Mit Pinsel und Herz – 50 Jahre Gropiusstädter Sonntagsmaler

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Feierten die Jubiläumsausstellung: Stadträtin Janine Wolter mit Klaus Pankau (li.) und Andreas Domann

Volles Haus in der Alten Dorfschule Rudow: Mit einer Jubiläumsausstellung feierten die Gropiusstädter Sonntagsmaler am 12. September ihr 50-jähriges Bestehen. Schon zur Vernissage waren Ausstellungs- und Caféraum bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Malgruppe, 1975 aus einem VHS-Kurs hervorgegangen, hat sich längst einen Namen gemacht – von Neukölln bis Bonn, wo sie 1986 auf Einladung von Hans-Joachim Vogel, damals Vorsitzender unserer SPD-Bundestagsfraktion, ihre Bilder bei der Parlamentarischen Gesellschaft in Bonn ausstellten. Auch gemeinsame Projekte wie das Bemalen eines Buddy-Bärs prägen ihre Geschichte. Ferner malten die Gropiusstädter Sonntagsmaler für den Berliner Zoo gemeinschaftlich drei verschiedene großformatige Bilder, die als Poster gedruckt wurden. Die Erlöse aus dem Verkauf erhielt der Zoo Berlin als Spende. Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters der Gemeinde Schönefeld, Dr. Udo Haase, griffen die Gropiusstädter Sonntagsmaler 2007 zu Leinwand und Pinsel und malten Bilder mit Motiven der Orte Diepensee und Teile von Selchow in Brandenburg, bevor die Ortsansässigen wegen des BER umsiedeln mussten. Die historischen Bilder können bis heute in einer ständigen Ausstellung im Rathaus Schönefeld besichtigt werden. Seit 2015 ist die Gruppe in der Alten Dorfschule zuhause – und engagiert sich auch dort für den Verein, wie der 1. Vorsitzende des Vereins Alte Dorfschule Rudow, Klaus Pankau in seiner Begrüßungsrede hervorhob. Darüber hinaus geben sie seit mehr als 40 Jahren in Eigenregie den Kalender „Kenn se Berlin und drum herum?“ heraus, der sich großer Beliebtheit erfreut und in führenden Buchhandlungen der Stadt erhältlich ist.

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Bild des Rathaus Neukölln, gemalt von Sonja Hartmann

„Das Geheimnis unserer Gruppe liegt in der Vielfalt und der Freude an der Farbe“, sagte Leiterin Doris Pfundt zur Eröffnung. Unter den Gästen waren die 1. Vorsitzende des Rudower Heimatvereins Jutta Kendzia, Andreas Hein vom Verein Alte Dorfschule, Bezirksbürgermeister Hikel – und natürlich unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter. Sie würdigte das „faire und demokratische Miteinander“, für das die Gropiusstädter Sonntagsmaler seit fünf Jahrzehnten stehen. Wolter zeigte sich insbesondere begeistert von der Qualität der Werke – und verriet, dass sie sich ein Bild von Thomas Schulze ausgesucht hat: das Passage-Kino in der Karl-Marx-Straße, das künftig ihren Amtssitz schmücken wird. 

Die Jubiläumsausstellung zeigt überwiegend Motive aus Berlin und Brandenburg – gemalt in Acryl, Öl und Aquarell. Bis zum 9. November ist sie in der Alten Dorfschule Rudow zu sehen.

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Die Motive zeigen Stilleben und Szenen aus dem Kiez

Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von Bernd Duske am Akkordeon, der Berliner Evergreens wie „Berliner Luft“ spielte. Ein Gewinnspiel rundete den Abend ab: Besucher, die richtig rieten, wie viele Bilder Berliner und wie viele Brandenburger Motive zeigen, durften nach Ziehung per Los ein Gemälde mit nach Hause nehmen. 14 Bilder wurden dafür bereitgehalten.

„Wer durch die Ausstellung geht, merkt sofort: Hier steckt viel Herzblut drin. Die Bilder erzählen von Kiezen, Straßen und Menschen – eben von unserem Berlin und drum rum im Wandel der Zeiten. Genau das macht die Sonntagsmaler seit 50 Jahren so einzigartig“, meint unser Bürgerdeputierter Domann.

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Stadträtin Janine Wolter mit dem Bild ihrer Wahl