Wohnungsbau auf dem Lise-Meitner-Gelände

Hier wird einmal eine Schule gestanden haben

Neukölln setzt den konsequenten Schul- und Wohnungsbau fort. Das Oberstufenzentrum Lise-Meitner-Schule, spezialisiert auf Naturwissenschaften, hat Ende letzen Jahres auf dem Nachbargrundstück einen mehr als 50 Millionen Euro teuren Neubau bezogen. „Eine der modernsten Schulen Deutschlands“, wie Familienministerin Frau Dr. GIFFEY (SPD) bei der Eröffnung betonte. Die Schule ist Teil der mit von ihr auf den Weg gebrachten Bildungslandschaft Campus Efeuweg.

Das leerstehende ehemalige Schulgebäude der Lise-Meitner-Schule wird zugunsten von Wohnungsneubau abgerissen. Die Bebauungsplanung macht den nächsten Verfahrensschritt.

Jetzt steht das leere ehemalige Schulgebäude dem Wohnungsbau im Weg. Vom 16. 3. bis 3. 4. 2020 fand die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für die Planungen statt, die schon auf einer gut besuchten Bürgerversammlung am 7. November 2019 vorgestellt wurden. Die Planung (Bebauungsplan XIV-172-1) sieht vor, dass vier Gebäude errichtet werden sollen.

Die DEGEWO als Bauherr – ihr wurden die nötigen Grundstückteile übertragen – baut im Süden zwei  bis zu sechsstöckige Modulare Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Darin sind etwa 320 Wohneinheiten für geflüchtete Menschen vorgesehen, die bei fehlendem Bedarf später einmal zu etwa 70 Wohnungen umgebaut werden können. Im Norden werden zwei bis zu fünfstöckige Gebäude mit Wohnungen errichtet, von denen mindestens 30% mietpreis- und belegungsgebunden für Menschen mit niedrigem Einkommen sind.

Unser Fraktionsvorstandsmitglied Michael Morsbach kritisierte im Vorfeld die Trennung der Bewohnergruppen in zwei getrennten Gebäudekomplexen. Dies war jedoch Voraussetzung für die Finanzierung. Zudem sei die Realisierung reiner Flüchtlingsunterkünfte wegen anderer Planungsbedingungen schneller umsetzbar.

Die SPD-Fraktion wird die weitere Entwicklung im Ausschuss für Stadtentwicklung aufmerksam begleiten, zum Beispiel, ob der angedachte Geh- und Radweg vom Campus Efeuweg zur Rudower Straße realisiert wird.

Zunächst einmal muss allerdings die alte Schulruine weggebaggert werden. Ein Schicksal, dass der Clay-Schule in Rudow bald ein zweites Mal bevorsteht. Ihr ursprünglich auf dem Geländes des Neubaus der Liese-Meitner-Schule gelegenes Gebäude wurde wegen Asbestbelastung abgerissen. Das damals bezogene – als vorübergehend geplante – Gebäude wird abgerissen, wenn die Schule in den im Bau befindlichen fast 50 Millionen Euro teuren Neubau am Neudecker Weg zieht: Schulneubau.