Gewalt an Frauen darf keine Normaliät sein

Häusliche Gewalt ist dabei keine Privatsache, sondern geht uns angesichts der erschreckenden Zahlen alle etwas an, denn „Gewalt gegen Frauen wirkt sich dabei auch verheerend auf die in der Familie lebenden Kinder aus“, hebt Klein vervor. Sie wird oftmals sozial vererbt: „Die Kinder erleiden oft selbst direkt Misshandlungen, tragen aber häufig schwere psychische Schäden davon. Oft führen diese Kinder als Erwachsene die selbst erlebte Gewalt in eigenen Beziehungen fort, als Täter oder Opfer. Deswegen müssen Lösungsansätze auch die gesamte Gesellschaft in den Blick nehmen“, bemerkt Klein. „Wir als Neuköllner SPD-Fraktion unterstützen die Bundesfamilienministerin ausdrücklich in ihren Bemühungen“, so die Fraktionsvorsitzende weiter. Sie hat kein Verständnis dafür, dass Akte teilweiser roher Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten oft als „Familiendrama“ bagatellisiert werden. Hier komme ein gesellschaftliches Verständnis zum Ausdruck, das es Opfern schwer mache, sich zu wehren.

Die Neuköllner SPD Fraktion stellt außerdem fest, dass ein Anteil von 68% von Tätern deutscher Herkunft deutlich mache, dass die verbreitete Ansicht, es handele sich lediglich um ein Problem migrantischer Herkunftskulturen, falsch ist. Auch zieht sich Gewalt durch alle sozialen Schichten. Dabei geht es um gelebte Konzepte archaischer Männlichkeit, die auch in Deutschland weit verbreitet und akzeptiert sind. „Deswegen müssen wir auch hier ansetzen: Bei Aufklärung und Bildung. Denn gelebte Gleichberechtigung bedeutet nicht nur, beispielsweise gleiches Gehalt für gleiche Arbeit zu erhalten, sondern ganz einfach, Frauen als gleichberechtigte und gleichwertige Menschen zu betrachten“, so die SPD Fraktion. Betroffene müssen deswegen auch oft ermutigt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen: Telefonische Angebote wie das Berliner „BIG Hotline bei häuslicher Gewalt gegen Frauen“ oder das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bieten niedrigschwellige Orientierung über Hilfsangebote.

Auch die Anzahl der verfügbaren Plätze in Frauenhäusern muss dringend aufgestockt werden, um im Akutfall schnelle Hilfe leisten zu können, übrigens auch in Form von Männerhäusern, um das bestehende Angebot für Betroffene zu erweitern. Auch das ist ein Ziel des von Bundesministerin Giffey geplanten „Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen“. Es sieht einen Runden Tisch von Bund, Ländern und Kommunen vor, ein guter erster Ansatz für abgestimmte Gegenmaßnamen. „Die von Giffey ins Gespräch gebrachte Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Gewaltschutz für Frauen halten wir dabei für eine sehr wesentliche Debatte, die in aller Ernsthaftigkeit geführt werden sollte“, betont die Neuköllner SPD Fraktion.