
Am 13. Februar 2026 hat unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter, den 10. Neuköllner Kunstpreis in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Martin Hikel im Heimathafen Neukölln vergeben. Auch unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein war mit dabei und freute sich mit den nominierten sowie den ausgezeichneten Künstler*innen.
In seiner Rede ließ unser Bezirksbürgermeister Hikel keinen Zweifel daran, wie wichtig Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft sind. Kunst sei unschätzbar; Kulturförderung und Kunst gehörten grundsätzlich zu einer demokratischen Gesellschaft dazu, so Hikel. Auch in diesem Jahr war die Beteiligung am Neuköllner Kunstpreis sehr hoch: 160 Künstler*innen, die in Neukölln leben oder hier ein Atelier haben, hatten sich beworben.

„Der Neuköllner Kunstpreis ist längst mehr als eine Auszeichnung. Er ist ein sichtbares Zeichen für die Lebendigkeit, Qualität und Vielfalt unserer lokalen Kunstszene. Die eingereichten Arbeiten spiegeln nicht nur eine enorme Bandbreite an Ausdrucksformen wider, sondern auch die Internationalität unseres Bezirks“, sagte unsere Kulturstadträtin Wolter. In diesem Zusammenhang würdigte sie die Arbeit der Galerien und ihren Wert als Orte, an denen wir zusammenkommen, Kunst kostenfrei genießen und uns mit anderen über unsere Gesellschaft austauschen können. Gemeinsam mit unserem Bezirksbürgermeister Hikel dankte Stadträtin Wolter allen, die am Gelingen der Verleihung des Neuköllner Kunstpreises mitgewirkt haben.
Der erste Preis, dotiert mit 3.000 Euro, ging an die Künstlerin Va-Bene Elikem Fiatsi für das Werk „Monument of Second Skin“. Die Künstlerin vereine „mit ihrer Installation eine Fülle an weiblich gelesener Kleidung mit einer großflächigen, an eine Backsteinmauer erinnernden Fotowand. Dabei werde die Kleidung als ‚zweite Haut‘ verstanden – als Medium, unterschiedliche Persönlichkeiten sichtbar werden zu lassen.“ Die Installation könne auch als Vorhang gelesen werden, „den die Betrachtenden fast voyeuristisch zur Seite schieben müssen, um die darunterliegende Ebene aus intimen Fotos der Künstlerin zu enthüllen, die ihren langjährigen Prozess der Transition dokumentieren. Mit dieser Arbeit öffne die Künstlerin einen direkten Einblick in ihre persönliche Geschichte und verweise geradezu plastisch auf den gesellschaftlichen Diskurs der Anerkennung nicht-binärer Geschlechtsidentitäten“, urteilte die Jury.

Der Jury gehörten in diesem Jahr Sven Beckstette (Kurator Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart), Claudia von Funcke (Künstlerin und Preisträgerin des Neuköllner Kunstpreises 2018), Yolanda Kaddu-Mulindwa (Leitung Kommunale Galerien Neukölln), Kat Nowak (Festivalleitung 48 Stunden Neukölln), Ceren Saner (Künstlerin und Preisträgerin des Neuköllner Kunstpreises 2024) sowie Laura Helena Wurth (Kunstkritikerin und Autorin) an. Geleitet wurde die Jury von Nora Zender (ohne Stimmrecht).
Den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Preis erhielt Laura Köran für die Videospiel-Installation „Total Siege of the Sky“ (2024). Das Werk besteche durch seine „ironische Verschränkung von Gaming-Elementen und beißender Kritik an militärischen und patriarchalen Machtstrukturen“. Dabei überreize die Künstlerin „die Symboliken von Krieg und Macht bis ins Lächerliche. Indem sie den Blick in übertriebener Weise auf den ‚Spaßfaktor‘ lenkt, lasse sie die mitspielenden Betrachtenden sich zugleich unterhalten und höchst unwohl fühlen. Die Mehrdimensionalität dieser Kritik am aktuellen politischen Weltgeschehen und dem militärisch-industriellen Komplex“ mache den Reiz dieses Werkes aus, so die Jury.

Für die Videoinstallation „Sun Eaters“ wurde die ukrainische Künstlerin Maryna Makarenko mit dem dritten Preis ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld von 1.000 Euro. „Sun Eaters“ sei „eine präzise und poetische Auseinandersetzung mit Ressourcenkonflikten und verhandle einen utopischen Gegenentwurf zur Kriegsrealität der Krim“, dem Ort der Kindheit der Künstlerin, mit dem sie persönliche Erinnerungen teilt. Damit schaffe Makarenko „eine eigene, friedliche Gegenwelt und distanziere sich von der aufgezwungenen, nationalistischen Kriegsgeschichte des realen Ortes. Formal wie inhaltlich überzeugt die Arbeit durch dichte Bildsprache und politische Relevanz“, heißt es in der Würdigung der Jury.
Ein Werk der Künstlerin Anita Esfandiari wurde als Zusatzpreis von der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land angekauft und „findet seinen Platz in der Konzernzentrale des Neuköllner Wohnungsbauunternehmens“, so Geschäftsführerin Natascha Klimek.
„Zehn Jahre Neuköllner Kunstpreis bedeuten zehn Jahre gelebte kulturelle Vielfalt in unserem Bezirk. Der Neuköllner Kunstpreis steht für Offenheit und Dialog und hat sich längst als feste Größe in der Berliner Kunstlandschaft sowie als wichtige Plattform für die lokale Kunstszene etabliert. Er ist eine Auszeichnung – und er ist darüberhinaus unser klares kulturpolitisches Bekenntnis zur Freiheit der Kunst, zur Förderung kreativer Räume und zu einem lebendigen, demokratischen Miteinander in Neukölln“, hebt unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein hervor.
Die Arbeiten der acht nominierten Künstler*innen für den Neuköllner Kunstpreis 2026 (Rula Ali, Anita Esfandiari, Va-Bene Elikem Fiatsi, Uladzimir Hramovich, Selma Laura Köran, Maryna Makarenko, muSa michelle mattiuzzi und Tatsuma Takeda) sind noch bis zum 19. April 2026 in der Galerie im Saalbau in der Karl-Marx-Straße 141 zu sehen. Die Galerie ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
