliche Gropiusstadt zum Modellprojekt für ein energetisches Quartierskonzept ausgewählt wurde. Dies, weil sie sich nach 50 Jahren in einer Umbruchphase befindet und der Wohnbestand der Modernisierung und Sanierungsbedarf oder mitunter auch der Umnutzung und Ergänzung, um auf den Stand eines modernen Quartiers zu kommen, das den ambitionierten Klimazielen Berlins gerecht wird.  Die Ausstellung „Gropiusstadt“ gibt mit Bildern, Dokumenten und umfangreichen Informationen Einblick in die  Geschichte der Gropiusstadt, die bislang alle Umbrüche gut überstanden hat und gegenwärtig von viel Grün umgeben ist, so wie sich das Walter Gropius einst wünschte. Ein Vortrag und ein geführter Rundgang durch die Gropiusstadt ergänzen die Ausstellung und bieten den Besuchern der Ausstellung die Möglichkeit, ihr Bild von der Siedlung weiter zu schärfen.  

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„Die Ausstellung gibt einen guten Einblick in die Entwicklung der Gropiusstadt bis heute.  Man begibt sich auf eine spannende Zeitreise mit vielen Erinnerungen. Herausforderungen wie etwa die Bewältigung  großer Wohnungsnot, gab es schon damals. Die Ausstellung ist einen Besuch wert. Danke an alle die daran mitgewirkt haben.“

107. Ausstellung des Rudower Heimatverein Gropiusstadt

Eröffnung:   Bis 26. Mai
Öffnungszeiten: samstags und sonntags  von 10.00 – 16.00 Uhr
Ort: Räume des Heimatvereins auf dem Hof der Alten Dorfschule Rudow in Alt- Rudow 60.

Sonntag, 26.05.24 um 14.00 Uhr
Vortrag zur Gropiusstadt in der Seniorenfreizeitstätte in Alt-Rudow 60.

Sonntag, 02.06.24, 13.30 Uhr
Rundgang durch die Gropiusstadt (Treffen am U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee) 

Für den Vortrag und den Rundgang ist eine Anmeldung erforderlich unter: 030 / 664 39 26.

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