
„Für Menschen, von Menschen, mit Menschen“ – unter diesem Leitmotiv bietet das Diakoniewerk Simeon in der Lipschitzallee seit 1975 Wohn- und Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit kognitiven und mehrfachen Beeinträchtigungen. Am 12. September feierte das Wohnstättenwerk sein 50-jähriges Bestehen unter dem Motto „Ein Zuhause mit Geschichte und Zukunft“ mit einem Festakt.
Unter den Gästen waren unter anderem Neuköllns Alt-Bürgermeister und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Diakoniewerks Simeon, Prof. Bodo Manegold, unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel, unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Peter Scharmberg, die Beauftragte für Menschen mit Behinderung Katharina Smaldino, die Geschäftsführer des Diakoniewerks Simeon, Dr. Oliver Unglaube und Susanne Meyerhoff, sowie unsere ehemalige Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Karin Korte.
Im Mittelpunkt standen die Stimmen der Bewohnerinnen und Bewohner, die in bewegenden Videobeiträgen erklärten, warum das Wohnstättenwerk für sie Heimat bedeutet. Auch Pfarrerin Nora Rämer, die in der Jubiläumsschrift die 50 Jahre als „Jahrzehnte der Achtsamkeit für Menschen“ würdigte, sowie die früheren Pfarrerinnen und Pfarrer erinnerten an die Anfänge der für Inklusion und Teilhabe wegweisenden Einrichtung.
Gegründet 1975 durch die Dreieinigkeitskirchengemeinde, entstand eines der ersten inklusiven Wohnprojekte in Berlin. Im Laufe der Jahrzehnte kamen Außenwohngemeinschaften, betreutes Einzelwohnen, begleitete Elternschaft, ein Beschäftigungs- und Förderbereich sowie zuletzt das Hilde-Heinemann-Haus hinzu. Heute ist das Wohnstättenwerk ein Ort der gelebten Inklusion mit Kirche, Kita, barrierefreien Wegen und einer starken Bewohnervertretung.

Bewohnerbeirat und Gäste betonten die Verbesserungen der letzten Jahre – von mehr Festen über neue Wohnbereiche bis hin zu einem stärkeren Miteinander. „Bleib wie du bist, Wohnstättenwerk“, lautete ihr Wunsch für die Zukunft.
Bezirksbürgermeister Hikel überbrachte die Glückwünsche des Bezirksamts und zeigte sich beeindruckt von den vielen persönlichen Geschichten der Bewohner, die in der Jubiläumsschrift festgehalten wurden: „Claudia Kuhnerts schönste Erinnerung ist die Silvesterparty und die Faschingsparty. Claudia Badke hat hier ihre Freundin Margarethe kennengelernt, die auch im Wohnstättenwerk wohnt. Und Charlotte Funk wohnt zwar nicht mehr hier, erinnert sich aber immer noch gerne an die tollen Reisen nach Österreich und Spanien, die sie gemacht hat. Sie kam mit 17 im Jahr 1978 in das Wohnstättenwerk, bezog dann später ihre eigene Wohnung und hält auch heute noch Kontakt zu den Bewohnern“, sagte Hikel und zog ein Fazit: Das Wohnstättenwerk verbinde Menschen, und das seit fünf Jahrzehnten. Das sei das Ziel der Gründer gewesen, denen „heute unser ganz besonderer Dank“ gilt.“ Das Wohnstättenwerk zeige „was Teilhabe wirklich bedeutet: Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gestalten ihr Leben gemeinsam, mit Respekt und Würde. Für uns als Bezirkspolitik ist das ein Vorbild – weil es beweist, dass Inklusion nicht nur ein Schlagwort ist, sondern gelebte Realität in Neukölln.
Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck steht, brauchen wir solche Orte der Menschlichkeit. Sie geben Hoffnung, sie geben Halt – und sie erinnern uns daran, dass Solidarität das Fundament unserer Demokratie ist“, ist Scharmberg überzeugt. Sabine Spiegelberg und Andreas Kroneder wollen als Leitende des Wohnstättenwerks weiter daran arbeiten, dass alle Menschen wertgeschätzt und respektiert werden.

