Frauensportbewegung Mamanet will Deutschland mit Cachibol begeistern und startet in Neukölln

Yoram Ehrlich, Präsidiumsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (1.v.li.), Ayala Nagel von Chaverim, Freundschaft mit Israel, Karin Korte, Tatjana Frage, Bertil Wewer (Freunde Neuköllns) mit Workshopteilnehmerinnen

Am Wochenende vom 26. auf den 27. Januar hat Bezirksstadträtin für Bildung, Schule, Kultur und Sport Karin Korte (SPD) in der Sporthalle des Oberstufenzentrums Informations- und Medizintechnik in Neukölln den ersten Workshop zur  Ausbildung von Trainerinnen und Schiedsrichterinnen der Ball-Sportart „Cachibol“ besucht. Cachibol ist eine Sportart, die vor allem für Mütter beziehungsweise Frauen über 30 konzipiert ist. Es ist dem Volleyball ähnlich, aber einfacher zu erlernen und zu spielen, da der Ball nur über das Netz geworfen und gefangen wird. An Kortes Seite steht Tatjana Frage, einstige Kapitänin der israelischen Volleyballnationalmannschaft. „Unser Ziel ist es, Mamanet mit Cachibol in Deutschland zu etablieren“, betont sie. „Wir möchten Mamanet Teams in vielen Städten und Regionen in Deutschland gründen“, sagt Frage. Mamanet wurde 2005 in Israel gegründet und ist mit Beteiligung von rund 20.000 Frauen in über 1.000 Cachibol Teams das größte Sozialprojekt Israels.  Darüberhinaus gibt es in Israel die Cachibol-Sportliga für Frauen mit mehr als 10.000 Mitgliedern. So soll eine Mamanet Deutschland Liga etabliert werden, die zukünftig bei internationalen Spielen Mamanet Deutschland vertreten kann, erzählt Frau Frage und blickt auf Korte. Unter ihrer Schirmherrschaft sollen in Neukölln zunächst Multiplikatorinnen und Spielerinnen ausgebildet werden. Dann will man gemeinsam auf Schulen und Vereine zugehen, um weitere Trainerinnen und Trainer sowie Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter für Cachibol zu begeistern.

Ethnie, Religion, soziale Herkunft und Sportlichkeit spielen bei Mamanet und Cachibol keine Rolle. Derzeit etabliert sich die Bewegung im Eiltempo auch in anderen Ländern, so unter anderem in Österreich und in den USA in New York und Los Angeles, wo Tatjana Frage ebenfalls tätig war. Mament geht mit Cachibol in Gefängnisse, Frauenhäuser und wirkt integrativ in Flüchtlingsbereich. Mamanet stärkt in der Folge auch das Selbstwertgefühl von Frauen, die wirtschaftlich und sozial schlechter gestellt sind und unter Kulturen leiden, die stark patriarchalisch orientiert sind. Dabei stellt Mamanet die Mutter ins Zentrum. Zielgruppen von Mamanet sind erwerbstätige Frauen und Hausfrauen mit Kindern im schulpflichtigen Alter ebenso wie Frauen in Sportvereinen, Studentinnen oder Frauen in Gefängnissen sowie Frauenhäusern. Außerdem spricht Mamanet mit Cachibol Frauen mit Migrationshintergund und isrelische Frauen an, die Mamanet schon kennen. „In Los Angeles haben wir auch mit Frauen Cachibol gespielt, deren Familien gerade ihr Haus durch die verheerenden Waldbrände im November verloren hatten, die Gemeinschaft im Mamanet gab den Frauen Halt“, erzählt Tatjana Frage.

Karin Korte möchte mit dem Projekt auch die Städtepartnerschaft Neukölln – Bat Yam wieder mit Leben erfüllen, denn dort gibt es mehrere im Mamanet organiserte Cachibol Teams, die bald nach Neukölln eingeladen werden sollen. „Ich würde mich freuen wenn wir es schaffen, viele Frauen in Neukölln für Mamanet zu begeistern“, hofft Korte. Sie möchte mit dem Projekt in der Gropiussatdt starten, weil es dort eine gute Vernetzung gibt –  dafür steht der Bildungsverbund, der Campus Efeuweg und das Gemeischaftshaus Gropiusstadt am Bat-Yam-Platz. Letzterer ist Zeichen der Städtepartnerschaft mit Israel.