
In der Sonnenallee 47–49 steht derzeit eine neue Unterkunft für Geflüchtete zur Verfügung. Hier sollen ab 1. September 290 Personen untergebracht werden. Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten rechnet damit, dass die Unterkunft bis Ende September voll belegt sein wird. Im Vorfeld der neuen Unterkunft hatte das LAF zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Gekommen waren interessierte Anwohner, aber auch Mitglieder bekannter örtlicher Sozialeinrichtungen. So waren Integrationslotsinnen, die Mobile Stadtteilarbeit des Nachbarschaftsheims Neukölln, die an der Adresse befindliche psychosoziale Tagesklinik von Vivantes sowie die Polizei präsent.
Bevor die Besucherinnen zu einem Rundgang durch die Einrichtung gebeten wurden, begrüßten unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie Felix Frenzel, Abteilungsleiter für den Bereich Unterkunft beim LAF, die zahlreich erschienenen Besucher*innen und sprachen auf der großen Wiese im Hinterhof des Gebäudes einleitende Worte. Hikel hob in seiner Rede hervor, dass sich unser Bezirk mit seinen Regelstrukturen um die Menschen, die hier ankommen, kümmern wird, „damit Integration, Teilnahme und eine gute Nachbarschaft möglich werden“. In diesem Zusammenhang begrüßte er auch die anwesenden Mitarbeiterinnen der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Manege, die in der Rütlistraße ansässig ist. Unser Bezirksbürgermeister wird sich für die Stärkung dieser Regelstrukturen einsetzen.
Frenzel gab einen Überblick über die Anzahl der Unterkünfte für Geflüchtete in der Stadt und hob hervor, dass derzeit sieben Unterkünfte geschlossen werden, darunter die Notunterkunft in Tegel, in der die Container weichen, damit ein neues Ankunftszentrum errichtet werden kann. Auf der anderen Seite werden neun Unterkünfte, verteilt auf mehrere Bezirke, entstehen. Frenzel wies ebenso darauf hin, dass sich Anwohnende, wenn sie Bedenken haben, gerne an die zukünftige Leitung der Einrichtung wenden können. Ferner gäbe es als Ansprechpartner*innen Ehrenamtsbeauftragte, die das Gespräch mit Menschen führen, die sich engagieren möchten. Außerdem sei ein Sicherheitsdienst vor Ort.

Man brauche weitere Unterkünfte für Geflüchtete, weil immer noch Tausende Menschen in Notunterkünften untergebracht seien. Außerdem sei bezahlbarer Wohnraum knapp; es gelte, Obdachlosigkeit zu verhindern, so Frenzel. Eine eigene Wohnung zu finden, sei für Ukrainer*innen, die sofort das Recht dazu hätten, sehr schwierig, so das LAF.
In die neue Unterkunft in der Sonnenallee sollen nun Familien und Einzelpersonen einziehen, die vor dem Bombenterror Russlands aus der Ukraine geflohen sind. Gerade für ältere Menschen sei die Einrichtung, die zuvor ein Seniorenheim des Diakoniewerks Simeon gewesen war, gut geeignet. Sie ist barrierefrei zugänglich und verfügt über einen Fahrstuhl mit geeigneter Eingangsbreite. Wohnen werden die 290 Bewohner*innen in 2er- und 3er-Zimmern, die auf sechs Etagen angelegt sind. Zimmer können auf Bedarf auch für Familien ausgelegt werden. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum, kleinere gibt es auf jeder Etage. Dort befinden sich auch Gemeinschaftsbäder und -küchen, sodass sich die Menschen selbst versorgen können. Die Küchen sind mit drei Kochherden ausgestattet, und eine Vielzahl der Zimmer verfügt über eigene Sanitärräume. Die Zimmer sind sehr schlicht eingerichtet: mit Bett, Schrank und einem Tisch mit Stühlen.

Neben unserem Bezirksbürgermeister machten sich auch unser Bezirksverordneter Michael Morsbach sowie unsere Bürgerdeputierte Viktoria Gabrysch beim Rundgang ein Bild von der Unterkunft. „Wir freuen uns, dass Neukölln hier unterstützen kann und gleich mehrere Standorte dezentral in unserem Bezirk eröffnet werden. Die Menschen haben nun die Chance, mit Selbstversorgung ein neues Leben in Deutschland beginnen zu können. Wir freuen uns ebenso, den Austausch und das Zusammenleben aktiv begleiten zu können“, sagt Gabrysch.
Den Austausch begleiten will auch das Quartiersmanagement Donaustraße-Nord. Es plant für den 10. September einen Stammtisch für Menschen, die die neuen Bewohner in der Sonnenallee unterstützen möchten. Näheres dazu soll demnächst auf der Webseite des Quartiersmanagements unter https://www.donaustrasse-nord.de bekanntgegeben werden.
Wer sich freiwillig für Geflüchtete engagieren will, findet die nötigen Informationen dazu auf der Webseite des LAF unter https://www.berlin.de/lfg-b/freiwilliges-engagement

