
Mehr Platz, mehr Barrierefreiheit und mehr Möglichkeiten für die Nachbarschaft: Der Nachbarschaftstreff Schillerkiez in der Mahlower Straße 27 hat nach einer grundlegenden Renovierung am 11. September seine Wiedereröffnung gefeiert. Möglich wurde die umfassende Renovierung durch finanzielle Mittel aus dem „Programm Soziale Infrastrukturmaßnahmen in Quartieren auch außerhalb von Städtebaufördergebieten“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.
Zu den Gästen der Feier zählten unter anderem unsere Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, sowie unser Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Stephan Machulik. Zur Wiedereröffnungsfeier gekommen waren auch unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, unser Bezirksverordneter Michael Morsbach sowie unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, unsere Bezirksbürgermeisterkandidatin Janine Wolter. Sie wurden vom Vorsitzenden des Vereins Nachbarschaftsheim Neukölln, Thomas Licher, begrüßt. Er würdigte die gute Zusammenarbeit mit den Senatsverwaltungen und dem Bezirk. Danach hatte Cansel Kiziltepe das Wort und hob hervor, dass sie froh sei, dass man verhindern konnte, dass die Mittel für Statteilzentren wie dem Nachbarschaftstreff bei den vergangenen harten Haushaltsberatungen gekürzt werden. Schließlich seien „Investitionen in diesem Bereich Investitionen in die Menschen, in die Nachbarschaft“. Stadtteilzentren seien „Orte der Begegnung, des Austausches“, die Unterstützung und Beratung bieten und den Zusammenhalt in Berlin stärken. Solche Orte seien „weit mehr als nur Räume. Sie sind Treffpunkte, Ideenwerkstätten und manchmal auch ein zweites Wohnzimmer für die Nachbarschaft“. Zum Schluss ihrer Rede dankte Kiziltepe den vielen engagierten Mitarbeitenden.

Das Ziel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sei es, „dafür Sorge zu tragen, dass Quartiere aktiv sind, dass sie lebendig werden und dass die Menschen miteinander in Kontakt treten“. Für dieses Ziel arbeite man mit mehreren Senatsverwaltungen zusammen, erklärte unser Staatssekretär Machulik und freute sich, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die finanziellen Mittel für die Neugestaltung der nun barrierefreien Räume des Nachbarschaftstreffs in Höhe von 185.000 Euro bereitstellen konnte. Dadurch, dass „der Träger und der Hauseigentümer kollegial und zielorientiert zusammenarbeiteten, ist in einem dicht besiedelten Kiez ein richtiges Juwel für Nordneukölln entstanden“, so Machulik.
Den Nachbarschaftstreff im Schillerkiez gibt es bereits seit 2014. Entstanden ist er ursprünglich auf Initiative von Bewohner*innen und durch Unterstützung des Quartiersmanagements Schillerkiez. Heute ist der Treff als Mehrgenerationenhaus einer von zehn Standorten des Nachbarschaftsheims Neukölln e. V. Seit mehr als zehn Jahren bietet er Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Hintergründen Raum für Begegnung, Austausch, gemeinsame Aktivitäten und nachbarschaftliches Engagement.

Bei der Renovierung stand von Anfang an die Frage im Mittelpunkt: Was braucht die Nachbarschaft? Um das zu ermitteln, wurde vor Beginn der Bauarbeiten eine digitale Umfrage in fünf Sprachen durchgeführt. In einem Workshop konnten alle Interessierten im Beteiligungsverfahren ihre Wünsche, Ideen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Auch danach blieb die Beteiligung offen: Über mehrere Wochen hingen in den Räumen Plakate, auf denen Besucherinnen und Besucheraufschreiben oder aufmalen konnten, was sie sich für die zukünftigen Räume wünschen. Darüber hinaus wurde die Planung von fachlichen Beratungen zur Barrierefreiheit begleitet. Der Blinden- und Sehbehindertenverband Berlin beriet den Treff zu den besonderen Anforderungen für Menschen mit Sehbehinderungen. Das Inklusive Queere Zentrum (IQZ) führte einen Barrierecheck durch und gab weitere wichtige Impulse für eine möglichst zugängliche und inklusive Gestaltung der Räume. „Gemeinsam mit der Architektin Dea Kaker Štrucl und ihrer Kollegin Morgan Kerry wurden die Anregungen aus der Nachbarschaft und die fachlichen Empfehlungen geprüft und – im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets – in die Planung und Umsetzung einbezogen“, freut sich die Leiterin des Nachbarschaftstreffs Schillerkiez, Juliette Cellier. Das Ergebnis zeigt sich in vielen konkreten Veränderungen: Die Küche wurde deutlich vergrößert und funktionaler gestaltet und kann nun auch als eigenständiger Raum genutzt werden. Das Bad ist jetzt auch mit Elektrorollstühlen befahrbar. Neue Akustikpaneele helfen dabei, den Schall im Gruppenraum zu reduzieren und damit auch die Belastung für die Nachbarschaft zu verringern. Auch die kleineren Räume wurden neu gedacht: Im kleinen Raum gibt es durch die Neugestaltung mehr Privatsphäre, während der vorhandene Stauraum optimiert und besser nutzbar gemacht wurde. Damit wurde nicht nur renoviert, sondern gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen eingegangen, die den Treff nutzen. Die neuen Räume sollen weiterhin ein offener, zugänglicher und vielseitig nutzbarer Ort sein, an dem Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen und Nachbarschaft aktiv gestalten können.

„Uns war wichtig, dass die Renovierung nicht nur eine bauliche Veränderung wird, sondern wirklich eine Verbesserung für die Menschen, die den Treff nutzen. Deshalb haben wir von Anfang an gefragt: Was braucht ihr? Was fehlt euch? Besonders schön ist, dass viele dieser Ideen tatsächlich in die neue Gestaltung eingeflossen sind“, bemerkt Cellier.
„Ein Nachbarschaftstreff lebt von den Menschen, die ihn mit Leben füllen. Deshalb freue ich mich sehr, dass der Nachbarschaftstreff Schillerkiez nach seiner umfassenden Renovierung wieder geöffnet hat. Hier ist ein Ort entstanden, der mehr Platz, mehr Barrierefreiheit und noch bessere Möglichkeiten für Begegnung und gemeinsames Engagement bietet. Besonders wichtig finde ich, dass die Nachbarschaft von Anfang an in die Planung einbezogen wurde. So wird deutlich: Gute Stadtteilarbeit bedeutet, zuzuhören, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Räume zu schaffen, in denen sich alle Menschen willkommen fühlen. Mein Dank gilt allen, die diese gelungene Renovierung möglich gemacht haben und sich täglich für ein lebendiges Miteinander im Schillerkiez einsetzen“, betont unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein.

