Richtfest am Alten Krug: Das historische Wirtshaus wird gerettet

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Feierten die gelungene Sanierung: Eigentümerin Jasmin Plantikow (2.v.re.) mit Senatorin Franziska Giffey, Bezirksbürgermeister Martin Hikel und SPD Vize-Fraktionsvorsitzendem Peter Scharmberg (v.li.)

„Ein riesiger Meilenstein ist geschafft! Unser Dach ist komplett fertig gedeckt und wir können es selbst noch kaum glauben.“ Mit diesen Worten beschrieben die Wirtsleute des Alten Krug den Stand der Sanierungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude. Nach Wochen und Monaten voller Baustellenstaub, Sorgen und harter Arbeit konnte am 10. Juli Richtfest gefeiert werden.

Was ursprünglich als vergleichsweise einfache Dachsanierung geplant war, entwickelte sich nach dem Öffnen der Konstruktion zu einer aufwendigen Rettungsaktion. Massive Schäden am Dachstuhl, an Deckenbalken und der Holzkonstruktion machten ein vollständiges Umdenken erforderlich. Für Eigentümerin Jasmin Plantikow und die Wirtsleute Sarah und Deniz Ekmek war die Nachricht zunächst ein Schock. Die tatsächliche Tragweite der Schäden zeigte sich nach dem Rückbau des Daches durch die Rudower Traditionsfirma PH Dachbau. Das Unternehmen, das auf eine 38-jährige Firmengeschichte zurückblicken kann, verfügt auch über Erfahrung mit Arbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden. Nach dem Entfernen der bestehenden Dacheindeckung und der Innenverkleidung sowie der Aufnahme des äußeren Fußbodenbereichs kamen erhebliche Schäden zum Vorschein, die vor dem Rückbau nicht erkennbar gewesen waren. Die Deckenbalken waren über Jahrzehnte verfault und zusätzlich durch früheren Schädlingsbefall massiv geschwächt worden. Die Tragfähigkeit der Konstruktion und damit die Statik des Gebäudes waren nachhaltig beeinträchtigt. Die Folgen waren gravierend: Der gesamte Fußboden der ersten Etage musste zurückgebaut werden, ebenso die Zwischenwände. Zahlreiche tragende Deckenbalken mussten verstärkt oder vollständig ersetzt werden. Damit war ein tiefgreifender Eingriff in die Gebäudestruktur notwendig, um den Alten Krug als historisches Gebäude erhalten zu können. Dabei wurde bewusst nicht alles durch neue Bauteile ersetzt. Erhaltenswerte Deckenbalken und historische Hölzer wurden gesichert und in eine neue Tragkonstruktion integriert. Auch alte Dielen konnten, soweit möglich, wiederverwendet werden, berichtete Johann Hertlein von PH Dachbau in seiner Rede zum Richtfest. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass sämtliche baulichen Veränderungen an dem Baudenkmal eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden mussten. Nach Angaben der Beteiligten funktionierte diese Zusammenarbeit ausgesprochen gut. Notwendige Entscheidungen konnten teilweise innerhalb weniger Tage getroffen werden, sodass die Arbeiten zügig fortgesetzt werden konnten. Zeitweise waren bis zu 18 Handwerker gleichzeitig auf der Baustelle im Einsatz.

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Eigentümerin Jasmin Plantikow schilderte in ihrer Rede zum Richtfest, dass die Familie nach der Feststellung der Schäden zunächst vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe gestanden habe. Trotz der erheblich gestiegenen Kosten habe sie sich bewusst dafür entschieden, das denkmalgeschützte Gebäude zu retten. Ihr Dank galt den beteiligten Handwerksbetrieben, Planern, Behörden, Förderern, Unterstützern und ihrer Familie. Besonders hob sie die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die schnellen Entscheidungswege und das Engagement der Rudower hervor. Das Richtfest sei deshalb vor allem ein „Tag des Dankes“ an alle Beteiligten, betonte Plantikow.

Unter den Gästen waren auch Vertreter der Neuköllner Verwaltung, darunter Jens Rieser, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde, sowie der Ingenieur und Statiker Jens Quittenbaum von der Quittenbaum Bauingenieure GmbH. Auch Mitglieder der AG Rudow nahmen an der Feier teil.

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Unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie unsere Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe Franziska Giffey nahmen ebenfalls als Gäste am Richtfest teil und würdigten die Sanierung als wichtigen Beitrag zum Erhalt eines bedeutenden Rudower Wahrzeichens. Der Alte Krug bleibe damit als historischer Treffpunkt und gastronomischer Mittelpunkt des Ortsteils für kommende Generationen erhalten. Auch unser stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Scharmberg war als Gast vor Ort. „Der Alte Krug ist weit mehr als ein historisches Gebäude. Er gehört zur Identität Rudows und ist für viele Menschen ein Ort, mit dem sie persönliche Erinnerungen verbinden. Deshalb ist es eine großartige Nachricht, dass trotz der unerwartet schweren Schäden entschieden wurde, dieses denkmalgeschützte Haus zu erhalten. Das Richtfest zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Eigentümer, Handwerk, Behörden und die Rudower Bürgerschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich freue mich darauf, wenn hier bald wieder Gäste einkehren können und der Alte Krug seine Rolle als Treffpunkt im Herzen Rudows übernimmt“, betont Scharmberg.

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Peter Scharmberg wurde von unserem Bürgerdeputierten Andreas Domann (li.) begleitet

Nach den Richtfestreden wurde gemeinsam mit Snacks und Kaltgetränken sowie Kaffee und Kuchen gefeiert. Unter den Gästen waren auch Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins für den Alten Krug, darunter Jutta Kendzia, Heidi Sander und Brigitte Gloeden. Auch der Rudower Heimatverein war mit dem Ehepaar Ziemer vertreten.

Aktuell gibt es eine weitere gute Nachricht: Für September planen die Wirtsleute die Rückkehr in das Restaurant. Bis dahin werden die Gäste weiterhin im Pop-up-Biergarten „Zum offenen Dach“ auf dem Hof des Alten Kruges begrüßt. Das Angebot ist dort zwar kleiner als im regulären Restaurantbetrieb, bietet aber dennoch eine abwechslungsreiche Auswahl. Neben Getränken stehen unter anderem Königsberger Klopse, Fischbrötchen aus der eigenen Hofräucherei mit Stremellachs oder Forelle sowie Currywurst auf der Speisekarte.

Wer sich für den Erhalt des Denkmals engagieren möchte, kann sich zudem dem Förderverein für den Alten Krug anschließen.

Die Geschichte der Sanierung zeigt einmal mehr, was den Rudower Kiez auszeichnet: Der Alte Krug ist damit nicht nur ein Stück Baugeschichte, sondern auch ein Beispiel dafür, wie gelebte Solidarität zum Erhalt eines Stücks Rudower Identität beitragen kann.

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