
Endlich ist es so weit. Bei der gemeinnützigen Kubus GmbH in der Teupitzer Straße können Obdachlose seit Mitte Juni Schließfächer für ihr Hab und Gut kostenfrei nutzen. Der entsprechende Antrag unserer Fraktionsvorsitzenden Cordula Klein, „Schließfächer für das Hab und Gut von obdachlosen Menschen“ (Drs. Nr.: 1416/XXI) mündete im Sozialausschuss vom 03. Juli 2024 in eine Beschlussempfehlung, die in der Bezirksverordnetenversammlung bereits am 18. September vergangenen Jahres mehrheitlich beschlossen wurde.
Zumindest ist nun eine von mehreren vorgesehenen Schließfachanlagen durch den zuständigen CDU Sozialstadtrat Hannes Rehfeldt bei der Kubus gGmbH in der Teupitzer Straße umgesetzt worden. Ein guter und im Antrag von Cordula Klein genannter Standort. Gut ist der Standort, weil es hier eine Obdachlosenunterkunft, eine Kleiderkammer und eine Suppenküche gibt, die von Montag bis Freitag ein Essen für Bedürftige bietet. Kubus organisiert denn auch die Vergabe der Schließfächer an diesem Standort und steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Für die Nutzung eines Schließfaches benötigen Obdachlose lediglich einen kostenfreien individuellen Code. Er wird freigeben, nachdem die Nutzenden sich mit einem aktuellen Foto legitimiert haben. Ein offizielles Ausweisdokument ist nicht erforderlich, es reicht die Identifikation per Foto, um einer bestimmten Person das Schließfach eindeutig zuzurechnen, falls die Person den Code vergessen haben sollte. Betrieben werden die Schließfachboxen, die es bereits in den Bezirken Reinickendorf und Friedrichshain-Kreuzberg gibt, von der gemeinnützigen Home & Care GmbH. Für sie war der Prokurist mit Einzelprokura Thomas Mertens vor Ort und erklärte die Funktions- und Bedienweise der Schließfächer. Die Schließboxen seien auch wetterfest und können digital überwacht werden, so Mertens. So fallen Unregelmäßigkeiten beim Öffnen der Fächer auf und werden sofort überprüft. Im Zweifelsfall wird ein Schließfach geräumt und die aufbewahrten Sachen werden nach Identifikation des oder der Nutzenden, wieder freigegeben.

Für die Nutzung der Fächer besteht für die Nutzer*innen kein Zeitlimit. Wie wichtig die Umsetzung der verabschiedeten Beschlussempfehlung ist, zeigt die Erfahrung mit Schließfachanlagen für Obdachlose. Laut Mertens gibt es erfahrungsgemäß Wartelisten, weil das Bedürfnis nach einem sicheren Ort für das Hab und Gut von Obdachlosen groß ist. „Schließlich besitzen auch sie Dinge, die sie auf keinen Fall verlieren dürfen und wollen, etwa durch Angriffe auf sie und Diebstahl. Das können wichtige Dokumente sein oder Mut machende Dinge, die an ein besseres Leben vor der Obdachlosigkeit erinnern“, so unser Bezirksverordneter Wolfgang Hecht, der der Vorstellung der Schließfachboxen bei Kubus beiwohnte. Auch von daher sei es wichtig, dass Sozialstadtrat Rehfeldt seine Hausaufgaben macht und nun zügig an weiteren geeigneten Standorten im Bezirk Schließfachanlagen errichten lässt, so Klein. Zusätzliche Mittel dafür stehen ihm schließlich zur Verfügung: Es handelt sich um 250.000 Euro aus dem Berliner „Lenkungsgremium für mehr Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Raum und zur Verhinderung von Sucht und Obdachlosigkeit“.

