Neukölln kippenfrei

Aktiv gegen achtlos weggeworfene Zigarettenkippen: Bezirksverordneter Wolfgang Hecht (mi.)

Wer Zigarettenkippen achtlos wegwirft, schadet der Umwelt. Darauf hat unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) mit der Aktion Neukölln kippenfrei am 27. August am Eingang zum Tempelhofer Feld an der Oderstraße Ecke Herrfurthstraße hingewiesen. Begleitet wurde die Aktion von einem Team der Neuköllner Sauberkeitskampagne „ Schön wie wir“ und vom SPD Fraktionär Wolfgang Hecht. Er resümiert: Wieder einmal macht sich „Schön wie wir“ für eine wichtige Sache stark:  Denn Zigarettenkippen – zumal in großer Zahl – sind ein ästhetisches Problem, aber was noch viel wichtiger ist ein Umweltproblem. Eine Kippe kann bis zu 60 Liter Grundwasser verunreinigen“.

Schätzungen zufolge landen jährlich mehrere Billionen Kippen in Deutschland illegal entsorgt in unserer Umwelt. Das ist fatal. Denn in den Zigarettenfiltern sammeln sich ein Großteil der im Tabakrauch enthaltenen Schadstoffe, vor allem Nikotin. Daneben können in gebrauchten Zigarettenfiltern noch Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol, Nitrosamine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten sein. Das schadet Wasserorganismen, und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Giftstoffe damit auch zurück in unseren Nahrungskreislauf gelangen. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Meeresökosysteme zeigten neuere wissenschaftliche Untersuchungen, dass Nikotin über auf Straßen und Fußwege geworfene Zigarettenfilter in den Regenabfluss gelangt. Dabei wurde festgestellt, dass 50 Prozent des in Zigarettenfiltern enthaltenen Nikotins bereits in weniger als 30 Minuten herausgelöst werden kann. In Versuchen mit Seeringelwürmern wurden die Auswirkungen von Schadstoffen aus benutzen Zigarettenfiltern untersucht. Bei deutlich geringeren Konzentrationen, als sie aus städtischen Oberflächenabwässern bekannt sind, zeigten Seeringelwürmer bereits deutlich längere Eingrabungszeiten, Gewichtsverluste von mehr als 30 Prozent und mehr als eine Verdopplung an Schäden des Erbguts beziehungsweise der DNA. Zudem stellen Zigarettenkippen – wie alle kleinen Fremdstoffpartikel – eine Bedrohung für Meereslebewesen dar. Diese können kleine im Wasser befindliche Partikel jeder Art mit Nahrung verwechseln, was zur Verstopfung im Verdauungsapparat mit möglicher Todesfolge oder zum Verhungern mit gefülltem Magen führen kann, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage Anfang des Jahres zum Thema Schädlichkeit von Zigarettenstummeln. Alarmierend ist, dass einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (Tobacco and its environmental impact, WHO 2017) zufolge, Zigarettenstummel weltweit den größten Anteil der Abfälle ausmachen, die in Städten und an Stränden aufgesammelt werden. Sogar im Meereis der Arktis sind bereits Chemikalien und Kleinstpartikel aus Zigarettenfiltern gefunden worden.

„Stunde für Stunde landen in Berlin Tausende Kippen auf der Straße, in Parks und in Gewässern. All das ist Grund genug, etwas dagegen zu tun“,betont Bezirksbürgermeister Hikel und hat im Rahmen des 2016 von der SPD initiierten Projekts „Schön wie wir“ Taschenaschenbecher an die Bürger verteilt. Das stieß bei den Bürgern auf eine große Resonanz. Viele wollen sich dafür einsetzen und werben, dass Berlin kippenfrei wird. Anschließend hat Hikel zusammen mit SPD Fraktionär Wolfgang Hecht und Mitgliedern des Schön wie wir Teams des Bezirksamts Kippen mit der Zange aufgehoben, damit sie sicher entsorgt werden.

Übrigens: wer Zigarettenkippen illegal entsorgt, indem er sie achtlos auf die Straße oder Wiese wirft, kann derzeit in Neukölln zunächst mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 EUR belangt werden, das Regelbußgeld liegt bei 60 EUR.