Neustart für Neuköllns Karl-Marx-Straße

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Weihten die „neue“ Karl-Marx-Straße ein: Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Bezirksstadtrat Jochen Biedermann, Susanne Liepe von „Aktion! Karl-Marx-Straße“ und Verkehrsstaatssekretär Stephan Machulik (v.li.)

„Seit langem wird der Niedergang der Karl-Marx-Straße beklagt. Alte Geschäfte schließen, der Straßenraum wirkt wegen der zahlreichen Ausbesserungen und unterschiedlichen Gestaltungselemente ungepflegt und ungeordnet. Teilweise sind die Gehwege zu schmal für die hohe Frequenz der Passanten und die alte Beleuchtung ist nicht besonders hell. Dies wird sich nun ändern“. Mit diesen Worten kündigte unser ehemaliger Bezirksstadtrat für Bauwesen Thomas Blesing im Mai 2010 den Umbau der Karl-Marx Straße an. 15 Jahre später, am 26. September 2025, stehen unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel, unser Staatssekretär Stephan Machulik aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, Jochen Biedermann, vor dem Rathaus Neukölln, um die Bürger später zum Fest zum Neustart der Karl-Marx- Straße auf den Alfred-Scholz-Platz einzuladen. Gekommen war auch unser Bezirksverordneter Robert Hagen, der Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Tiefbau ist.

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Der SPD-Bezirksverordnete Robert Hagen zeigt sich überzeugt vom Ergebnis

Die Karl-Marx-Straße in Neukölln verlor ab den 1990er-Jahren zunehmend an Attraktivität: Leerstände, Billigläden, enge Gehwege und ein hoher Verkehrsfluss prägten das Bild. Um diesen Prozess zu stoppen, setzten wir als SPD- Fraktion alle Hebel in Bewegung, dass das Gebiet 2009 in die Städtebauförderung aufgenommen und schließlich zum Sanierungsgebiet erklärt wurde. Unter dem Leitbild „Handeln, Begegnen, Erleben“ begann ein groß angelegter Umbau, bei dem Anwohnende, Gewerbetreibende und Kulturschaffende über die Initiative „Aktion! Karl-Marx-Straße“ frühzeitig eingebunden wurden.

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Für die Initiative ist zum „Neustart“ Susanne Liepe erschienen: Sie ließ in ihrer die einzelnen Bauphasen Revue passieren. Die Bauarbeiten erfolgten in mehreren Abschnitten. Den Auftakt bildete zwischen 2010 und 2012 die Neugestaltung des südlichen Abschnitts von der Silberstein- bis zur Jonasstraße. Ziel war es, den starken Durchgangsverkehr neu zu ordnen und gleichzeitig die Situation für Fußgänger und Radfahrende zu verbessern. Breitere Gehwege, Radstreifen und eine klare Verkehrsführung wurden umgesetzt. Ab 2014 folgte der Umbau im Bereich Jonasstraße bis Uthmannstraße. Hier lag die Herausforderung darin, den Betrieb einer stark frequentierten Geschäftszone während der Bauarbeiten aufrechtzuerhalten. Nach Abschluss profitierten Händler und Kundschaft von barrierefreien Gehwegen und einer insgesamt aufgewerteten Umgebung. Zwischen 2016 und 2018 wurde die Strecke von der Uthmannstraße bis zur Briesestraße erneuert. Im Vordergrund stand die Erhöhung der Verkehrssicherheit: Neue Querungshilfen erleichtern das Überqueren der Straße, zusätzliche Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellmöglichkeiten und künstlerische Elemente wie die „Pollerwolke“ machen den Straßenraum vielfältiger. Der letzte große Abschnitt von der Briesestraße bis zur Weichselstraße stellte die Planerinnen und Planer vor die größten Aufgaben: „Da vor den eigentlichen Straßenbauarbeiten zusätzlich die Abdichtung der Tunneldecke der U Bahnlinie 7 durch die BVG erfolge, dauere das Bauvorhaben länger als ein „normaler“ Straßenbau“, sagte Marco Ilgeroth vom Ingenieursbüro Asphalta 2014 auf einer von unserem Baustadtrat Blesing initiierten Bürgerversammlung. Asphalta war zuständig für die örtliche Bauüberwachung. Neben der Oberflächengestaltung und der U-Bahntunnel-Sanierung mussten zahlreiche Leitungen im Untergrund erneuert werden. Zu Recht sagte unsere ehemalige Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey „Der Umbau der Karl-Marx-Straße gleicht einer Operation am offenen Herzen“. Um Schäden am Tunnel der U-Bahn zu vermeiden und den U-Bahnverkehr nicht zu gefährden, konnte das Abtragen die Oberfläche der Straße nicht mit großem und schwerem Gerät durchgeführt werden, stattdessen mussten die Bauarbeiter die Oberfläche mit dem Presslufthammer abtragen, was zeitaufwändig war, erklärte unser Bezirksbürgermeister Hikel in seiner Rede. Er erinnerte damit an das, was Marco Ilgenroth bereits 2014 in der Bürgerversammlung erläuterte.

