Feierliche Verleihung der Neuköllner Ehrennadel

Vier Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben, wurden am 15. Dezember mit der Neuköllner Ehrennadel ausgezeichnet. Die Auszeichnungen empfingen in diesem Jahr Gilles Duhem, Daniela von Hoerschelmann, Sabine Karau und Joachim Terborg. Bei der Ehrennadel handelt es sich um die höchste Ehrung des Bezirks Neukölln an seine Bürgerinnen und Bürger.

Die Neuköllner Ehrennadel wird seit 1984 verliehen. Insgesamt wurden bereits 172 Bürgerinnen und Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement für den Bezirk geehrt. Unter den Preisträger*innen sind viele bekannte Namen, von der Journalistin und Filmemacherin Güner Balcı über die mehrfache Olympiasiegerin und Schwimmweltmeisterin Britta Steffen bis hin zu Musiker Frank Zander.

Die Verleihung erfolgte in feierlichem Rahmen im Schloss Britz durch den Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Lars Oeverdieck sowie Bezirksbürgermeister Martin Hikel. Wir freuen uns, dass auch Bundesministerin Dr. Franziska Giffey an der Verleihung teilgenommen hat.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel:
„Ich danke allen Trägerinnen und Trägern der Ehrennadel ganz herzlich für ihr verdienstvolles Wirken in Neukölln. Sie stehen für Menschlichkeit, für Wärme und für Zusammenhalt in unserer Großstadt. Sie sind Botschafterinnen und Botschaft unseres Bezirks und Vorbild für viele andere.“

Hintergrundinformationen zu den mit der Ehrennadel ausgezeichneten Bürger*innen im Jahr 2018:

Gilles Duhem ist seit 2002 und noch bis Ende dieses Jahres in der Neuköllner Rollbergsiedlung engagiert. Bis 2007 war er Manager des Quartierbüros, anschließend Leiter des von ihm gegründeten Fördervereins „Gemeinschaftshaus Morus 14“. Durch nachbarschaftliche Begegnungen und kostenlose Bildungsangebote für benachteiligte Kinder hat er wichtige Beiträge für die Integration vor Ort und die Entwicklung des Rollbergkiezes geleistet. Seit 2007 ist der Verein Morus 14 Träger des „Netzwerk Schülerhilfe Rollberg“, des Herzstück des Vereins. Ehrenamtliche Mentor*innen unterstützen die Kinder und Jugendlichen in schulischen Belangen, unternehmen mit ihnen Freizeitaktivitäten und sind Vertrauensperson.

Daniela von Hoerschelmann ist lizenzierte Schwimmtrainerin der Deutschen Olympischen Gesellschaft. Sie entwickelte ein einzigartiges Wassergewöhnungskonzept für Neuköllner Schülerinnen und Schüler, mit dem Ziel die Nichtschwimmerquote in Neukölln unter den Kindern und Jugendlichen zu senken. Das Projekt unter dem Titel „Neuköllner Schwimmbär“ bringt nunmehr Kindern der 2. Klasse Grundfertigkeiten im tiefen Wasser wie Atmen, Schweben, Gleichen, Schwimmen und Tauchen bei. Insgesamt haben bereits 4.000 Kinder seit dem Jahr 2015 teilgenommen, die Quote die Nichtschwimmerquote ist von 40% auf 22% aller Drittklässler gesunken.

Sabine Karau ist die 1. Vorsitzende der Kolonie National Registrierkassen NCR e.V., deren 32 Gärten von Menschen zwischen 20 und 80 Jahren mit Wurzeln aus acht verschiedenen Ländern bewirtschaftet werden. Unter der Leitung von Frau Karau ist mitten in der Nord-Neuköllner Großstadt das Projekt „Naturnaher Mehrgenerationsgarten“ mit einer Fläche von knapp 500 m² entstanden und hat sich zu einer beliebten Begegnungsstätte sowie gemeinsamen gärtnerischem Treffpunkt für Nachbarn, Kinder, Senioren und Vereine entwickelt.

Joachim Terborg ist seit über 40 Jahren aktives Mitglied der DLRG Neukölln und hat dort zahlreiche Funktionen im Vorstand bis hin zum stellvertretenden Bezirksleiter wahrgenommen. Er war lange als Ausbilder im Schwimmen und Rettungsschwimmen tätig. Seit 1970 ist er ehrenamtlich als Rettungsschwimmer, Bootsführer und Einsatzleiter auf der Wasserrettungsstation Heckeshorn am Wannsee tätig. Darüber hinaus nimmt er auch Aufgaben des Katastrophenschutzes der DLRG wahr und hat in diesem Rahmen mehrere Hochwassereinsätze geleitet. 2002 gelang es ihm mit seiner Bootsmannschaft während des Orkan-Tiefs Anita, in einer dramatischen Rettungsaktion zwei Segler vor dem sicheren Ertrinkungstod zu retten.