Die Hufeisensiedlung hat wieder eine Kaiser-Linde

Bürgermeister Hikel durfte als erster die neue Linde gießen.

Am Hüsung in der Hufeisensiedlung ist am 3. April eine neue Kaiser-Linde (Tilia intermedia ´Pallida´) gepflanzt worden. Die alte Kaiser-Linde musste wegen der bereits 2014 diagnostizierten Wurzelstockfäule im vergangenen Jahr gefällt werden. Die Fäulnis  war „so weit fortgeschritten, dass der Baum den Ansprüchen an die Verkehrssicherung nicht mehr genügt und als nicht mehr standsicher einzustufen ist“, teilte der Leiter des Fachbereichs Grün- und Freiflächen, Bernd Kanert, bereits in der 21. öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Straßen, Grünflächen und Ordnung am 12. Dezember vergangenen Jahres mit. Selbst eine starke Einkürzung der Krone hätte die Verkehrssicherheit nur temporär herstellen können, so Kanert. Dies wäre darüber hinaus mit einem hohen Pflege- und Kontrollaufwand verbunden gewesen.
An der Neupflanzung der Kaiser-Linde nahmen neben Kanert Bezirksbürgermeister Martin Hikel, der Vorsitzende des Grünflächenausschusses Peter Scharmberg (beide SPD) sowie der stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz“ Christoff Jenschke teil.

Die Kaiser-Linde ist ein Muss im denkmalgeschützten Ensemble der Hufeisensiedlung

Die neu gepflanzte Kaiserlinde ist bereits 25 Jahre alt und wurde durch die Baumschule Lorberg gefördert. Vor Ort gepflanzt wurde sie durch die Firma Märkisch Grün, sie ist in Zukunft auch für die Pflege der Kaiserlinde zuständig. Die Firma Arbor revital wiederum hat hier zudem Feuchtigkeitssensoren eingebaut, damit regelmäßig gemessen werden kann, ob der Baum genügend Wasser zur Verfügung hat. „Durch seine Höhe von neun Metern erfüllt der neue Baum den Charakter einer Dorflinde und wird dem Gesamtensemble im UNESCO-Weltkulturerbe Hufeisensiedlung gerecht“, betont Bezirksbürgermeister Hikel. Möglich wurde die Pflanzung der Kaiser-Linde für das Grünflächenamt im Rahmen der Pflege und Unterhaltung nach dem „Handbuch Gute Pflege“, da nur mit diesem zusätzlichen Geld von Senatsumweltverwaltung eine entsprechende Pflege und Unterhaltung beauftragt und finanziert werden konnte, so Kanert. Das „Handbuch gute Pflege“ stellt als Projekt Ziele für eine qualitativ hochwertige gärtnerische Pflege unter besonderer Berücksichtigung der Erholungsnutzung, des Naturschutzes und der Gartendenkmalpflege mit den dafür erforderlichen Aufwänden dar.  Derzeit befindet sich das Projekt, durch das die Bezirksämter für die Grünflächenpflege auch Finanzmittel für bestimmte Vorhaben bei der Senatsumweltverwaltung beantragen können, noch in der Pilotphase. „Die symbolträchtige Pflanzung verstehen wir als „ein Signal für die nachhaltige Pflege und Entwicklung der Hufeisensiedlung als UNESCO-Weltkulturerbestätte“, so Scharmberg.  „Möge sie gut gepflegt gedeihen und wachsen und als Gemeinschaftsaufgabe aller Bewohner verstanden werden“, so der Grünflächenausschussvorsitzende. Nach Wiederherstellung der Baumscheibeneinfassung wird natürlich auch wieder die sanierte Rundbank aufgestellt werden. S.P.

Eine Scheibe des alten Baumes wurde von den Anwohnern „gerettet“ und dem Bezirksbürgermeister als kleine Erinnerung oder auch „Zeitscheibe“ der Hüsunger Baumgeschichte überreicht.