Neuköllner Engagementpreis zeichnet verdiente Bürger aus

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Ehrten die verdienten Bürger: SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein mit Bezirksstadträtin Janine Wolter (v.re.) mit Claudia von Gélieu

In einem zweieinhalbstündigen Ehrungsmarathon hat der Bezirk Neukölln im Kulturstall auf dem Gutshof Britz zum dritten Mal engagierte Bürger im Bezirk geehrt. Diesmal waren es 95. Zugleich wurde am 27. November der Engagementpreis 2025 in drei Preiskategorien vergeben. Dazu zählen der Ehrenamtspreis für komplett ehrenamtliche Projekte, der Trägerschaftspreis für Projekte mit hauptamtlicher Begleitung und der Themenpreis. Jede Preiskategorie ist mit 1500 Euro dotiert. Auch unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter (SPD) nahm Ehrungen vor. Den Ehrungen wohnte auch unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein bei.

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Den Ehrenamtspreis hat die Initiative „Rudow empört sich – Gemeinsam für Respekt und Vielfalt“ erhalten. Sie wurde 2018 gegründet und setzt sich nach wie vor zum Ziel, Vielfalt, Toleranz und Respekt im Stadtteil und darüber hinaus zu fördern. Sie organisiert dafür jährlich zum „Internationalen Tag gegen Rassismus“ eine Menschenkette. Mit Veranstaltungen, wie der Reihe „Rudow im Gespräch“, zu der kürzlich die Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai eingeladen war, oder mit Open-Air-Kinoabenden, bringt sie Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen. Die Initiative initiierte auch die erste Stolpersteinverlegung in Rudow. Es handelt sich um den Stolperstein für den Bauarbeiter und Kraftfahrer Otto Laube, der Gedenkstein für ihn wurde am 17. Juni 2025 in der Fleischerstraße 6 verlegt. Zudem hatte die Initiative eine historische Fahrradtour mit dem Titel „Brennpunkte Rudower Geschichte. Von der NS-Zeit bis heute“ veranstaltet. Darüber hinaus beliebt sind die von der Initiative „Rudow empört sich“ veranstalteten „Offenen Tafeln“, zu der Menschen aus aller Welt Speisen mitbringen, um gemeinsam bei Live-Musik zu speisen und ins Gespräch zu kommen. Die Sprecherin der Initiative, die Schriftstellerin Claudia von Gélieu, dankte für den Preis: „Wir sehen diese Auszeichnung als ein wichtiges Zeichen in einer Zeit, wo politisch leider eine Entwicklung nach Rechts stattfindet, es immer mehr Rassismus gibt und eben auch rechten Terror. Es ist ein wichtiges Zeichen für die Initiativen, die sich für Demokratie einsetzen und eben für den wichtigsten Grundsatz unserer Verfassung. Sie beklagte, dass „diese Initiativen und deren staatlichen Unterstützung auch infrage gestellt“ werden. Darüber hinaus hoffe sie, „dass diese offizielle Auszeichnung des Bezirksamts Neukölln auch dazu führt, dass diejenigen demokratischen Parteien, die in der Vergangenheit unser Engagement nicht unterstützt haben, dass in Zukunft tun werden, und das dies eine Ermutigung und eine Aufforderung für alle Menschen ist, die unser Anliegen teilen, in Zukunft an unseren Aktivitäten mitzuwirken“.

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Die Kiezzeitung „Donauwelle“ (Schillerwerkstatt e.V.) erhält den Trägerschaftspreis 2025. Die „Donauwelle“ ist seit 2020 ein Nachbarschaftsmagazin aus dem Donaukiez, das Stimmen aus der Nachbarschaft sichtbar macht und aktuelle Themen des Kiezes aufnimmt. Die Zeitung wird durch eine ehrenamtliche Kiezredaktion kollektiv erarbeitet, Menschen verschiedener Generationen arbeiten daran mit. Die „Donauwelle“ möchte die Nachbarschaft informieren, aktivieren und ins Gespräch bringen und erscheint mehrsprachig (Arabisch, Türkisch, Deutsch).

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Preisträger des Themenpreises 2025 ist „UfO goes Neukölln“ (Union für Obdachlosenrechte Berlin), die unabhängige Interessenvertretung ehemals und aktuell wohnungsloser Menschen in Berlin. „UfO goes Neukölln“ gibt Betroffenen die Möglichkeit, ihre Interessen zu vertreten und Verbesserungen selbst zu gestalten. In Neukölln hat UfO gemeinsam mit dem Nachbarschaftsheim Neukölln ein Sprachcafé als Ort der Begegnung und Teilhabe für benachteiligte wohnungslose Neuköllnerinnen und Neuköllner eingerichtet. In einer Interview-Kampagne wurden in diesem Jahr 38 Interviews mit obdachlosen Menschen zu BVG-Reinigungsstreifen, dem Leitfaden Obdachlosigkeit und zu Diskriminierung und Gewalt geführt. Am bundesweiten Tag der wohnungslosen Menschen veranstaltete UfO das Fest „Tag des UfOs“, auf dem mit Redebeiträgen von Betroffenen, Film und Musik Menschen mit und ohne Obdach erreicht und der Austausch zu den Rechten von wohnungslosen Menschen gestärkt wurde. Die Gewinnerprojekte wurden von einer neunköpfigen Jury ermittelt, mit Vertreterinnen aus den letztjährigen Siegerprojekten, dem Vorstand des Unternehmensnetzwerks, der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, Mitarbeitenden aus dem Projekt „Stadtteilmütter in Neukölln“, einem Mitglied der AWO Berlin KV Südost und dem Engagement beauftragten des Bezirksamtes Neukölln. Die Auswahl erfolgte durch eine Jury von Expertinnen und Experten mit Vertreterinnen und Vertretern aus den letztjährigen Siegerprojekten, dem Vorstand des Unternehmensnetzwerks, der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, Mitarbeitenden aus dem Projekt „Stadtteilmütter in Neukölln“, einem Mitglied der AWO Berlin KV Südost und dem Engagementbeauftragten des Bezirksamtes Neukölln.

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„Gerne bin ich der Einladung zur 3. Ehrenamtsgala gefolgt. Ich bin stolz auf unseren Bezirk. Es gibt so viele Menschen, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen. Herzlichen Dank dafür. In einer Zeit, in der rechtspopulistische Parteien und ganz Europa Hass und Hetze verbreiten, ist Zusammenhalt wichtiger denn je“, betont unsere Fraktionsvorsitzende Klein.