
„Was für ein wundervoller Abend war das heute im Roten Rathaus bei Verleihung der „Berliner Ehrennadeln für besonderes soziales Engagement!“ Drei Personen aus unserem Bezirk wurden ausgezeichnet, darunter Jutta Weißbecker und Edmund Buttelmann. Diese Auszeichnung wurde vom Sozialstaatssekretär Aziz Bozkurt überreicht. Jutta Weißbecker engagiert sich seit mehr als 40 Jahren für und in Neukölln. Ich gratuliere Jutta ganz herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung“. Mit großer Freude beschreibt unsere Bürgerdeputierte Julia Pankratyeva die Ehrung unserer Genossin Weißbecker, die sie am 18. November ins Rote Rathaus begleitete.
Jedes Jahr verleiht der Berliner Senat an verdiente Bürgerinnen und Bürger die „Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement”. Geehrt werden damit Berliner*innen, die sich mindestens zehn Jahre lang freiwillig in Vereinen, Organisationen und Initiativen engagiert oder sich in der Betreuung und Begleitung von Menschen Verdienste erworben haben. Sei es wegen ihrem Engagement in der Nachbarschaftshilfe, im Sport, bei der Unterstützung vulnerabler oder benachteiligter Menschen oder in der Seniorenarbeit. Über die Auszeichnung entscheidet ein Auswahlgremium. Unter den 20 Berliner Ehrenamtlichen, die mit der Berliner Ehrennadel ausgezeichnet wurden, befand sich neben den bereits genannten Persönlichkeiten aus Neukölln auch Manfred Ziemer vom Rudower Heimatverein. Nach einem musikalischen Auftakt hielt unser Staatssekretär für Soziales in der „Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung“, Aziz Bozkurt, die Laudationes. Am 19. November wurden weitere Berliner ebenfalls im Festsaal des Roten Rathaus von Senatorin Cansel Kiziltepe geehrt.

Unsere Genossin Jutta Weißbecker engagiert sich seit 1986 „mit Herz, Ausdauer und unermüdlicher Tatkraft für die Menschen in Ihrer Nachbarschaft und darüber hinaus. „Sie haben Gesprächsräume eröffnet, kulturelle Impulse gesetzt und Brücken zwischen Menschen gebaut. Immer mit dem Ziel, das Leben in der Gropiusstadt und in ganz Neukölln menschlicher, gerechter und lebendiger zu gestalten,“ sagte unser Staatssekretär Bozkurt in seiner Laudatio.
Jutta Weißbecker war Mitbegründerin des Bürgerforums Lokale Agenda 21 in Neukölln, Ziel der Agenda 21 war es, mit aktiver Bürgerbeteiligung eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern, die ökologische, soziale und ökonomische Ziele vereint. Zu den Schwerpunkten gehörten die Förderung von Umwelt- und Klimaschutz, erneuerbaren Energien, nachhaltiger Mobilität und Bildung sowie die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Außerdem arbeitete Jutta Weißbecker viele Jahre ehrenamtlich als Mitglied im Quartiersrat in der Gropiusstadt und war Initiatorin für soziale Angebote, beispielsweise das Arbeitslosenfrühstück. Ferner war sie eine tragende Säule des Arbeitskreises Kultur in der Gropiusstadt. Auch heute noch ist Jutta Weißbecker mit ihren 82 Jahren sehr aktiv. Sie organisiert Suppenwettbewerbe und Mitsingkonzerte, ist präsent bei Weihnachtsmärkten, organisiert Vorleseaktionen und begleitet Jahr für Jahr die Organisation der „Längsten Kaffeetafel“ am Wildmeisterdamm. Sie gibt „den Menschen um sie herum das Gefühl: Jede und Jeder ist willkommen und zählt“, so Bozkurt.
Edmund Buttelmann ist ebenso wie Jutta Weißbecker eine der großen Persönlichkeiten in der Gropiusstadt. Er wurde für sein Engagement „in der Jury des Aktionsfonds, in der Bewohnerschaftsvertretung sowie für die Organisation von Stammtischen und Flohmärkten geehrt. Ferner für sein Engagement in der Trödelstube der Kirchengemeinde, wo er mithilft, dass Menschen mit wenig Einkommen dort Kleidung und Haushaltswaren finden. Ebenfalls setzte er sich ein für Spendenaktionen für Obdachlose und Geflüchtete. „Sie sind jemand, der Menschen zusammenführt, der andere motiviert selbst aktiv zu werden, der mit gutem Beispiel vorangeht und der sich der Humanität verpflichtet fühlt“, hob Bozkurt in seiner Laudatio hervor. Edmund Buttelmann habe „über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen und das Miteinander im Kiez gestärkt“, betonte unser Staatssekretär.
„Es erfüllt mich heute mit großer Freude und tiefer Dankbarkeit, Sie, Manfred Ziemer im Namen des Landes Berlin im Roten Rathaus zu ehren. Mit dieser Auszeichnung würdigen wir nicht nur Ihre beeindruckende Lebensleistung. Sondern vor allem den Geist, mit dem Sie seit sieben Jahrzehnten für das Gemeinwohl wirken“. Mit diesen schönen Worten würdigte Aziz Bozkurt die Leistung des Rudowers, der zuvor im Wedding wohnte, wo er zehn Jahre lang „als Helfer und Jugendgruppenleiter im Philatelisten-Club“ Wedding 1919 wirkte. Später war er Jugendgruppenleiter beim „Kirchlichem Amt für Berufsschularbeit“ und setzte sich ein für das Technische Hilfswerk (THW). Ferner war er Gründungsmitglied des Rudower Heimatvereins und dort jahrelanger Vereinsvorsitzender. Hier entstanden 110 Ausstellungen, historische Rundgänge durch Rudow, wurden Filmabende veranstaltet und fanden vielfältige Begegnungen statt, die die Geschichte lebendig und Gemeinschaft erlebbar machten,“ so Bozkurt. Und das alles bewegte Ziemer trotz einer Schwerbehinderung, die 1960 begann. „Sie motivieren junge Menschen, Vorbildern nachzufolgen und stehen mit Rat und Tat und Herzenswärme zur Seite“.
Die wundervolle Veranstaltung im Roten Rathaus nahm ihren Ausklang mit dem Stück „Libertango“ von Astor Piazolla, anschließend wurden die geehrten Persönlichkeiten und ihre Begleitung zum Buffet gebeten.

