111. Ausstellung des Rudower Heimatvereins Rudower Rundfunk-Museum – Berlin als Wiege der Radiogeschichte

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Die Senatorin und Rudower Abgeordnete Franziska Giffey mit Manfred Ziemer und Peter Scharmberg (v.li.)

Noch bis zum 5. Oktober öffnet der Rudower Heimatverein seine Türen für Technikfans und alle, die Lust haben, ein Stück Zeitgeschichte zu erleben. Unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Peter Scharmberg und unsere Wirtschaftssenatorin, Bürgermeisterin von Berlin und Wahlkreisabgeordnete für Rudow, Franziska Giffey, hatten die wundervolle Ausstellung nach ihrem Rundgang über die Rudower Meile am 6. September besucht. Durch die Ausstellung begleitet hatte sie der 2. Vorsitzende des Rudower Heimatvereins, Manfred Ziemer. Nach Sicht der Ausstellung, schieb Giffey in das Gästebuch und zeigte sich fasziniert von der Vielfalt der Exponate.

Unter dem Titel „Rundfunk-Museum“ zeigt der 85-jährige Sammler Manfred Knoblauch rund 100 Jahre Radiotechnik. Radios, Kassettenrekorder, Fernseher, Tonbandgeräte, Heimstudios – die Sammlung hat alles, was das Herz höherschlagen lässt. Vom legendären Volksempfänger über das „kleinste Radio der Welt“ bis hin zu einem Spionage-Aufnahmegerät à la James Bond. Besonders spannend ist die Ausstellung für alle, die die 50er, 60er oder 70er Jahre noch erlebt haben – viele Geräte wecken Erinnerungen an Musik, Familienabende oder das erste eigene Radio auf dem Nachttisch.

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Was viele vergessen: Die Rundfunktechnik hat in Berlin Wurzeln geschlagen. Namen wie Siemens, AEG, Telefunken oder die Lorenz AG (zuerst in Kreuzberg, später in Tempelhof) stehen für Erfindungsgeist „Made in Berlin“. Auch der Schaub Apparatebau aus Charlottenburg schrieb Geschichte – spätestens mit den berühmten Schaub-Lorenz-Kofferradios, die zum Picknick genauso gehörten wie der Kartoffelsalat.

Manfred Knoblauch selbst kennt diese Geschichte in- und auswendig. Kein Wunder – schon mit 16 zerlegte er seinen ersten Volksempfänger. Später arbeitete er als Maschinenfacharbeiter bei Siemens, auch im Radiowerk am Nonnendamm, wo Berliner Ingenieure Technikgeschichte schrieben. „Die Chance auf ein Ingenieurstudium hatte ich nicht“, sagt er bescheiden, „aber meine Neugier war stärker. Ich wollte immer wissen, wie Dinge funktionieren.“

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Seine Stücke fand Knoblauch auf Flohmärkten – ob in Berlin-Kreuzberg, bei Trödlern, in Kellern oder durch Freunde aus Bayern und Polen. Wenn er Geräte doppelt hatte, gab er sie weiter – aber erst nach einer Generalüberholung. Denn für ihn war jedes wieder zum Leben erweckte Radio ein kleiner Sieg.

„Dass der Rudower Heimatverein mit so viel Herzblut das Rundfunk-Museum von Herrn Knoblauch zeigt, ist ein Dienst an unserer Gemeinschaft. Gerade in einer Zeit, in der vieles digital und flüchtig wird, brauchen wir solche Orte, die uns bewusst machen: Berlin ist nicht nur eine Stadt mit guten wirtschaftlichen Zukunftsaussichten, sondern auch eine Stadt mit stolzer Vergangenheit“, meint Scharmberg.

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Gerade weil sein Traum von einem festen Rundfunk-Museum bisher unerfüllt blieb, hat der Rudower Heimatverein Herrn Knoblauchs Sammlung immer wieder gezeigt. Diese Ausstellung ist deshalb nicht nur Nostalgie, sondern auch ein Blick auf Berliner Pionierleistungen in der Radiotechnologie – Berlin trug maßgeblich dazu, dass der Rundfunk unser Leben veränderte. Knoblauch hofft immer noch, dass seine Sammlung ein festes Zuhause findet und sagt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“

111. Ausstellung des Rudower Heimatvereins

Das Rudower Rundfunkmuseum stellt aus:
Sa. und So. noch bis zum 5.10.2025 von 10 – 16 Uhr
Sonderöffnung Freitag 3.10.2025 von 10 – 16 Uhr
Öffnungszeiten 10.00 – 16.00 Uhr

Eintritt frei, jede Spende ist willkommen !