Richtfest für 93 Neubauwohnungen in Neukölln

Mehr als 100 Menschen waren am 25. April gekommen, um mit dem Wohnungsbau-Verein Neukölln eG (wbv) das Richtfest für das Neubauvorhaben an der Heidelberger Straße in Neukölln zu feiern. Zu den Gästen zählten Neuköllns Bezriksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der ehemalige Baustadtrat Thomas Blesing (SPD), der nun zur SPD Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung gehört.

93 Wohnungen mit insgesamt 6.100 Quadratmetern errichtet die Wohnungsbaugenossenschaft hier, alle erhalten Balkone oder Terrassen. „Wir wollten mit unserem Neubauprojekt von Anfang an Wohnraum für verschiedene Generationen schaffen. So gemischt, wie ein Berliner Kiez eben sein sollte“, sagt Falko Rügler, kaufmännischer Vorstand der Wohnungsbau-Verein Neukölln eG. Die Genossenschaft setzt deshalb in Neukölln einen ausgewogenen Wohnungsmix für Singles, Paare, Familien und Senioren um und stattet einen Teil der Wohnungen von Anfang an behindertengerecht aus. Schließlich setzt die wbv bei ihrem Wohnungskonzept auf Integration und fördert das generationenübergreifende Wohnen.

Der Neubau in der Heidelberger Straße entstand auf eigenem Grundstück. Dafür musste aber ein nicht mehr sanierbarer Wohnungsbestand aufgegeben werden. Vor dem Abriss des bestehenden Gebäudes hat die wbv allerdings für sämtliche Bewohner des Bestandgebäudes neue Wohnungen zur Verfügung gestellt und die Bewohner beim Um- und Einzug unterstützt. Ex-Baustadtrat Blesing bewundert, dass die wbv Wohnungen in dieser Qualität für so eine niedrige Miete baut. Die Kaltmieten liegen ab 8,50 Euro je Quadratmeter und Monat, was derzeit deutlich unter den Angebotsmieten in diesem Postleitzahlgebiet liegt. Von daher ist die Nachfrage aus den Reihen der eigenen Mitglieder besonders groß. Die wbv geht deshalb davon aus, die neuen Wohnungen vollständig an die Mitglieder zu vermieten. Ein weiterer Grund, warum man so günstig neu bauen konnte, liegt darin, dass nach Abriss des Altbaus auf demselben Grundstück die doppelte Wohnfläche errichtet werden konnte.

Für den frisch gewählten Bezirksbürgermeister Hikel war es das zweite Richtfest in seiner kurzen Amtszeit: Als Sozialdemokrat begrüßt er den Neubau bezahlbarer und zeitgemäßer Wohnungen in attraktiver Lage durch die wbv. „Auf diese Weise wird der angespannte Wohnungsmarkt in Neukölln entlastet und gleichzeitig ein Angebot für Menschen geschaffen, deren Geldbeutel nicht so groß ist. Solch genossenschaftliches Wohnen wünsche ich mir mehr für Neukölln“, so Hikel. Erst eine Woche zuvor freute sich Hikel über die Schaffung von 69 geförderten Wohnungen im sozialen Wohnungsbau in der Bendastaße, die degewo samt Kita für 100 Kinder dort in Britz baut.

Wer sieht, was beim Neubau in der Heidelberger Straße alles berücksichtigt wurde, kann Blesings Bewunderung für die günstigen Mieten gut verstehen. Denn neben den Wohnungen gibt es Gemeinschaftsräume, Concierge, 71 unterirdische Stellplätze mit 16 Ladestationen für Elektrofahrzeuge, attraktive Außenanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität und drei Gewerbeflächen. Die Architektur und Planung des energieeffizienten Bauvorhabens stammt vom Berliner Planungsbüro Blumers Architekten. Ein Teil des Energiebedarfs soll zum Beispiel aus einer eigenen Photovoltaik-Anlage gewonnen. „Für uns war es neben der reinen Realisierung von Wohnraum wichtig, auch Umwelt-, Energie- und Gemeinschaftsaspekte zu berücksichtigen. Und Gemeinschaftsräume sowie großzügige Außenflächen, die zum Verweilen und zur Kommunikation einladen, fördern das Miteinander der Bewohner. Energie aus Photovoltaik-Anlagen und Stellplätze mit Stromtankstellen entsprechen den Nutzeranforderungen von heute und machen unser Gebäude zukunftsfähig“, hebt Uwe Springer, technischer Vorstand beim wbv hervor.

Die Wohnanlage zwischen Harzer Straße und Heidelberger Straße, deren erste Gebäude bereits 1924 errichtet wurden, ist mit insgesamt über 700 Wohnungen die größte des Wohnungsbau-Vereins. Die Fertigstellung des Neubauprojektes ist nach nur zwei Jahren Bauzeit für die Jahreswende 2018/2019 vorgesehen.

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