Der Dirigent der Weltstadt Martin Wagner und das Neue Berlin

Ausstellungseröffnung im Rathaus Neukölln

<strong>Der Dirigent der Weltstadt </strong><strong>–</strong><strong> Martin Wagner und das Neue Berlin</strong> 1
Begeistert von der gelungenen Ausstallung: Unsere Fraktionäre Almuth Draeger, Gabriela Gebhardt und Wolfgang Hecht (v.re.) mit Neuköllns Kulturstadträtin Karin Korte (2.v.re.)

Es ist ein  Glücksfall, dass die Ausstellung „Der Dirigent der Weltstadt – Martin Wagner und das Neue Berlin noch ein letztes Mal in Berlin gezeigt wird. Zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus Neukölln am 08. September würdigten unsere Stadträtin für Bildung, Schule Kultur und Sport, Karin Korte, Reinhard Wenzel, Geschäftsführer des August Bebel Instituts und Projektleiter der Ausstellung sowie der Historiker und Kurator Henning Holsten das Werk von Wagner. „Was wäre Neukölln ohne die Werke des Berliner Stadtbaurats Martin Wagner, seine Planungsvisionen und deren praktische Umsetzung“, fragte sich unsere Fraktionärin Gabriela Gebhardt zu recht, nachdem sie die Ausstellung mit unserer Fraktionärin Almuth Draeger und unserem Bezirksverordneten Wolfgang Hecht in Augenschein nahm. Wagner ist nicht nur der Initiator für das Weltkulturerbe Hufeisensiedlung gewesen, er zeichnet auch für den U-Bahnhof Hermannplatz und das Karstadt-Gebäude als Teil seiner Weltstadtplanungen. Darüberhinaus gründete er die Wohnungsbaugesellschaft GEHAG und war maßgeblich am Bau der Gropiusstadt beteiligt. So ist Berlins Aufbruch in die Moderne in den zwanziger Jahren eng mit Wagner verbunden. Unter seiner Regie sollte sich der städtebauliche Wildwuchs des Kaiserreichs in einen Zusammenklang „visionärer Harmonien“ wandeln, um der Metropole Berlin ein neues, republikanisches Gesicht zu geben. In den wenigen Jahren seiner Tätigkeit als Berliner Stadtbaurat (1926-33) hat er  Maßstäbe für die moderne Großstadtplanung gesetzt. Zahlreiche weitere, das Stadtbild bis heute prägende Bauten wie die Weltkulturerbesiedlungen der Berliner Moderne, die Strandbäder am Wannsee und Müggelsee oder das Messegelände am Funkturm gehen auf Martin Wagners Initiative zurück. „Mit vielen bahnbrechenden Bauprojekten machte  Martin Wagner Berlin zu einer tonangebenden Metropole, die mustergültige Lösungen für die Probleme der modernen Zukunftsstadt bot“, hob Korte in ihrer Rede hervor. 

Die Ausstellung erinnert mit 20 Tafeln an die Planungsvisionen Wagners und ihre praktische Umsetzung, abgebrochene Projekte und politische Widerstände, die seinem Ideal der rationalisierten Städteplanung entgegenwirkten. Die Frage von politischem Erfolg und Scheitern stellt sich dabei ebenso wie die nach dem Fortleben und der Aktualität seines Erbes. „Das Neue Berlin“ wurde zum Modellfall einer neuen Baukultur und Städtebaureform. Martin Wagner beauftragte bedeutende Protagonisten der Avantgarde, wie die Architekten Bruno und Max Taut, Hans Poelzig, Peter Behrens, Walter Gropius oder Hans Scharoun zur Verwirklichung einzelner Bauprojekte aus. Gleichzeitig stellte er die Teams zusammen, die gemeinsam an den innovativen Berliner Großsiedlungen arbeiteten – fünf davon zählen heute zum UNESCO-Welterbe. „Die Ausstellung macht die Leidenschaft Martin Wagners für die Entwicklung seiner Stadt Berlin deutlich. Sein wichtiges Ziel war es, für jeden Menschen eine gesunde Wohnung zu bauen, auch für die mit kleinem Geldbeutel. Martin Wagner hat gezeigt, wie das geht und ist damit für uns heute noch beispielgebend. Die Ausstellung vermittelt auch einen Eindruck davon, was Martin Wagner noch für wegweisende Gebäude und Plätze in Berlin hätte bauen können – wenn nicht die Weltwirtschaftskrise gewesen wäre und die NS-Regierung ihn aus dem Land getrieben hätte“, hebt Almuth Draeger hervor.

Die Ausstellung ist noch bis zum 07. Oktober in der 1. Etage im Rathaus Neukölln
Karl-Marx-Straße 83 in 12043 Berlin zu sehen.

Begleitveranstaltung zur Ausstellung

Sa, 01. Oktober, 15–17 Uhr

Stadtrundgang durch die Britzer Hufeisensiedlung Mit: Reinhard Wenzel (Leiter des August Bebel Instituts) und Gerhild Kommander (Historikerin und Kunsthistorikerin). Die Teilnahme ist kostenlos. Der Treffpunkt wird mit der Anmeldebestätigung bekannt gegeben. Anmeldung unter: anmeldung@august-bebel-institut.de