Riesen-Preisschilder gegen Sperrmüll

Unser Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat am Montag dem 09. August in Begleitung der Neuköllner SPD Verordneten Marina Reichenbach und Wolfgang Hecht im Schillerkiez überdimensionierte Preisschilder auf abgestellten Sperrmüll geklebt. Der Grund: In keinem Berliner Bezirk wird mehr Sperrmüll und Elektroschrott auf der Straße illegal entsorgt als in Neukölln. Mit der Aktion will das Bezirksamt auf die hohen Kosten für illegal entsorgten Müll im Straßenland hinweisen. „Wenn Einzelne ihren Müll auf der Straße abstellen statt zur BSR zu fahren, zahlt das am Ende die Allgemeinheit“, so unser Bezirksbürgermeister. „Jahr für Jahr kostet uns der Müll auf den Neuköllner Straßen über eine Million Euro, die ich lieber in Schulen, Spielplätze oder unsere Parks investieren möchte. Sperrmüll gehört auf den Recyclinghof oder kann zu einem unserer Sperrmüllmärkte gebracht werden“, erklärt Hikel. Er sei es leid, dass einige wenige die ganze Nachbarschaft mit ihrem Müll drangsalieren, sagte er den zahlreich erschienenen Pressevertreter*innen.

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Martin Hikel mit Preisschild

Die Preisschilder machen in vier verschiedenen Sprachen – neben Deutsch auch Englisch, Türkisch und Arabisch – auf die reellen Kosten aufmerksam, die durch illegal abgestellten Müll entstehen. Tatsächlich berechnet die BSR, die vom Bezirk mit der Entsorgung beauftragt wird, die entsorgten Mengen in Kubikmetern. Bei den auf den Preisschildern angegebenen Kosten von 375 Euro handelt es sich um den berechneten Wert, der bei der Entsorgung einer Sperrmüllhalde mit Matratze, Kühlschrank und Fernseher entsteht. Tatsächlich berechnet die BSR, die vom Bezirk mit der Entsorgung beauftragt wird, die entsorgten Mengen in Kubikmetern. Die SPD Bezirksverordnete Marina Reichenbach begrüßt die Aktion: „Diese riesigen Müllberge sind wirklich ein Problem. Wenn ich beispielsweise mit meinem Kind durch die Straßen laufen möchte, muss ich nicht nur auf den Verkehr achten, sondern auch noch den Müll-Slalom bewältigen“, klagt sie. Und Wolfgang Hecht ergänzt: „Es ist eine gute Idee, den Leuten direkt zu zeigen, wie teuer die Entsorgung illegalen Mülls ist. Ich halte es für wichtig, dass in Abständen Tausch- und Spenglermeister durchgeführt werden“.

Hintergrund: Im Jahr 2020 hat die BSR 10.745 Kubikmeter Sperrmüll und Elektrogeräte in Neukölln entsorgt. Das Ordnungsamt hat gleichzeitig 14.035 Müllmeldungen bearbeitet – beides ein neuer Rekord. Um illegalen Müll zu vermeiden, hat das Bezirksamt sechs so genannte Kiezhausmeister damit beauftragt, in Kiezen rund um Müllentsorgung zu informieren und zu beraten. Sie organisieren Sperrmüllmärkte, Putzaktionen im Kiez und verleihen kostenlos Lastenräder für den Weg zum Recyclinghof. Das Neuköllner Ordnungsamt wiederum kontrolliert darüber hinaus auch in „zivil Hotspots“, an Orten also, an  denen häufig illegal Müll entsorgt wird .

Gleichzeitig appelliert das Bezirksamt an alle Neuköllnerinnen und Neuköllner, noch stärker die App „Ordnungsamt Online“ zu nutzen, die man sich einfach auf sein Smartphone downloaden kann. Mit Hilfe der App können Sperrmüllablagerungen rasch an das Bezirksamt gemeldet werden. Diese werden dann an die BSR weitergeleitet und zeitnah entsorgt.