
Schon als Kind suchte Linus Bitterling nach „ihrer“ Sportart – fündig wurde sie 2001 im Boxen beim queer-feministischen Verein Seitenwechsel. Dort begann ein Engagement, das das Frauenboxen in Berlin nachhaltig prägen sollte. Wie notwendig solche Initiativen waren, zeigt ein Blick in die Geschichte: Noch 1986 mussten Boxerinnen wegen eines Profikampfes Strafen zahlen, erst 1994 fand der erste offizielle Frauenprofikampf in Deutschland statt.
2005 gründete Bitterling schließlich Boxgirls Berlin, als Teil des Programms MädchenStärken der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Seitdem nutzt der Verein Boxen als Motor für sozialen Wandel und hält bewusst am Namen „Boxgirls“ fest – trotz inklusiver Angebote für Mädchen, junge Frauen, Queers, FLINTA und alle Geschlechter, letzteres etwa mit dem Projekt Box Queers.

Zum 20-jährigen Jubiläum am 21. November 2025 in der NaunynRitze gratulierten zahlreiche Gäste. So unter anderem unser Bezirksverordneter Peter Scharmberg, unser Bundestagsabgeordneter Hakan Demir, unser Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter und Frank Henkel, Präsident des Berliner Boxverbands. Henkel würdigte die besondere Rolle des Vereins im Berliner Boxsport und dankte dem Verein für seine großartige Arbeit. Bitterling dankte den langjährigen Unterstützer*innen – besonders den Bezirksämtern Kreuzberg und Neukölln – und hob hervor, wie wichtig diese Kooperationen seien, so unterstütze das Bezirksamt Neukölln auch Projekte wie das Minta-Sportfest.
Seit der Gründung ist der Verein queer-feministischer Arbeit verpflichtet – im Training, in Schulen und im öffentlichen Raum. Ziel bleibt es, diskriminierte Gruppen zu stärken und sichere Räume zu schaffen.

Der Verein wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2007 mit dem Innovationspreis im Frauensport, 2008 beim Gamechangers-Wettbewerb und 2009 als Bundessieger bei startsocial, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel den Sonderpreis verlieh. Seit 2011 ist Boxgirls Berlin Stützpunktverein im Programm „Integration durch Sport“ und erhielt 2019 den Frauensportförderpreis Neukölln.

Unsere Stadträtin Janine Wolter betonte den hohen gesellschaftlichen Wert des Vereins: Boxgirls biete Schutzräume für Menschen, die im Alltag Diskriminierung erleben. Deshalb sei es ihr, so Wolter „wirklich ein tiefes Bedürfnis, den Verein weiterhin zu unterstützen“. Sie brachte zudem eine erfreuliche Nachricht mit: Die Finanzierung des kommenden Mädchensportfestes sei gesichert. Schließlich überreichte sie zum Jubiläum einen Gutschein über 200 €. Unser Bezirksverordneter Scharmberg meint dazu: „Boxgirls Berlin zeigt seit zwei Jahrzehnten, wie unglaublich kraftvoll Sport sein kann, wenn er Menschen stärkt, statt ausgrenzt. Der Verein schafft Räume, in denen Mädchen und junge Frauen Selbstvertrauen entwickeln, Verantwortung übernehmen und ihren eigenen Weg gehen. Für Neukölln ist dieses Engagement ein echter Gewinn – sozial, sportlich und gesellschaftlich. Ich freue mich riesig, dass Boxgirls Berlin seit 20 Jahren so viel positive Energie in unseren Bezirk bringt, und wünsche dem Team weiterhin Mut, Ausdauer und unendlich viele starke Momente.“ Heute bietet Boxgirls rund 30 Trainings pro Woche für 160 Mitglieder und zusätzlich 80 Mädchen an. Mit vier Projekten erreicht der Verein jährlich etwa 2.500 Menschen berlinweit. Damit ist er der größte Boxverein für Mädchen und Frauen in Berlin – und mit Partnerorganisationen in Kenia und Südafrika auch international aktiv.

