Richtfest für Neuköllns Ricams Tageshospiz – Europa kann von Ricam lernen

Hikel lobte das Tageshospiz-Projekt mit den Worten „Wo Neukölln ist, ist vorne“

Die Unterstützung der Ricam Hospiz Stiftung durch die Neuköllner SPD Fraktion hat Tradition. Dafür stehen regelmäßige Kontakte und die Besuche großer Fraktionsteile des alljährlich stattfindenden Ricam Benefizball. Von daher war es der Fraktionsvorsitzenden der Neuköllner SPD, Cordula Klein, eine Herzensangelegenheit, am 12. Juni dem Richtfest für das neue Tageshospiz in Rudows Orchideenweg beizuwohnen. Sie kam mit dem Rudower SPD Bezirksverordneten und stellvertretenden  Fraktionsvorsitzenden Peter Scharmberg und der Bezirksverordneten Eva-Marie-Schoenthal, um ein historisches Ereignis zu feiern. Aber nicht nur die Bezirksebene der SPD war vor Ort. Mitgefeiert hat als Schirmherrin des Projekts auch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey (SPD). Sie hat gemäß alter Tradition mit Bravour den Zimmermannsnagel im Holzbalken versenkt. „Menschen, die bald sterben müssen, brauchen liebevolle Unterstützung und helfende Hände, um die verbleibende Zeit mit so viel Lebensqualität wie möglich zu füllen. Für viele ist es aber auch wichtig, dass sie so lange es geht, zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung sein können. Deshalb unterstützen wir als Bundesfamilienministerium die Idee eines Tageshospizes. Hier können die Schwerstkranken tagsüber professionell gepflegt und begleitet werden, während sie abends wieder zu Hause sein können“. Auch für die Angehörigen ist dies eine große Entlastung“, hob Giffey hervor. „Was hier entsteht, gibt es so nicht in Deutschland, das ist etwas sehr Besonderes. Wer einmal mit dem Ricam Hospiz zu tun hatte, der kommt davon gar nicht mehr richtig los“, ergänzte sie und würdigte damit die Arbeit der Ricam Hospiz Stiftung. „Von Neukölln wird hier eine Idee für Deutschland ausgehen. Wieder einmal“, betonte Giffey. Schließlich überreichte sie der Vorstandsvorsitzenden der Ricam Hospiz Stiftung, Toska Holtz, den Bären des Ministeriums, der zwar sein eignes Outfit hat, aber ehrlich gesagt, bei näherer Betrachtung dem Neuköllner Rixi Friedens- und Freundschaftsbär ähnelt.

Bundesfamilienministerin Giffey überreichte Toska Holtz den Bären des Ministeriums.

Unterstützung fand und findet die Ricam Stiftung also auch bei Neuköllns SPD Bezirksbürgermeistern, die, und auch das hat Tradition, für außergewöhnliche und innovative Projekte, stets ein offenes Ohr haben. Von Heinz Buschkowsky über Franziska Giffey bis hin Martin Hikel ist das der Fall. Und so konnte Bezirksbürgermeister Hikel mit Recht sagen:  „Wo Neukölln ist, ist vorne“. Auch er steht voll und ganz hinter dem Projekt Tageshospiz, denn „Selbstbestimmung muss sich von der Geburt bis zum Ende des Lebens durchziehen“, so Hikel. Dafür sorge das Ricam Hospiz nun mit dem Tageshospiz auf eine  neue und besondere Art. Dann erinnerte Hikel auf die aktuelle Fotoausstellung des Ricam Hospiz, die an einem Bauzaun auf der Karl-Marx-Straße zu sehen ist. Die Fotos von Petrov Ahner und die dazugehörigen „großartigen Geschichten von Menschen zeigen, dass das Leben und die Freude im Ricam im Mittelpunkt stehen, dafür meinen ganz herzlichen Dank“.

„Dieses Haus soll eine lebendige Herberge werden im Mittelpunkt des sterbenden Menschen“, hob Benno Bolze, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und Palliativverband., hervor. „60 Prozent der Deutschen wünschen sich, zuhause zu sterben“, so Bolze.  Er wünsche sich, dass mehr Menschen den Mut fassen, früher Palliativdienste und Einrichtungen in Anspruch zu nehmen und betonte: „Auch Europa kann von Ricam lernen“. „Es ist nicht einfach nur ein Gebäude. Es ist ein Versprechen. Es ist unser Herzensprojekt mit dem wir Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihren Zugehörigen in dieser Stadt sagen wollen: Wir wissen, wie es Euch geht. Wir sind für Euch da! Wir unterstützen Euch mit unserer Kraft, unserem Wissen, mit all unserer Leidenschaft für die Hospizarbeit“, hob Toska Holtz in ihrer Rede hervor. Das Tageshospiz werde ein weiterer  Meilenstein in einer sorgenden Gesellschaft“. Holtz bedankte sich bei allen Spendern, politischen Unterstützern, beim Bauherrn und den Handwerkern. Ferner wies sie auf die aktuelle Situation im Baugeschehen hin. Das Bauvolumen beträgt 3,8 Millionen Euro. Noch fehlen aber mindestens 200.000 Euro Eigenkapital. Diese Lücke entstand unter anderem durch die besondere veränderte Grundwassersituation im Rudower Blumenviertel. Die bereits eingeplanten Entwässerungskosten sind zuletzt noch wesentlich höher ausgefallen. „Die fehlende Summe jetzt noch einzuwerben, ein halbes Jahr vor Eröffnung, das ist ein ehrgeiziges Ziel“, so  Holtz und appellierte: „Wir brauchen jetzt die Hilfe der Berlinerinnen und Berliner, um das Tageshospiz zu ermöglichen.“