
Im Jahr 1375 wurde Britz erstmals urkundlich erwähnt: Im Landbuch Kaiser Karls IV. taucht der Name „Heinricus de Bryzk“ auf – abgeleitet vom slawischen Wort für „Birke“. Genau 650 Jahre später feiert unser Britz sein Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen, darunter auch das große Sommerfest auf dem Gutshof Britz, das unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein mit unserer Fraktionärin Marina Reichenbach und unserem Bürgerdeputierten Andreas Domann am 20. Juli besuchte. Die Musikschule Paul Hindemith, das Museum Neukölln und die Kulturstiftung Schloss Britz boten den Besuchern ein buntes Fest für die ganze Familie. Das weitläufige Gutshofgelände bot Raum für ein vielseitiges Programm mit Live-Musik auf mehreren Bühnen Mitmach-Aktionen, kulinarischen Ständen, Führungen und kreativen Workshops.

Zahlreiche Britzer Vereine und Initiativen nutzten die Gelegenheit, sich zu präsentieren und die Geschichte sowie die Vielfalt des Stadtteils sichtbar zu machen. Besucherinnen und Besucher konnten sich in Gesprächen und über Infomaterialien über bedeutende Denkmäler, Kulturorte und die grünen Oasen des Stadtteils informieren. Ein kulinarischer Höhepunkt war der Anschnitt der großen Jubiläumstorte durch unseren Bezirksbürgermeister Martin Hikel und unsere Stadträtin Janine Wolter. In seiner Rede hob Hikel die kulturelle Vielfalt Neuköllns hervor, das von Menschen aus über 150 Nationen geprägt wird. Er erinnerte daran, dass auch die Ortsteile Rudow und Buckow in den letzten Jahren ihr 650-jähriges Bestehen feierten. Besonders dankte er den vielen anwesenden Vereine und Initiativen – vom Heimatverein über die Britzer Müllerei bis hin zum Förderverein der Britzer Weinkultur – die das historische und kulturelle Erbe des Bezirks pflegen und so ein positives Bild von Neukölln nach außen tragen.

Stadträtin Wolter betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung des Festes als Zeichen für gelebte Gemeinschaft: „Wir sind gemeinsam ein Bezirk, vielfältig und bunt.“ Mit Blick auf die große Zahl der Besucher*innen sprach sie von einem klaren Signal gegen Spaltung und Hass und dankte allen Beteiligten, die das Sommerfest möglich gemacht haben.
Mehr als 20 Vereine sorgten für jede Menge Abwechslung und Informationen zu Britz. So präsentierte sich der Verein „Britzer Müllerei“ mit einem in Holz gefertigten Modell der Britzer Mühle und informierte zur Geschichte der Mühlen in Neukölln, die lange Zeit einen wirtschaftlichen Mittelpunkt bildeten. So spielte die Britzer Mühle eine zentrale Rolle in der Versorgung der ländlichen Gemeinde Britz mit Mehl, erfuhren die Besucher*innen. Am Stand des Fördervereins der Britzer Weinkultur erfuhr man, dass es in Berlin bereits seit 1133 Weinanbau gibt. Albrecht der Bär (1110-1170) brachte den Weinbau mit in die Mark-Brandenburg. Hier legten schließlich Prämonstratenser Mönche Weinberge und Weingärten an. In Britz wird das Erbe von dem Förderverein weitergepflegt. Viel Historisches und den „Britzer Heimatboten“ fanden die Besucher*innen am Stand des Neuköllner Heimatvereins vor. Dieser wurde unter anderem von unserem Fraktionsmitglied Michael Morsbach betreut, der sich intensiv mit der Britzer Geschichte beschäftigt.

Zudem traten auf sechs Bühnen unterschiedlichste Bands und Ensembles auf – von den gropies Berlin und den Gropiuslerchen mit klassischen und modernen Liedern bis hin zu Jazz, arabischen Klängen, Musical-Interpretationen und Pop. Und Familien konnten Kutschfahrten unternehmen, Instrumente ausprobieren oder in Workshops lernen, wie Bienenhotels gebaut oder Möhrenflöten geschnitzt werden. Auch das kleine „Gutshof-Tierparadies“ mit Schafen, Ziegen, Hühnern und Pferden lockte viele Kinder an, die selten Gelegenheit haben, Tieren in solch ländlicher Atmosphäre so nah zu begegnen. Wer selbst kreativ werden wollte, konnte sich in einer offenen Jamsession musikalisch austoben.

„Das Sommerfest auf dem Gutshof Britz zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Geschichte und Gegenwart miteinander verbunden werden können. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher genossen die friedliche, fröhliche Atmosphäre und machten die 650-Jahr-Feierlichkeiten zu einem unvergesslichen Ereignis“, meint unsere Fraktionsvorsitzende Klein.

