Nach tragischem Fahrradunfall: Umbaumaßnahmen für mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer an Hermannstraße unverzüglich umgesetzt

Der tödliche Radfahrunfall auf der Hermannstraße Ecke Kienitzer Straße am 13. Juni war auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. An der Unfallstelle sind eine Lichtzeichenanlage, ein absolutes Haltverbot sowie eine vorgezogene Haltlinie für Radfahrende mit weiterführender Markierung für den Radfahrverkehr bereits vorhanden. Der Fahrzeugführer parkte jedoch im absoluten Haltverbot und öffnete dann unachtsam die Tür. Der Radfahrer prallte gegen die Autotür und erlag seinen schweren Kopfverletzungen wenige Stunden nach dem Unfall.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey als zuständige Fachdezernentin hatte sich gleich nach dem Unfall mit der Polizei, der bezirklichen Straßenverkehrsbehörde, dem Straßen- und Grünflächenamt und einem Vertreter des Volksentscheids Fahrrad vor Ort getroffen, um über mögliche Maßnahmen zu beraten. Erarbeitet wurden vier Vorschläge für Sofortmaßnahmen:

  • Der Bereich des absoluten Haltverbotes wird unter Versetzen des vorhandenen Verkehrszeichens und Verlust eines Stellplatzes in einer Kurzzeitparkzone um eine PKW-Länge erweitert.
  • Der Bereich des absoluten Haltverbotes erhält zusätzlich eine Fahrbahnmarkierung in Form einer Sperrfläche.
  • In die Sperrfläche werden zwei Poller eingebaut.
  • Die vorhandene Radfahrerfurt wird durch eine Markierung für den Radfahrverkehr vor der Lichtzeichenanlage verlängert.

Nachdem die Verkehrslenkung Berlin am 17. Juli 2017 grünes Licht für diese Maßnahmen gegeben hat, hat das Bezirksamt seine Zusage eingehalten und gestern Vormittag – also nur einen Tag später – die Verbesserungen umgesetzt.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey:

„Ich freue mich, dass die Verkehrslenkung unserem Vorschlag eines 4-Punkte-Plans gefolgt ist. Da sich Autofahrer von Halteverbotszonen oft nicht beeindrucken lassen, sind vor allem  die Poller ein wichtiges Element für eine wirksame Lösung, um zu vermeiden, dass Fahrzeuge einfach auf dem Radfahrstreifen geparkt werden. Für die konkrete Unfallstelle ist ein gutes Signal zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Radfahrern gesetzt worden. Dennoch gibt es für die ganze Hermannstraße Handlungsbedarf. Dies kann der Bezirk nicht alleine stemmen. In einem ersten Schritt muss ein Gutachten über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Radwegesituation erstellt werden, das die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und realistische Möglichkeiten auf dieser viel befahrenen Verkehrsader aufzeigt. Die Mittel dafür werden wir beim Senat beantragen.“

Quelle: Bezirksamt Neukölln

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.