Stärkung des Neuköllner Radverkehrs

Neukölln investiert 6 Mio. Euro bis 2021

Wenn die Fahrradstellplätze am 16. März rund um das Neuköllner Rathaus knapp werden, könnte es daran liegen, dass hier der Neuköllner Fahr-Rat tagt. Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey hat das Gremium aus Fahrradenthusiasten von Verbänden wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Berlin und Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Nordost und Bezirkspolitikern ns Rathaus eingeladen. Ziel aller Beteiligten: Die Fahrradinfrastruktur in Neukölln verbessern.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey erklärt dazu:
„Das Bezirksamt will in den nächsten Jahren die Situation für Radler in Neukölln spürbar verbessern. Dafür haben wir knapp 6 Mio. Euro Investitionen bis 2021 eingeplant. 3,3 Mio. Euro kommen aus dem Bezirkshaushalt, 2,8 Mio. Euro aus Förderprogrammen. Sowohl im dicht besiedelten Norden, als auch im Süden werden wir bauen. Konkret werden wir Fahrbahnen verbessern durch Asphaltierung und Schlaglochbeseitigung, Schutzstreifen markieren und Fahrradbügel an Knotenpunkten installieren. Nach jahrelangen Sparzwängen sind jetzt auch zwei Stellen für Radverkehrsplaner vom Senat zugesagt worden. Diese werden wir schnellstmöglich besetzen. Alle Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs müssen auch unter Berücksichtigung der Interessen der anderen Verkehrsteilnehmer geplant werden.“

Liste der geplanten Radverkehrsmaßnahmen 2017-2021:


2017
Ortsteil Nord-Neukölln
1. Innstraße zwischen Sonnenallee und Weigandufer: Ausbau des Kopfsteinpflasters, Bau einer Asphaltfahrbahn
2. Karl-Marx-Straße von Uthmannstraße bis Briesestraße: Markierung von Schutzstreifen und Fahrradbügel, Verbreiterung der Gehwege, (Reduktion der PKW-Stellplätze auf „Null“)

Aufstellung von Fahrradbügeln in der Fahrbahn an folgenden Standorten:
3. Siegfriedstraße, vor Hermannstraße
4. Friedelstraße, vor Pflügerstraße
5. Friedelstraße, vor Maybachufer
6. Weserstraße, in Höhe Nansenstraße
7. Weserstraße 198, vor der KiTa Villa Kunterbunt 8. Anzengruberstraße, vor dem Spielplatz 9. Schönstedtstraße, hinter dem Schwerbehindertenparkplatz

Ingesamt: 128 Fahrradstellpätze (pro Bügel 2 Räder). Dafür werden 20 Autostellplätze entfallen.

10. Markierung und Beschilderung von Fahrradstraßen am Weigandufer zwischen Teupitzer Brücke und Pannierstraße
11. Markierung und Beschilderung von Fahrradstraßen in der Weserstraße von Kottbusser Damm bis Reuterstraße
12. Karl-Marx-Straße zwischen Weichselstraße und Hermannplatz: Ausbesserung der Schlaglöcher als Vorbereitung für die Radfahrstreifen

2017
Ortsteil Britz, Gropiusstadt Buckow und Rudow

13. Kölner Damm zwischen Johannisthaler Chaussee und Lipschitzallee: Markierung von Schutzstreifen und Fahrbahnverbreiterung, Rückbau des alten Radweges

2018 bis 2022
Ortsteil Nord-Neukölln

14. Friedelstraße von Maybachufer bis Weserstraße: Ausbau des Kopfsteinpflasters, Bau einer Asphaltfahrbahn
15. Donaustraße von Ganghofer Straße bis Reuterstraße und Pannierstraße von Donaustraße bis Sonnenallee: Asphaltierung der Fahrbahn
16. Weigandufer zwischen Innstraße und Weichselplatz/Fuldastraße: Verbesserung der Promenade, Sperrung der Durchfahrt für den KFZ-Verkehr in Höhe Wildenbruchplatz, Verbesserung der Querung der Wildenbruchstraße für Radfahrer und Fußgänger
17. Karl-Marx-Straße von Weichselstraße bis Hermannplatz: Markierung von Radfahrstreifen und Prüfung einer Protected Bike-Lane
18. Karl-Marx-Straße von Briesestraße bis Weichselstraße: Markierung von Schutzstreifen und Fahrradbügel, Verbreiterung der Gehwege, (Reduktion der PKW-Stellplätze auf „Null“)
19. Oderstraße zwischen Emserstraße und Tempelhofer Feld: Ausbau des Kopfsteinpflasters, Bau einer Asphaltfahrbahn

2019 bis 2022
Ortsteile Britz, Gropiusstadt Buckow und Rudow

20. Rudower Spinne: Fahrradabstellplätze auf dem P&R-Platz
21. Ringslebenstraße: Geh- und Radweg / Verbindungsstück für den Berliner Mauerweg 22. Kanalstraße: Bau eines Geh- und Radwegs auf ca. 1.500m Länge zwischen Köpenickerstraße und Stubenrauchstraße

Quelle: Bezirksamt Neukölln

2 Gedanken zu „Stärkung des Neuköllner Radverkehrs

  1. Robert sagt:

    Viel Einsatz von Frau Giffey, sehr löblich!
    Ich radle seit 30 Jahren durch den Bezirk und vermisse durchgehende, überbezirkliche Routen. So kommt man gar nicht gut per Rad nach Treptow hinüber, sondern man muß sich immer dem aggressiven Kraftverkehr aussetzen (z. B. Johannisthaler Ch. in Treptow). Stimmt sich Neukölln denn nicht mit angrenzenden Bezirken ab? Zur Uni nach Dahlem gelange ich – sicher – nur auf Schleichwegen. Es gibt in Berlin nur abgeschnittene Stücke von Radverkehrsanlagen … überall steht man plötzlich in der Pampa.
    Immerhin: Der Senat plant Schnellrouten, die radial ins Zentrum führen, aber tangentiale Strecken quer durch den Stadtkorpus gibt es nicht.

    Auf denn, mögen Rot-grün in Neukölln Wunder vollbringen! Denn: „es gibt viel zu tun …“

  2. Christopher King sagt:

    Definitiv! Bezirksübergreife Abstimmung fand bisher vor allem wohl für Autostraßen statt und weniger für Fahrradwege…

    Die geplanten Radschnellwege sind ein wichtiges Projekt für zukunftsfähige Mobilität in unserer Stadt. Hier die Prioritäten der Verwaltung: https://www.morgenpost.de/berlin/article209771067/Wo-Berlin-Radschnellwege-bekommen-koennte.html

    Beste Grüße
    Christopher King
    SPD Neukölln

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