Riedel-Evers-Weg erinnert an zwei im Einsatz verstorbene Feuerwehrmänner

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Würdige Ehrung der verstorbenen Brandmeister: Landesbranddirektor Prof. Dr. Karsten Homrighausen, SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, Derya Caglar MdA, Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Stadtrat Jochen Biedermann (v.li.)

Zum 175-jährigen Bestehen der Berliner Feuerwehr wurde am Braunschweiger Ufer in Neukölln ein sichtbares Zeichen des Gedenkens geschaffen: Seit dem 18. Juni 2026 trägt ein Weg den Namen Riedel-Evers-Weg. Mit der Benennung werden Hauptbrandmeister Klaus-Dieter Riedel und Brandmeister Frank Evers geehrt, die am 18. März 1991 bei einem Brandeinsatz in Neukölln ums Leben kamen. Es ist das erste Mal, dass in Berlin ein Weg nach im Einsatz verstorbenen Feuerwehrleuten benannt wurde.

Am 18. März 1991 ging um 1.07 Uhr in der Feuerwehr-Leitstelle Wilmersdorf der Alarm einer ausgelösten Sprinkleranlage in einem Hochregallager in der Gradestraße 45–57 in Neukölln ein. Im oberen Bereich des Lagers war ein Feuer ausgebrochen, das rasch auf das Dach übergriff. Fünf Löschzüge beteiligten sich an der Brandbekämpfung. Während des ersten Innenangriffs wurden im Außenbereich drei Drehleitern in Stellung gebracht, um das Dach abzulöschen und zu kühlen. Nachdem die Einsatzleitung die Meldung „Einsatzstelle unter Kontrolle“ gegeben hatte, brach gegen 6.25 Uhr – rund zwei Stunden später – erneut ein Brand im oberen Bereich des Hochregallagers aus. Wieder stand das Dach in Flammen. Erneut wurden Drehleitern positioniert, um das Dach zu beobachten und den Innenangriff abzusichern. Etwa eine halbe Stunde später stürzte die Lagerhalle plötzlich und ohne Vorwarnung ein. Eine Außenwand kippte gegen die Drehleiter des Löschzugs Wilmersdorf. Der auf rund 16 Meter ausgefahrene Leitersatz wurde durch die Wucht des Einsturzes innerhalb weniger Sekunden zu Boden gedrückt. Der Leiterkorb schlug auf dem Boden auf. Hauptbrandmeister Klaus-Dieter Riedel und Brandmeister Frank Evers, die sich darin befanden, wurden tödlich verletzt. Hauptbrandmeister Klaus-Dieter Riedel starb im Alter von 54 Jahren noch am Unfallort. Brandmeister Frank Evers erlag seinen Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus, er stand mit 27 Jahren noch am Anfang seines Berufslebens.

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Hauptbrandmeister Klaus-Dieter Riedel und Brandmeister Frank Evers (v.li.)

„Klaus-Dieter Riedel und Frank Evers sind die letzten unserer Kollegen, die im Einsatz ihr Leben verloren haben – und sie sind die ersten, die für ihren Einsatz mit der Benennung eines eigenen Weges geehrt werden. Die Namen Riedel und Evers haben einen festen und wichtigen Platz in der Geschichte der Berliner Feuerwehr, und mit diesem Weg geben wir ihnen nun auch einen dauerhaften Platz im Stadtbild Berlins“, sagte Landesbranddirektor Prof. Dr. Karsten Homrighausen bei der Enthüllung des Straßenschildes am 18. Juni 2026. Gemeinsam mit unserem Bezirksbürgermeister Martin Hikel und einem Angehörigen der Verstorbenen enthüllte er das Schild entlang des Braunschweiger Ufers.

Mit der Benennung des Riedel-Evers-Weges werden Klaus-Dieter Riedel und Frank Evers für ihren Mut, ihr Engagement und ihre tiefe Verbundenheit zur Feuerwehrgemeinschaft geehrt, so Homrighausen. Der Weg sei ein sichtbares Zeichen dafür, dass ihr Einsatz und ihre Opferbereitschaft nicht in Vergessenheit geraten. Zugleich erinnerte Homrighausen daran, dass die Berliner Feuerwehr am 18. Juni 1851 gegründet wurde und seit nunmehr 175 Jahren verlässlich „für Schutz und Hilfe in dieser Stadt“ stehe.

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Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel enthüllte das Schild

Der Wunsch, einen Weg nach den beiden Feuerwehrmännern zu benennen, war von der Berliner Feuerwehr an unseren Bezirksbürgermeister Martin Hikel herangetragen worden. Er brachte den Vorschlag in die Bezirksverordnetenversammlung ein. Dort wurde ein gemeinsamer Antrag von uns und den Grünen, der in der Ausschusssitzung für Verkehr und Tiefbau vom 11.02.2026 mit einer Ergänzung auf Wunsch der CDU geändert wurde, in zweiter Lesung einstimmig beschlossen.

Der Antrag sieht vor, den bisherigen Grünzug am Braunschweiger Ufer in Riedel-Evers-Weg umzubenennen. Darüber hinaus wird das Bezirksamt gebeten, den Eigentümer des Projektgeländes „Britzer Terrassen“ auf dem ehemaligen RIAS-Gelände zu ersuchen, zwei Straßen oder Plätze nach den beiden verunglückten Feuerwehrmännern zu benennen. Außerdem soll voraussichtlich noch in diesem Jahr im Bereich Gradestraße/Tempelhofer Weg ein Gedenkstein errichtet werden. Das kündigte Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, in seiner Rede zum Gedenken an. Hikel und Biedermann dankten der Berliner Feuerwehr von Herzen für ihren täglichen Einsatz im Dienst der Gesellschaft und zum Schutz der Menschen sowie der Infrastruktur in unserer Demokratie.

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SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein und Derya Caglar MdA (v.re.)

An der feierlichen Umbenennung des Grünzugs in Riedel-Evers-Weg nahmen auch unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, unser Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus Derya Çağlar sowie etliche Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner teil.

„Die tatkräftige Unterstützung der Berliner Feuerwehr, auch der Freiwilligen Feuerwehr in unserem Berlin, ist für uns Sozialdemokraten eine Herzensangelegenheit. „Mit dem Riedel-Evers-Weg setzen wir ein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung und des Respekts. Klaus-Dieter Riedel und Frank Evers haben im Dienst für die Menschen in unserer Stadt ihr Leben verloren. Ihr Mut und ihre Einsatzbereitschaft verdienen es, auch nachfolgenden Generationen im Gedächtnis zu bleiben. Ich freue mich, dass Neukölln mit der Benennung dieses Weges dazu beiträgt, ihre Geschichte und ihr Vermächtnis dauerhaft im öffentlichen Raum sichtbar zu machen,“ sagt unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein.

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