
Im Rahmen der berlinweiten Aktion „Zusammen ist besser – Berlin räumt auf“ fand der offizielle Müll-Aktionstag im Bezirk Neukölln am Donnerstag, den 16. April 2026, statt.
Die Initiative, die vom Radiosender rbb 88.8 in Zusammenarbeit mit der BSR und nebenan.de ins Leben gerufen wurde, mobilisierte Bürgerinnen und Bürger, Schulen und Vereine, um ihre Kieze gemeinsam von Müll zu befreien. In Neukölln beteiligten sich am zentralen Müll-Aktionstag sowie im Verlauf der gesamten Aktionswoche zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen. Insgesamt wurden für den 16. April im Bezirk 19 verschiedene Putzaktionen angemeldet.
Auch in Neukölln engagierte sich die SPD Rudow gemeinsam mit Mitarbeitenden des Bürgerbüros von Franziska Giffey. Darüber hinaus veranstaltete der Kreisverband im Rahmen von „Berlin räumt auf“ eine Sauberkeitsaktion im Anita-Berber-Park. Mit dabei waren unter anderem die Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, unser ehemaliger Bezirksverordneter Wolfgang Hecht, die Kandidatin für das Berliner Abgeordnetenhaus Charlotte Mende, die Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport Janine Wolter, Jan-Ole Schmiedecke sowie die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus Derya Çağlar. Auch viele weitere engagierte Helferinnen und Helfer packten mit an.
Ebenso beteiligte sich Bezirksbürgermeister Martin Hikel aktiv an der Aktion. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern befreite er den Rollbergkiez von Müll. Veranstaltet wurde diese Aktion vom Quartiersmanagement Rollbergkiez.
An der zweistündigen Sammelaktion in Rudow nahmen zehn Personen teil, darunter der SPD-Bezirksverordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Scharmberg sowie der Bürgerdeputierte Andreas Domann. Treffpunkt war das Bürgerbüro von Franziska Giffey. Von dort aus ging es zur Rudower Spinne und entlang des Rudower Fließes. Ausgestattet mit Zangen, Müllsäcken, Handschuhen und den von der BSR bereitgestellten „Kehrenbürger-Westen“ wurde entlang der Strecke eine beträchtliche Menge Müll gesammelt.

Parallel zur Aktion organisierten die Berliner Ordnungsämter in der Woche vom 13. bis 19. April 2026 berlinweite Schwerpunktkontrollen im öffentlichen Straßenland zur Bekämpfung illegaler Müllablagerungen. Auch das Neuköllner Ordnungsamt beteiligte sich daran. Der Kampf gegen illegal abgelagerten Müll gehört seit der 2016 von der damaligen Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey initiierten Aktion „Schön wie wir“ zu den zentralen Aufgaben des Bezirksamtes – sowohl durch Prävention und Aufklärung als auch durch konsequentes ordnungsbehördliches Handeln.
Ein besonderes Umweltproblem stellen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen dar – oft unterschätzt, aber in ihrer Summe hochproblematisch. Dies betrifft ebenso achtlos entsorgte Elektrogeräte, Coffee-to-go-Becher sowie Plastik- und Papiertüten.
Zigarettenkippen sind weit mehr als ein ästhetisches Problem. Darauf macht auch die 2019 gestartete Initiative „Neukölln kippenfrei“ aufmerksam, bei der unter anderem tragbare Taschenaschenbecher am Eingang des Tempelhofer Feldes verteilt wurden. Eine einzelne Zigarette kann bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen. Neben Nikotin enthalten Zigarettenfilter zahlreiche Schadstoffe wie Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol, Nitrosamine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese Stoffe gefährden Wasserorganismen und können über den Wasserkreislauf letztlich auch wieder in die Nahrungskette gelangen.
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass ein erheblicher Teil des Nikotins bereits innerhalb von 30 Minuten aus den Filtern herausgelöst wird und über Regenwasser in die Kanalisation gelangt. Von dort aus gelangen die Schadstoffe in Flüsse und Meere, wo sie erhebliche Schäden an Ökosystemen verursachen. Selbst im Meereis der Arktis wurden bereits Rückstände aus Zigarettenfiltern nachgewiesen. Auch im städtischen Raum stellen Kippen eine Gefahr dar – insbesondere für Kinder und Tiere, die sie verschlucken könnten. Umso bedenklicher ist es, dass gerade im Bereich des Rudower Fließes und rund um den Spielplatz besonders viele Kippen eingesammelt werden mussten.
Vor diesem Hintergrund wurden die Bußgelder für das Wegwerfen von Zigarettenkippen in Berlin seit Ende 2025 deutlich erhöht. Der Regelsatz beträgt nun in der Regel 250 Euro, bei schwereren Verstößen kann das Bußgeld bis zu 3.000 Euro betragen. Ein besonders gravierender Fall wurde an der Großziethener Chaussee festgestellt, wo ein ganzer Beutel mit Hunderten Zigarettenstummeln illegal abgelagert wurde. Neben einem verrosteten Grill wurden dort auch Kleidungsstücke und weiterer Müll entdeckt. Während ein Teil direkt entfernt wurde, meldeten die Helfenden größere Fundstücke über die App „Ordnungsamt-Online“.
Die Kosten für die Beseitigung illegaler Müllablagerungen sind erheblich: Allein in Neukölln belaufen sie sich auf rund 178.000 Euro jährlich – Mittel, die sinnvoller in Bildung, soziale Infrastruktur oder klimafreundliche Stadtgestaltung investiert werden könnten.
Im Anita-Berber-Park zeigt sich eine besondere Problemlage: Neben herkömmlichem Müll finden sich dort vermehrt Sperrmüll, Glasbruch und gefährlicher Drogenmüll wie gebrauchte Spritzen. Der Park dient teilweise als Rückzugsort für suchtkranke Menschen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zuständigkeit für die Reinigung bei der Autobahn GmbH des Bundes liegt, da sich Teile des Parks über der Stadtautobahn befinden. Dies führt immer wieder zu Verzögerungen bei notwendigen Maßnahmen. Das betrifft auch die Arbeit der Suchthilfeorganisation Fixpunkt, „über die wir mit Mitarbeiter*innen im Anschluss an die Aktion am mobilen Drogenbus vor Ort sprachen“, so Frau Klein. Fixpunkt wünscht sich mit dem Bus direkt im Park stehen zu dürfen, damit der Kontakt zu den Suchterkrankten Menschen besser stattfinden kann. Die Erlaubnis zum Parken fehlt aber leider weiterhin. Die Mitarbeitenden wünschen sich, mit ihrem Bus direkt im Park präsent sein zu können, um niedrigschwellige Hilfe anbieten zu können. Eine entsprechende Genehmigung steht bislang jedoch noch aus.
