Begegnung mit jüdischem Leben

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Beeindruckt vom Projekt zur Vielfalt der jüdischen Kultur: Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Kulturstadträtin Karin Korte, Fraktionsvorsitzende Cordula Klein und Bezirksverordneter Wolfgang Hecht (v.re.)

Unter dem Titel „Best of Vincentino Show!“ stellte der von Sandra Maischberger gegründete Verein Vincentino seine 12 erfolgreiche Medien- und Begegnungsprojekte zum Thema  jüdisches Leben in Deutschland in Neuköllns Albrecht-Dürer-Oberschule vor. Anlass war das 2021 begangene Jubiläum „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Mehr als 300 Berliner Schüler*innen und mehr als 30 jüdischen Protagonist*innen nahmen an den Projekten teil. Diese ermöglichten den Schüler*innen einen vertieften Einblick in  die jüdische Kultur und Lebensart. Beteiligte Schulen waren das Neuköllner Albrecht-Dürer-Gymnasium, die Adolf-Reichwein-Förderschule, die Sekundarschule Campus Efeuweg, die Bötzow-Grundschule in Pankow und die Kreuzberger Aziz-Nesin-Grundschule. Die Schüler*innen nahmen teil an praxisorientierten Workshops zu den Themen Musik, Journalismus, Kunst und anderen Themen mehr. Sie filmten, machten Interviews, kochten, musizierten, entwarfen Hörspiele und praktizierten vieles andere mehr.

Mit der „Best of Vincentino Show“ im Albrecht-Dürer-Gymnasium hatten sie Gelegenheit, ihre neugewonnenen Erfahrungen mit anderen zu teilen. So performten Schüler*innen aus 5./6. Klassen aus drei Projekten am Albrecht-Dürer-Gymnasium und der Türkischen Europaschule Aziz Nesin in Kreuzberg gemeinsam den hebräischen Song „Salam” des israelischen Musikers Mosch Ben-Ari, den sie mit der Cellistin Illay Chester, der Sängerin Nitsan Bernstein und der Perkussionistin Evi Filippou im Vorfeld probten. Und eine 3. Klasse der Kreuzberger Aziz-Nesin-Schule zeigte ihr Können an Drums aus dem „Kids on Drums“ Repertoire mit ihren Dozenten Raudel Marzal. Darüber hinaus erzählten Schüler*innen 7. Klassen der Neuköllner Adolf-Reichwein-Schule über ihre Erlebnisse mit dem Kochkurs „Jüdische Koch-Künste” mit Guy Ballasiano: In dem Kochkurs lernten sie ein jüdisches Gericht kochen und erfuhren unter anderem, was koscher bedeutet. Beim Kochen hatten sie gute Gelegenheiten zu Gesprächen, in denen sie lebensnah Wissen sammelten über jüdische Lebenswelten, Regeln und Gebräuche. Gegen Ende eines Projekttages Tagen aßen sie Challah mit selbstgemachter Marmelade und es gab selbstgemachte libysche Gnocchis.

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Viel Wissenswertes erfuhren die Teilnehmer auch von Moderatorin Sandra Maischberger, Gründerin des Vincentino-Vereins (re.)

Die Kinder erfuhren viel Neues in Gesprächen auf Augenhöhe: Beispielsweise lernten sie, dass nicht alle Juden aus Israel kommen, sondern auf der ganzen Welt und eben auch in Lybien leben, sodass sie libysche Gnocchis zubereiteten und aßen. Auch eine Begegnung mit einem jüdischen Rabbiner gab es mit Neuköllner Schülern. Im Workshop „meet2respect” kamen die Campus-Efeu-Schüler*innen mit einem Rabbi und einem Imam zusammen. In einem weiteren Workshop im Rahmen von „DAGESH-Jüdische Kunst“ im Kontext, ging es am Campus Efeuweg um jüdische Kunst. Mit Julia Alfandari und Yana Leberska von Dagesh e.V. thematisieren die Schüler*innen jüdische Lebenswelten aus künstlerischer Perspektive. So trafen sie auf den jüdischen Regisseur und Kameramann Robert Schulzmann. Ihre Erfahrungen hielten die Schüler*innen unter Anleitung von Designer, Künstler und Filmemacher Matthias Schellenberger und Regisseur Daniel Wittkopp in kleinen Hörspielen fest. Am 11.11.21 kam der jüdische Rapper Ben Salomo zu Besuch an den Campus Efeuweg. Eine Mega-Star bei den Kids. Er sprach mit den Schüler*innen über ihre Erfahrungen im Zusammenleben in der Berliner Stadtgesellschaft. In Israel geboren und in Berlin aufgewachsen, erfuhr er bereits in der Kindheit Ausgrenzung. Schwer getroffen habe es ihn, dass ihn sein bester Freund wie aus dem Nichts angriff und sich von ihm abwandte, als er erfuhr dass Ben Salomo Jude ist, erzählt er.

„Gerne war ich bei der Abschlussfeier dabei. Jüdisches Leben ist wichtig für unsere Stadt. Von daher ist es nur gut, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit der jüdischen Tradition, Kultur und Alltagsleben beschäftigt haben. Mein Wunsch für die Zukunft ist es, weitere Finanzierungsmöglichkeiten für diese gute und wertvolle Arbeit zu bekommen, um an allen Schulen, die es möchten, diese Projektarbeit stattfinden lassen zu können. Insbesondere danke ich Vincento e.V. für die Ausführung dieses wundervollen Projekts”, hebt die Neuköllner SPD- Fraktionsvorsitzende Cordula Klein hervor. Sie genoss es zusammen mit unserem Bezirksbürgermeister Martin Hikel, unserer Bildungs -und Kulturstadträtin Karin Korte und Fraktionär Wolfgang Hecht zu sehen, mit wieviel sichtbarer Freude die Schüler*innen das in den Projektwochen Gelernte vortrugen.