Heimatverein lädt zur Mühlenausstellung

Bezirksbürgermeister Hikel (2.v.re.) mit dem Vorstand des Heimatvereins Manfred Ziemer (3.v.re) und Jutta Kendzia (1.v.li.) sowie den SPD Fraktionären Schoenthal (3.v.li.), Scharmberg (1.v.re.) und Bertil Wewer (Grüne).

Am 12. Mai hat Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) die neue Ausstellung des Rudower Heimatvereins „Mühlen in Rudow, Neukölln und Umgebung“ zusammen mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins Manfred Ziemer eröffnet. Zu Gast waren auch die SPD Bezirksverordneten Eva-Marie Schoenthal und Peter Scharmberg sowie Bertil Wewer von den Grünen.  Hikel lobte die Ausstellungsmacher und hob die Bedeutung der Mühlen und ihren vielfältigen Einsatz in der Wirtschaft im vorindustriellen Zeitalter hervor. So dienten beispielsweise Holländerwindmühlen in den Niederlanden nicht nur als Getreidemühlen, sondern auch als Windpumpen zur Entwässerung von Poldern, also niedriggelegenem Gelände in der Nähe  von Gewässern. In Neukölln weist die Lohmühlenbrücke darauf hin, dass in ihrer Umgebung in den heutigen Bezirksteilen Neukölln, Treptow und Kreuzberg einst Lohmühlen standen, die Baumrinde oder Blätter zerkleinerten, die zum Gerben von Tierhäuten verwandt wurden, um Leder zu produzieren. Die Lohmühlen zerkleinerten Eichen- und Fichtenmehl zu Borkenmehl. Mühlen waren  Kraftwerke, die zu vielen wirtschaftlichen Zwecken eingesetzt wurden. So gab es Knochenmühlen, die aus Tierknochen organischen Dünger herstellten, Sägemühlen, um Schnittholz zu gewinnen oder Steinmühlen, um Steine rundzuschleifen, um nur einige Beispiele zu nennen. Mühlen wurden auch in Rudow eingesetzt. Der frühste Nachweis dafür datiert auf das Jahr 1375, da war Rudow als Ort zwei Jahre alt. Im Landbuch Karls IV  steht, dass der Müller an den Kaland (Glaubensbrüderschaft) in Cölln 20 Scheffel Roggen zu entrichten habe. Rudows letzte Mühle war im Besitz der Familie Brandt und wurde laut Rudows Dorfchronist Dieter Ephan 1918 nach Breddin in die Prignitz verkauft.

Die Ausstellung des Rudower Heimatvereins wirft einen Blick auf die Geschichte der Mühlen in Rudow, Neukölln, Berlin und Umgebung und dokumentiert mit  bebilderten Auskunfttafeln die spannende Geschichte der Mühlen und ihrer fortschreitenden Technologie bis zur Gegenwart. Zu sehen sind dabei verschiedenste Exponate, von alten Fotografien bis hin zu Gemälden und Dingen wie einem historischen Scheffel für Getreide aus dem Jahr 1818.

Rudower Heimatverein
Die Mühlen in Rudow, Neukölln, Berlin und Umgebung
noch bis zum 3. Juni 2018

Ausstellungsraum des Heimatvereins in der Alten Dorfschule Rudow
Alt-Rudow 60

Geöffnet: Samstags und Sonntag von 11.00 – 16.00 Uhr. Für Gruppen können besondere Termine abgesprochen werden.  Tel. 030 / 6 62 36 62, Öffentliche Verkehrsmittel: U- Bahnhof Rudow, Bus X7, 162,171,172, 260, 271, 372, 372, 744.