Gemeinsam gegen Armut – Grundstein für Pilotprojekt Tee- und Wärmestube Plus in Neukölln gelegt

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Armut eine Stimme geben: Die SPD-Fraktionäre Peter Scharmberg und Gabriela Gebhardt, SPD-Kreisvorsitzende Derya Caglar, SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein und Neuköllns Stadträtin Janine Wolter (v.li.)

Am 24. März wurde auf der Neuköllner Schillerpromenade gefeiert. Der Grundstein für die Tee- und Wärmestube Plus wurde in der Allerstraße / Ecke Schillerpromenade gelegt. Die Fertigstellung des Baus mit einem Bauvolumen von 5,3 Mio. Euro ist bis Ende 2027 geplant. Das Projekt wird vom Kirchenkreis Neukölln finanziert und unter anderem durch Fördermittel der Lottostiftung unterstützt. Träger der Einrichtung wird das Diakoniewerk Simeon sein. Als Rednerinnen und Redner eingeladen wurden die Unterstützenden des Projekts, so die Frau unseres Bundespräsidenten, die First Lady Elke Büdenbender, unsere Berliner Bürgermeisterin sowie Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, und unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel. Die Besucher der Grundsteinlegung wurden vom Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln, Dr. Christian Nottmeier, ganz herzlich begrüßt. Er sprach zu Beginn seiner Rede das Ziel der neuen Einrichtung an: „Angesichts wachsender Armut und steigender Wohnungslosigkeit ist es uns als Kirche ein Anliegen, hier in Nord-Neukölln präsent zu bleiben und die sozial-diakonische Arbeit auszubauen. Mit der Tee- und Wärmestube Plus entsteht ein Ort der Würde und der Teilhabe – mitten im Schillerkiez. Er soll Menschen stärken, statt sie weiter zu verdrängen.“

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SPD Kreisvorsitzende Derya Caglar mit der SPD-Fraktionsvorsitzenden Cordula Klein und Christiane Wanjura-Hübner (v.li.)

Zur Grundsteinlegung gekommen waren auch unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, ihre Stellvertreterin Gabriela Gebhardt, ihr Stellvertreter Peter Scharmberg sowie unser Bürgerdeputierter Andreas Domann. Ebenso vor Ort war unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport und Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin, Janine Wolter. Schließlich hat sich unsere SPD Fraktion von Beginn an für das Projekt Tee- und Wärmestube zusammen mit Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Senatorin und Berliner Bürgermeisterin, Franziska Giffey sowie der First Lady für die Tee- und Wärmestube  Plus stark gemacht.  Aus dem Abgeordnetenhaus kam Derya Çağlar, dort stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion.

Die Tee- und Wärmestube Plus soll die Arbeit der bisherigen Tee- und Wärmestube Neukölln fortführen. Sie ist seit 40 Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die von Armut, Wohnungs- oder Obdachlosigkeit betroffen sind. Täglich finden sie dort warme Mahlzeiten, Waschmöglichkeiten, eine Kleiderkammer sowie professionelle Beratung und verlässliche Begleitung.

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Die besten Wünsche für das Projekt „Wärmestube plus“ begleiteten die Grundsteinlegung

Schon seit langem zeichnete sich ab, dass die in der Weisestraße ansässige Tee- und Wärmestube aus allen Nähten platzt, weil der Ansturm der Gästinnen und Gäste dauerhaft sehr hoch ist. Hinzu kommt, dass der Mietvertrag für die bisherigen Räume nicht verlängert wurde. Von daher haben sich der Evangelische Kirchenkreis Neukölln sowie das Diakoniewerk Simeon entschieden, diese wichtige Arbeit dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln. Auf kirchlichem Grund entsteht nun in der Allerstraße / Ecke Schillerpromenade ein moderner Neubau – in unmittelbarer Nähe zum bisherigen Standort. Neben den bewährten niedrigschwelligen Hilfsangeboten wird die neue Tee- und Wärmestube Plus um ein zentrales Element erweitert: 16 längerfristig bewohnbare Einzelappartements schaffen dringend benötigten Wohnraum für Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen. Ziel ist es, die Bewohner*innen ohne zeitlichen Druck in eigenen Wohnraum zu vermitteln. Dieses „Plus“ – Wohnen auf Zeit – eröffnet Menschen neue Perspektiven und ermöglicht Stabilisierung und Teilhabe, begleitet durch professionelle Sozialarbeit.