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„Verzögerungen aufgrund neuer Vorgaben zur Behandlung von kontaminiertem Abbruchmaterial der U-Bahn-Tunneldecke, wie beispielsweise asbesthaltige Baustoffe, führten dazu, dass dieser Teil erst im Sommer 2025 fertiggestellt wurde“, ergänzte Liepe. Fazit: Mit breiten Gehwegen, neuen Bäumen, Radstreifen und Platzflächen ist auch hier die Aufenthaltsqualität spürbar gestiegen.

Parallel zur Tunneldecken-Sanierung baute die BVG im U-Bahnhof Karl-Marx-Straße auch einen Fahrstuhl ein. Unser Staatssekretär Machulik lobte die Zusammenarbeit zwischen Bezirks- und Senatsverwaltung und ging in seiner Rede auf die Finanzierung des Vorhabens ein. Finanziert wurde der Umbau überwiegend über die Städtebauförderung. Rund 2,8 Millionen Euro flossen aus dem Programm „Stadtumbau West“ in den ersten Abschnitt, die drei Bauabschnitte zwischen Jonas- und Weichselstraße kosteten zusammen 19,8 Millionen Euro und wurden aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren und Quartiere“ getragen. Ergänzend beteiligte sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) an der Finanzierung. Nicht eingerechnet seien dabei die Kosten der Bau- und Sanierungsmaßnahmen der BVG, so Machulik.

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Heute präsentiert sich die Karl-Marx-Straße deutlich verändert: Die Reduzierung auf eine verbreiterte Fahrspur pro Richtung sorgt für mehr Übersichtlichkeit, und Radstreifen sowie barrierefreie Querungen erhöhen die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger. Darüberhinaus schaffen neue Bäume und platzartige Bereiche Raum für Aufenthalt und Gastronomie. Mit der Fertigstellung im Jahr 2025 ist der Umbau jedoch noch nicht abgeschlossen. Ab 2027 soll auch der nördliche Abschnitt bis zum Hermannplatz neu gestaltet werden, erneut verbunden mit einer umfassenden Sanierung des U-Bahn-Tunnels. Unser Bezirksverordneter Robert Hagen freut sich, dass der lang andauernde komplexe Umbau von „Neuköllns wichtigster Einkaufsstraße“ nun abgeschlossen ist. Der Umbau der Karl-Marx-Straße stehe „exemplarisch für eine langfristige, durchdachte Stadterneuerung, die alle Verkehrsteilnehmer, Gewerbe, Aufenthaltsqualität und Bürgerbeteiligung miteinander verbindet – und unserem Neukölln ein neues zukunftsfähiges Zentrum gibt“, so Hagen.

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