„Wir dürfen Hass und Hetze nicht dulden“ – Gedenken zum Volkstrauertag

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Stadträtin Janine Wolter mahnt den gesellschaftlichen Zusammenhalt an

„Zur Mahnung – Den Opfern der Kriege und jeglicher Gewaltherrschaft“ steht auf dem 300 Zentner schweren Findling des Naturdenkmals Ehrenhain am Britzer Fennpfuhl. Hier gedachten in diesem Jahr auf Einladung des Britzer Bürgervereins unter anderem unser Bezirksverordneter Michael Morsbach, unser ehemaliger Bezirksverordneter Wolfgang Hecht, unser Kreisvorsitzender Joachim Rahmann sowie unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

„Der diesjährige Volkstrauertag ist ein Besonderer. Erstmalig wird auch den Polizist*innen gedacht, die im Einsatz ihr Leben verloren. Das ist richtig, denn auch sie halten unsere Gesellschaft zusammen und verteidigen sie teils unter Einsatz ihres Lebens. Das wissen wir besonders in Neukölln. Hier gedenken wir Uwe Liescheid und Roland Krüger, nach denen wir auch Straßen benannt haben. Zum ersten Mal wird außerdem den Menschen gedacht, die wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und ermordet wurden. Das ist besonders wichtig, denn queere Verfolgte konnten nach der Nazi-Herrschaft nicht in gleicher Weise um ihre Opfer trauern wie andere Gruppen. Homosexualität war auch in der Bundesrepublik strafbar“, erinnerte Rahmann. Deshalb sei es „umso wichtiger, auch der Trauer um Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung ermordet wurden, heute Raum zu geben“, hob Rahmann in seiner Rede hervor. „Wir dürfen Hass und Hetze nicht dulden, weil Hass auch zu körperlichen Angriffen führt“, betonte unsere Stadträtin Janine Wolter. „Unser Auftrag ist: Wehret den Anfängen.“ Auch Hannelore Knippel schloss sich dieser Losung an: „Schaut nicht weg, solidarisiert euch. Frieden ist ein Prozess und erfordert Mut und Engagement.“

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Die stellvertretende Vorsitzende des Britzer Bürgervereins Hannelore Knippel

Die Veranstaltung wurde musikalisch eingeleitet mit dem Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“. Zum Abschluss wurde das Lied  „Davon geht die Welt nicht unter“ gespielt. Komponiert hatte es Michael Jary, den Text dazu schrieb der Berliner Bruno Balz, der trotz seiner Popularität von den Nazis zweimal wegen seiner Homosexualität verhaftet, monatelang in Haft saß, gefoltert und geächtet wurde, indem sein Name nicht mehr in der Öffentlichkeit auftauchen durfte.  Außerdem wurde er auf Drängen des Naziregimes gezwungen, eine Scheinehe einzugehen. 

Nach dem Gedenken lud der Britzer Heimatverein ins Diakoniehaus Britz an der Blaschkoallee ein, wo traditionell eine heiße Suppe zum Aufwärmen gereicht wurde.

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