Sechs Bürger wurden mit der Ehrennadel 2019 ausgezeichnet

Sechs Bürger wurden mit der Ehrennadel 2019 ausgezeichnet 1
v.li 1. Reihe: Elfriede Lanske, Holger Kratzat, Michael Freiberg, Dr. Ingrid Munk, Renate Bremmert, Beate Storni, Heinz Ostermann
          2. Reihe: Sportstadträtin Karin Korte, Stadtrat Bernard Eberenz, Lars Oeverdieck, Derya Caglar MdA, Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Fritz Felgentreu MdB, Stadtrat Jochen Biedermann.

Auf Schloss Britz haben am 14. Dezember Renate Bremmert,  Heinz Ostermann, Dr. Ingrid Munk, Beate Storni, Michael Freiberg und Holger Kratzat die Neuköllner Ehrennadel erhalten. Es handelt es sich um die höchste Ehrung des Bezirks Neukölln an Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderer Weise um den Bezirk verdient gemacht haben. „Es ist eine große Ehre und Freude, Menschen die Ehrennadel unseres Bezirks zu verleihen. Sie sind Neuköllner Leuchttürme, Vorbilder, sie sind Botschafterinnen und Botschafter unseres Bezirks. Sie bereichern unsere Kieze und machen Neukölln noch lebenswerter. Dafür danke ich ihnen herzlich“, betonte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD),  der in einem feierlichem Rahmen mit dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Lars Oeverdieck und seiner Stellvertreterin Ute Lanske empfing.  Zu den Gästen der Veranstaltung zählten auch die Fraktionsvorsitzende der Neuköllner SPD, Cordula Klein, die SPD Bezirksverordneten Eugen Kontschieder und Eva Marie Schoenthal sowie Derya Caglar, MdA (SPD) und der SPD Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu.
Dr. Ingrid Munk ist seit 2007 Chefärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Vivantes Klinikum Neukölln. Während ihrer langjährigen Tätigkeit hat sie umfassend dazu beigetragen, dass sich die Lebensumstände von psychisch erkrankten Menschen in Neukölln deutlich verbessert haben. Dazu gehört ihr Einsatz für passgenaue Betreuungs- und Wohnformen für Patienten im Anschluss an den stationären Aufenthalt. So hat sie maßgeblichen Anteil an innovativen Wohnprojekten für schwer erkrankte Wohnungslose in Neukölln. Nicht zuletzt hat Dr. Munk einen erheblichen Anteil an dem bald eröffnenden Neubau der psychiatrischen Station im Klinikum Neukölln, der die Versorgung der Patienten verbessern wird.

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Renate Bremmert gehört zu den Mitbegründerinnen des Vereins „Alte Dorfschule Rudow“, der die Alte Dorfschule zu einem florierenden Kulturzentrum im Süden des Bezirks ausgebaut hat. Dort finden heute zahllose Veranstaltungen und Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene statt. Jahrelang hat Renate Bremmert in der Dorfschule vielbeachtete Matinees organisiert. Zugleich hat sie die Dorfschule in das jährliche Literaturfestival „Rudow liest“ einbezogen. Renate Bremmert ist darüber hinaus aktiv in zivilgesellschaftlichen Bündnissen in Rudow. Bremmert, die von 1986 bis 2003 erste Frauenbeauftragte im Bezirksamt Neukölln war, verhalf während ihrer langen Wirkungszeit dem Amt der Frauenbeauftragten auch über Berlin hinaus zu Anerkennung und Akzeptanz.

Beate Storni ist Neuköllnerin durch und durch. Seit bald vier Jahrzehnten engagiert sie sich ehrenamtlich im Bezirk – sei es als Vorsitzende des Bezirkselternausschusses, als Vorstandsmitglied im Verein „Haus 104 Tempelhofer Feld“ oder im Quartiersrat Schillerkiez. Wie kaum jemand kennt sie den Schillerkiez, in dem sie schon zur Grundschule ging und in dem sie bis heute in unzähligen Projekten aktiv ist. Besonders als Mitglied im Quartiersrat hat sie nachbarschaftliche Strukturen aufgebaut und damit die Grundlage für den Dialog miteinander und gemeinsame Aktivitäten gelegt. Sie bringt Anwohner, Initiativen und Verwaltung zusammen, baut Brücken und stärkt so den sozialen Zusammenhalt im Kiez.

Heinz Ostermann führt seit mittlerweile 12 Jahren die Buchhandlung „Leporello“ in Rudow und organisiert seit acht Jahren die berlinweit einmalige Veranstaltung „Rudow liest“. Dabei finden an einem Wochenende im März in Läden, Geschäften, Kirchen und Kultureinrichtungen in Rudow Lesungen mit Autorinnen und Autoren statt. Die Lesefestival-Reihe hat folgerichtig dazu geführt, dass die Buchhandlung von Ostermann vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels als „ausgezeichneter Ort der Kultur“ auserwählt wurde. So hat die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters in Hannover die Rudower Buchhandlung Leporello am 31. August  2017  als „Hervorragende Buchhandlung“  Deutschlands ausgezeichnet. Heinz Ostermann ist darüber hinaus zivilgesellschaftlich im Süden Neukölln ehrenamtlich aktiv und setzt sich ein für ein friedliches Neukölln ohne Rassismus und Ausgrenzung ein. Trotz Einschüchterungsversuchen durch Rechtsextremisten setzt er sich unermüdlich gegen Diskriminierung in seinem Stadtteil mit der von ihm am 2. März 2018 gegründeten Initiative „Rudow empört sich“ ein. Michael Freiberg hat sich vor allem als erster Vorsitzender des Freilandlabors Britz e.V. einen Namen gemacht. Der Verein hat sich der Umweltbildung im städtischen Raum verschrieben. Für alle Altersgruppen bietet er  Einblicke in Naturphänomene – von den Entdeckertouren für Kitas über Pilzberatungen und Vögelbeobachtungen für Familien bis hin zu Veranstaltungen für Senioren. Das Freilandlabor ist mit mehreren festen Standorten am Britzer Garten auch auf dem Tempelhofer Feld präsent.

Holger Kratzat ist nach einem schweren Unfall seit über 30 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit 2013 ist er als Rollstuhlfechter aktiv – und wurde 2015 auf Anhieb Deutscher Meister. In den Folgejahren wurde er Vize-Meister; 2018 wurde er Deutscher Meister im Degen. Derzeit bereitet er sich auf die Paralympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr vor. Holger Kratzat, der im Diakoniehaus Britz lebt, ist aber nicht nur ein beeindruckendes Vorbild für Menschen mit einer Behinderung, sondern ganz selbstverständlich im Kiez unterwegs – bei ehrenamtlichen Reinigungsaktionen im Kiez genauso wie in der Tee- und Wärmestube Neukölln.
Anschließend lud Bezirksbürgermister Hikel die zu Ehrende mit ihren Freunden und die anwesenden Gäste zu Speis und Trank in den Ochsenstall ein und verlieh damit dem Abend besondere Würde.