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Auch Elke Büdenbender hatte sich lange für das Projekt eingesetzt

Entwickelt hat das Konzept für die neue Tee- und Wärmstube Plus der Armutsbeauftragte der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg oberschlesische Lausitz, Thomas de Vachroi. Von dessen Konzept zeigte sich von Beginn an auch unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel überzeugt: „Hier in Neukölln entsteht ein Pilotprojekt, das zeigt, wie wir als Gesellschaft mit Armut und Obdachlosigkeit umgehen können und die Welt ein bisschen besser machen“, betonte er. 

„Die Verbindung aus niedrigschwelliger Unterstützung im Alltag und echten Perspektiven durch Wohnen und Beratung ist genau der richtige Ansatz im Umgang mit Obdachlosigkeit“, hob Giffey in ihrer Rede hervor. Damit liege „ein Modell mit Vorbildcharakter“ vor „das auch für andere Orte in der Stadt wegweisend sein kann. Wer ein sicheres Dach über dem Kopf hat, gewinnt Stabilität, Würde und neue Chancen“. Und genau darum gehe es: „Menschen nicht allein zu lassen, sondern sie auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten“, ergänzte Giffey und sprach wie Hikel „all denen, die sich hier tagtäglich mit großem Engagement für andere einsetzen und den Ort mit Herz und Haltung gestalten“, ihren besonderen Dank aus.

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Thomas de Vachroi (2.v.li.) bei der langgeplanten Grundsteinlegung

Elke Büdenbender besuchte die Tee- und Wärmestube bereits im November 2020 und zeigte sich tief beeindruckt von Vachrois Konzept der neuen Tee- und Wärmestube Plus, für das sie sich fortan einsetzte.   Orte wie dieser „schaffen einen festen Punkt in einem Leben, das oft von Unsicherheit geprägt ist. Seit vielen Jahren geschieht hier im Schillerkiez genau das: Menschen finden Unterstützung, Orientierung und Begegnung. Heute legen wir hier ein Fundament aus Beton. Aber auch ein Fundament aus Verantwortung und Solidarität. Ein Gebäude allein verändert keine Welt. Aber durch all die Menschen, die sich darin für andere engagieren, kann es zu einem Ort werden, an dem ein Leben in Würde und Selbstbestimmung wieder beginnt“, sagte die First Lady.

Für das Diakoniewerk Simeon sprach der Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung  Dr. Oliver Unglaube. „Mit dem neuen Standort schaffen wir verlässlichen Raum für Menschen, die Unterstützung benötigen“, sagte Unglaube. Gerade angesichts wachsender sozialer Ungleichheit sei es entscheidend, „konkrete Lösungen vor Ort umzusetzen. Ein sicheres Zuhause, Schutz und gesellschaftliche Teilhabe sind keine Privilegien, sondern grundlegende Rechte, die allen Menschen zustehen“, so Unglaube weiter.

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Senatorin Franziska Giffey erläutert die lange Planung des Projektes


„In der Zeitkapsel, die wir heute im Fundament versenkt haben, liegen neben den Bauplänen, Kirchenkreisinfo und Konzeption auch Informationen über die Kampagne „Armut eine Stimme geben“. Gegründet vom Diakoniewerk Simeon, dem Evangelischen Kirchenkreis Neukölln und der Berliner Sparkasse, soll sie zukünftigen Generationen davon zeugen, dass wir in Berlin nicht weggesehen haben“, bemerkte Vachroi nach der Grundsteinlegung. Für ihn ist damit ein großer Traum greifbar geworden. Er dankte allen Mitgestaltern, den Verantwortlichen und vor allem dem Ehrenamt. Ohne eure unermüdliche Arbeit im Hintergrund könnten wir dieses Projekt schlichtweg nicht realisieren.“

„In den Reden zur Grundsteinlegung ist deutlich geworden, um was es unserer SPD in der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe geht: Es geht darum, Menschen wieder in reguläres Wohnen zu bringen, damit sie auf dieser gesicherten Grundlage wieder die Kraft finden, in Arbeit zu kommen. Das Konzept der Tee- und Wärmestube Plus, die Menschen ohne zeitlichen Druck in eigenen Wohnraum zu vermitteln, bietet dafür aus unserer Sicht noch bessere Chancen als dies bislang der Fall war. Von daher war und ist es für uns immer wieder eine große Freude, die Arbeit der Tee- und Wärmestube zu unterstützen“, sagt unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein.