Pressemitteilungen

Einladung zur Bürger*innensprechstunde

Die SPD-Fraktion Neukölln lädt am Donnerstag, den 22. Mai 2025 ab 18:00 Uhr zu einer Bürger*innensprechstunde in die Villa Rixdorf (Richardplatz 6, 12055 Berlin) ein.

Unsere Bezirksverordnete Franziska Jahke, Mitglied in den Ausschüssen für Jugendhilfe, für Stadtentwicklung sowie für Haushalt, Verwaltung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit und unsere Bürgerdeputierte Hannelore Gascho, Mitglied im Sozialausschuss, freuen sich auf zahlreiche Gäste.
Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

07052025 PM Einladung zur BürgerInnensprechstunde

„The Vicious Circle“ im Rathaus Neukölln – Ausstellung über jüdisches Leben, Pogrome und den Kreislauf des Antisemitismus

„The Vicious Circle“ im Rathaus Neukölln - Ausstellung über jüdisches Leben, Pogrome und den Kreislauf des Antisemitismus 1
Gabriela Gebhardt und Nora Sturm wohnten der Ausstellungseröffnung bei (v.li.)

Am 28. April eröffneten Bezirksbürgermeister Martin Hikel und BVV-Vorsteher Karsten Schulz im Saal der Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus Neukölln die Wanderausstellung „The Vicious Circle“. In Anwesenheit der Kuratorin Prof. Maiken Umbach vom britischen National Holocaust Museum wurde ein eindrucksvolles Zeichen gegen Antisemitismus und für interkulturellen Dialog gesetzt. Unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriela Gebhardt und Wolfgang Hecht wohnten der  Ausstellungseröffnung bei und hoffen, dass sie auf eine starke Besucherresonanz, insbesondere auch bei Schüler*innen stößt. Zu den Besuchern zählten unter anderem auch unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter, der Leiter des Museums Neukölln sowie Leiter des Fachbereichs Museum, Stadtgeschichte und  Erinnerungskultur, Matthias Henkel sowie die Beauftragte für Integration, Güner Balci. 

„The Vicious Circle“ im Rathaus Neukölln - Ausstellung über jüdisches Leben, Pogrome und den Kreislauf des Antisemitismus 2

Die multimediale Ausstellung „The Vicious Circle“ ist bis zum 21. Mai 2025 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr im Rathaus Neukölln zu sehen. Der Eintritt ist frei.

„The Vicious Circle“ zeigt das Leben jüdischer Gemeinschaften in fünf Regionen – Berlin (1938), Bagdad (1941), Kielce (1946), Aden (1947) und Israel (2023) – bevor sie durch Pogrome und ethnische Säuberungen zerstört wurden. Die Ausstellung dokumentiert nicht nur das friedliche Miteinander mit christlichen oder muslimischen Nachbarn, sondern auch den jähen Bruch durch Gewalt, die stets von Hasspredigern und sogenannten „Befreiern“ ausgelöst wurde. Die Anstifter der Pogrome nutzen Verschwörungstheorien, um andere davon zu überzeugen, dass sie Opfer einer jüdischen ‚Macht‘ sind. Und alle rufen zur Ausübung von Gewalt auf, als einem Akt der Befreiung und geistigen Erlösung, der mit Freude gefeiert werden solle. Die von ihnen angestifteten Pogrome haben Tausende von Gemeinden zerstört, indem sie ihre jüdischen Einwohner ermordeten und vertrieben. Auf diesen Aspekt der Geschichte weisen Wandtafeln in der Ausstellung hin.

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Der SPD- Bezirksverordnete Wolfgang Hecht ließ sich von Prof. Maiken Umbach durch die Ausstellung führen

In einem Kreis angeordnet, verbindet die Ausstellung fünf persönliche Geschichten über jüdisches Leben, erzählt durch Texte, Videoinstallationen und Originalobjekte. Zu sehen ist beispielsweise eine „Schmetterlingsbrille”. Sie wurde von Shlomo Mansour hergestellt. Shlomo wurde in Bagdad geboren. Während des Farhud Pogroms von 1941 war er drei Jahre alt. 1951 flüchteten die Mansours zusammen mit 100.000 anderen Jüdinnen und Juden aus dem Irak nach Israel. Shlomo baute sich ein neues Leben im Kibbuz Kissufim auf. Die 300 Bewohner*innen setzten sich für den Frieden ein und pflegten kontinuierlich die Partnerschaft mit Beduinen und Araber*innen. Shlomo arbeitete als Tischler und fertigte mit Vorliebe Spielzeug für Kinder. Er arbeitete noch an diesem Schmetterling, als Kissufim am 7. Oktober 2023 von der Hamas angegriffen wurde. Shlomo wurde geschlagen, verschleppt und nach Gaza gebracht. Bislang wurde angenommen, dass er mit 86 Jahren die älteste Person sei, die derzeit von der Hamas als Geisel festgehalten wird. Am 11. Februar 2025 bestätigten die israelischen Streitkräfte (IDF) seinen Tod. Er wurde wohl schon am Tag des Überfalls ermordet.

In seiner Rede zur Ausstellungseröffnung sagte Hikel, dass es gelte, Alltagsrassismus und Antisemitismus zu identifizieren, zu benennen und die entsprechenden Mechanismen sichtbar zu machen. Jüdinnen und Juden dürften kein blinder Fleck für Freiheit sein. „Denn dann leben wir nicht in einer freien Gesellschaft“.

Ein zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, den wiederkehrenden Kreislauf antisemitischer Gewalt sichtbar zu machen – eine Gewalt, die sich über Jahrhunderte hinweg wiederholt hat und bis in die Gegenwart reicht. Die Installation endet mit einem Appell: „Ist es nach 2000 Jahren nicht an der Zeit, den Teufelskreis zu durchbrechen?“ Kuratorin Maiken Umbach dankte dem Bezirk Neukölln für die spontane Aufnahme der Ausstellung nach einer kurzfristigen Absage durch die Freie Universität Berlin: „Neukölln wird oft als Brennpunkt des Antisemitismus wahrgenommen. Doch hier entstehen auch innovative Projekte gegen Vorurteile und Hass – vom Rütli Campus bis zur Deutsch-Arabischen Schule und  Diese Ausstellung ist Teil dieses Aufbruchs.“ Dazu gehört die hervorragende Arbeit zum Beispiel am Rütli Campus und das Projekt  ‚Mehr als 2 Seiten‘. Dazu gehört das fantastische Programm der Deutsch-Arabischen Schule unter Leitung von Dr. Huthaifa Al-Mashhadani. Dazu gehören die mutigen Initiativen am hiesigen Bajszel. Ich freue mich besonders über die Zusammenarbeit mit all diesen Kolleg*innen, die ermöglichen, dass unsere Ausstellung im Zusammenhang mit solchen Initiativen, einen nachhaltigen Beitrag leisten kann.“

Umbach betont, dass es sich bei der Ausstellung nicht um eine isolierte jüdische Geschichte handelt, sondern um eine gemeinsame Geschichte – ein konstruktives Zusammenleben, das immer wieder durch Wahnvorstellungen zerstört wurde: „Nur wenn wir Antisemitismus als eine europäisch-arabische Verflechtungsgeschichte begreifen, die auch 1945 nicht endete, können wir verstehen, warum Ereignisse wie der 7. Oktober 2023 auf Resonanz stoßen – und wie wir dem etwas entgegensetzen können.“

Ausstellung „The Vicious Circle“

Rathaus Neukölln, BVV-Saal (2. OG), Karl-Marx-Straße 83, 12043 Berlin
noch bis zum 21. Mai 2025
Mo – Fr, 8 – 18 Uhr (Feiertage ausgenommen)

Eintritt frei.

Tulipan-Paten zum 20. Jubiläum von Tulipan geehrt

Tulipan-Paten zum 20. Jubiläum von Tulipan geehrt 9
Nahmen die Tulipan-Urkunde im Namen der SPD-Fraktion Neukölln entgegen: Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, Fraktionsvize Marko Preuß und Wolfgang Hecht (v.re.)

Farbenfroh startete am 18. April 2025 die große Tulpenschau Tulipan im Britzer Garten. In diesem Jahr zum 20. Mal. Entlang der Kastanienallee bis zum Kalenderplatz erblühen auf einer Fläche von rund 2.200 Quadratmetern rund 100.000 Tulpen. 160 verschiedene Sorten verwandeln den Park in ein leuchtend buntes Blütenmeer. Ein Woche nach Start fand erneut die Tulipanpatenschaftsehrung statt Seit 2007 übernehmen Besucher des Britzer Gartens, Gastronomiebetriebe, Firmen, Verlage und weitere Institutionen eine Tulipan-Patenschaft. Die Idee dazu hatte einst Alt-Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky. Stets mit einer Tulipan-Patenschaft vertreten ist unsere SPD-Fraktion. Für sie nahm unser stellvertretender Fraktionsvorsitzender Marko Preuß im Beisein unserer Fraktionsvorsitzenden Cordula Klein sowie unseres Bezirksverordneten Wolfgang Hecht die Patenschafts-Urkunde von unserem Bezirksbürgermeister Martin Hikel entgegen. Er würdigte zusammen mit dem Parkleiter Osama Ahmad die Tulipan-Paten und bekam als Pate eines Tulpenfelds zum Schluss der Ehrung eine Urkunde vom Parkleiter überreicht. Unsere Fraktion übernahm in diesem Jahr eine zweite Tulipan-Patenschaft, diese in Erinnerung an unseren Bezirksverordneten Eugen Kontschieder, der am 19. März 2024 nach schwerer Krankheit verstarb. Kontschieder hatte sich jahrzehntelang für die Menschen in Neukölln eingesetzt, war als Bezirksverordneter und zuletzt als Bürgerdeputierter im Ausschuss für Ordnung aktiv und hatte sich auch in vielen sozialen Vereinen und Gewerkschaften engagiert. Musikalisch untermalt wurde die Tulipan- Patenschaftsehrung vom bezaubernden Gesang der Kinder der Kita Anna, die ebenfalls traditionell die Patenschaft für ein Tulpenfeld übernahm. 

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Das Motto der diesjährigen Tulpenschau lautet „Astronomie“. Es kommt direkt vom angrenzenden Kalenderplatz, der wie eine große Sonnenuhr aufgebaut ist. Die Tage und Nächte, Wochen und Monate, die mit den Schatten dieser natürlichen Uhr gemessen werden, bestimmen die Pflanz- und Blütezeiten der Tulpe ebenso wie verschiedene Himmelserscheinungen. Die Tulpenbeete spiegeln so das Abendlicht wider, dargestellt durch die bläulich-violetten Farben der Dämmerung, während rosa-, violett-, rot-, orange- und weißgefärbte Tulpen die strahlenden Farben planetarer Nebel symbolisieren.

Um die Pflanzungen um weitere Blütenformen und -farben nachhaltig und artenfreundlich zu bereichern,  begleiten in diesem Jahr verstärkt verschiedene weitere Zwiebelgewächse wie Hyazinthen, Narzissen und Zierlauch die Tulpen. Weitere Flächen wurden mit Lupinen, Kresse und dem Bienenfreund angesät. Deren Blüten bieten Insekten reiche Nahrung. Die Pflanzen selbst dienen später als natürliche Gründüngung und steigern die Vitalität des Bodens. Insbesondere am Landeshöhenpunkt nahe dem Eingang Massiner Weg wurden neben den farbenprächtigen Tulpen mehrjährige Stauden wie Herbstanemonen, Schneestorchschnabel, Goldwolfsmilch und Pfeifengras in die Tulpenbeete gepflanzt. Sie blühen nacheinander über einen langen Zeitraum bis in die Sommer- und Herbstmonate.

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Marko Preuß nimmt die Urkunde von Bezirksbürgermeister Martin Hikel und Parkleiter Osama Ahmad entgegen (v.re.)

Durch die lange Blühzeit und die Auswahl bienen- und insektenfreundlicher Arten bietet der Britzer Garten ein langanhaltendes Nahrungsangebot für die Tiere. Auch Amphibien finden zusätzliche Rückzugsorte und Winterquartiere, da der Rückschnitt der Pflanzen erst im kommenden Frühjahr erfolgt. Das Farb- und Formenspektrum der zu besichtigenden Tulpen reicht im Britzer Garten weit über das klassische Bild der roten oder gelben Blüten hinaus. In den abwechslungsreich bepflanzten Feldern, Wiesen und Beeten können interessierte Besucher*innen die ganze Vielseitigkeit der Tulpe entdecken – von winzigen Wildtulpen, über großblättrige Zuchttulpen bis hin zur extravaganten Papageientulpe. Bereits im Herbst wurden die rund 100.000 Zwiebeln der Frühlingsblume für die jährliche Sonderschau gesteckt. Je nach Wetterlage ist die Tulipan im Britzer Garten für rund vier Wochen zu bestaunen.  „Tulipan“ ist nur ein Grund, warum der Britzer Garten seit 40 Jahren Jahr für Jahr unzählige Besucher anzieht. Neben der faszinierenden Tulpenschau bietet er Naherholung und ist eine Kulturinstitution mit Kunst und Kulturveranstaltungen“, meint unsere Fraktionsvorsitzende Klein. Anlässlich des Doppeljubiläums hat die Künstlerin Felicitas Butt inmitten der Sonderschaufläche die Kunstinstallation „Mensch / Tier / Pflanze – das Wesen der Dinge sehen“ kreiert. Sie lädt dazu ein, genauer hinzusehen, Perspektiven zu hinterfragen und Blickwinkel zu ändern – im Britzer Garten und auch überall sonst.

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Gedenkveranstaltung für Erich Schulz – 100 Jahre nach seiner Ermordung

Gedenkveranstaltung für Erich Schulz – 100 Jahre nach seiner Ermordung 16
Der SPD- Vizefraktionsvorsitzende Peter Scharmberg (li.) und der Vorsitzende des Reichsbaners, Dr. Fritz Felgentreu am Grab von Erich Schulz

Der Verein Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten, gedachte am 25. April auf dem Friedhof Columbiadamm der Ermordung von Erich Schulz vor 100 Jahren. Nach Begrüßungsreden des Leiters der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Dr. Johannes Tuchel, sowie von Dr. Fritz Felgentreu, Vorsitzender des Reichsbanners, hielt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in der Friedhofskapelle eine bewegende Ansprache vor rund 100 Besucher*innen. Anschließend begaben sich die Teilnehmenden zum Grab von Erich Schulz. In Anwesenheit von Ehrenposten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung, wurden Kränze und Blumen niedergelegt. Danach ertönte das Lied „Der gute Kamerad“, gespielt von einem Trompeter des Stabsmusikkorps der Bundeswehr. Am Nachmittag desselben Tages wurde am Ort des Wohnhauses von Erich Schulz, dort, wo heute das Deutsche Technikmuseum steht, eine Gedenktafel für ihn enthüllt.

Zu den Gästen der Gedenkveranstaltung auf dem Garnisonfriedhof zählten auch ranghohe Bundeswehroffiziere, Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, unser Staatssekretär für Inneres beim Berliner Senat, Christian Hochgrebe, unsere Bezirksverordneten Peter Scharmberg und Wolfgang Hecht sowie unsere Bürgerdeputierte Hannelore Gascho.

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„Die Bundesrepublik ist nicht Weimar. Sie verfügt über starke Institutionen. Ihr Gewaltmonopol wird nicht infrage gestellt. Aber in Sicherheit wiegen dürfen wir uns deshalb noch lange nicht. Auch heute versuchen innere und äußere Feinde, die Demokratie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und ihre Institutionen für sich zu nutzen, um sie auszuhöhlen“, sagte Dr. Felgentreu. Es sei ein grotesker Etikettenschwindel, wenn sich die geistigen Erben der Deutschnationalen und Nationalsozialisten heute der Farben Schwarz-Rot-Gold bemächtigen wollten: „Wir werden die schwarz-rot-goldene Trikolore der deutschen Republik niemals dem Rechtsextremismus preisgeben, der sie vor hundert Jahren noch so erbittert bekämpfte!“ so Felgentreu weiter. Mit dem Gedenken an Erich Schulz gedenke man, „um uns der Vorbilder und der Werte zu vergewissern, die uns in unserem Tun und Denken heute motivieren und zusammenhalten – als Bürgerinnen und Bürger unserer großartigen Republik. Es ist ein Privileg, dass wir in Frieden und Wohlstand in einem freien Deutschland leben dürfen! Das ist es, was Erich Schulz sich gewünscht hat – und wofür er gestorben ist. Erleben durfte er es nicht“, so Felgentreu.

Schon vor 1933 fielen über 50 Angehörige des 1924 gegründeten, stets unbewaffneten Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold dem rechtsradikalen und nationalsozialistischen Terror zum Opfer. Viele sind heute in Vergessenheit geraten. Einer von ihnen war der parteilose Reichsbanner-Mann Erich Schulz (12.02.1898–25.04.1925). Der 27-jährige parteilose Lagerarbeiter wurde am 25. April 1925 auf offener Straße erschossen, als er gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der „Kameradschaft Kreuzberg“ auf einem Möbelwagen unterwegs war, um für die Wahl des gemeinsamen Kandidaten der republiktreuen Parteien (SPD, DDP und Zentrum), Wilhelm Marx, zu werben. Der Möbelwagen wurde in der Innsbrucker Straße von rechtsextremen Republikgegnern aufgehalten. Einer von ihnen war der 21-jährige Alfred Rehnig, Mitglied im „Bund Wiking“. Er zog eine Waffe und verletzte Schulz so schwer, dass dieser noch auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen Schussverletzungen verstarb. Rehnig, später Mitglied der NSDAP und der SS, wurde am 9. Juli 1925 von einem Schwurgericht freigesprochen. Am 2. Mai 1925 fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ein Trauerzug für Schulz statt. Ein Jahr später wurde ein vom Reichsbanner gestifteter Grabstein auf dem Neuen Garnisonfriedhof am Columbiadamm feierlich enthüllt. Am Grab von Erich Schulz fanden bis 1933 Gedenkveranstaltungen für die von den Nationalsozialisten Ermordeten statt.

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Ansprache von Bundesminister Boris Pistorius

„Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold schützt Freiheit und Demokratie heute nicht mehr in Saalschlachten und bei Straßenkämpfen. Aber genauso wichtig wie damals ist uns der Kampf um die Köpfe und die Herzen der Menschen“, äußerte Dr. Felgentreu in seiner Begrüßungsansprache.

Unser Bundesminister Pistorius formulierte es in seiner Rede noch eindringlicher: „Unsere Demokratie ist erneut in Gefahr – so sehr wie seit Langem nicht mehr. Sie braucht unseren Schutz vor Bedrohungen von innen und außen. Sie muss verteidigt werden: jetzt und in Zukunft, weltweit und eben auch hierzulande.“ Mit Blick auf das Reichsbanner und das Gedenken an Erich Schulz sagte Pistorius: „Demokratie braucht Menschen, die sich täglich für sie einsetzen und – wenn erforderlich – auch für sie kämpfen. Sie braucht Menschen, die sie zu schätzen wissen, die die Demokratie lieben, die sie tragen – aber eben auch bereit sind, sie zu beschützen.“ Erich Schulz’ Einsatz für die Demokratie habe überlebt, so Pistorius weiter: „Die Weimarer Republik ist nicht zugrunde gegangen an der Stärke ihrer Feinde, sondern an der geringen Zahl, der Feigheit und der Schwäche ihrer Anhänger. Und das sollte uns eine Lehre sein.“ Schulz und viele andere mutige Menschen, die ihr Leben für die Demokratie riskierten, seien bis heute Vorbilder: „Seien wir entschlossen! Kämpfen wir für unsere Demokratie!“
Für die Rede unseres Verteidigungsministers Pistorius gab es lang anhaltenden Beifall.

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Neues Leitbild für zivilgesellschaftliches Miteinander vorgestellt – Neukölln bekennt sich zu Engagement und Vielfalt

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Unterstützen die wertvole Arbeit der Ehrenamtlichen: SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, stellv. Superintendentin Claudia Mieth vom Kirchenkreis Neukölln und Armutsbeauftragter Thomas de Vachroi (v.li.)

Mit einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Vielfalt und solidarischem Handeln hat unser Bezirk Neukölln am Donnerstag, dem 10. April 2025, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft ein neues Leitbild für zivilgesellschaftliches Engagement präsentiert. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Rathaus wurde das Leitbild auch von unserer Fraktionsvorsitzenden Cordula Klein für die SPD-Fraktion Neukölln erstunterzeichnet. „Ich freue mich, dass Neukölln das Leitbild entwickelt hat, und dass viele Initiativen im Ehrenamt eine gute und wertvolle Arbeit leisten – und das gilt es zu unterstützen“, so Klein. Sie nutzte gemeinsam mit unserem Fraktionär Wolfang Hecht auch die Gelegenheit zum Austausch mit den vielen anwesenden Ehrenamtlichen.

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„Tausende Menschen engagieren sich in Neukölln ehrenamtlich – in Nachbarschaften, in Bildungsprojekten oder in der Hilfe für Bedürftige“ hob unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel in seiner Rede hervor. Dieses Engagement sei das Rückgrat unserer Demokratie. Das neue Leitbild sei „deshalb nicht nur ein Symbol, sondern auch ein Handlungsrahmen für unser gemeinsames Tun“, so Hikel. Das Leitbild stellt Werte wie Menschenwürde, Toleranz, Diversität, Solidarität und demokratische Grundsätze in den Mittelpunkt. Es benennt zugleich die strukturellen Bedingungen, die für nachhaltiges und inklusives Engagement erforderlich sind. Dazu zählen ein gleichberechtigter Zugang zu Ressourcen und eine nachhaltige Finanzierung, insbesondere für Räume, Material und Mobilität. Notwendig sind auch eine gute Freiwilligenkoordination in den Organisationen. Ehrenamtlich arbeitende Bürger benötigen Ansprechpersonen bei der Einarbeitung, brauchen Begleitung sowie Qualifizierung, aber auch Anerkennung. Wichtig sei die „Wertschätzung und Anerkennung aller Bereiche und Formen des gemeinwohlorientierten Engagements“, so das Leitbild.

Weitere Punkte für strukturelle Bedingungen sind gebündelte Qualifizierungs- und Beratungsangebote sowie regelmäßige Austauschangebote. Auch ein möglichst niedrigschwelliger und diskriminierungsfreier Zugang zum Engagement, ein abgesicherter Versicherungs- und Rechtsschutz, die Weitergabe von Wissen, eine offene Willkommenskultur und Diversitätssensibilität in den Organisationen sollten zu den Strukturen für bürgerliches Engagement gehören. Darüber hinaus seien verlässliche Ansprechpartnerinnen- und Partner in Politik und Verwaltung von Bedeutung.

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SPD-Fraktionsvorsitzende Cordula Klein mit Martin Gräfe von der VHS Neukölln, Fachbereich Politik

Das Leitbild wurde in einem partizipativen Prozess von Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsam entwickelt. Bereits 2019 hatte das Neuköllner Engagement Zentrum ein erstes Leitbild initiiert. Es wurde im Frühjahr 2025 umfassend überarbeitet und erweitert – unter anderem durch zwei Online-Beteiligungsverfahren und Workshops vor Ort. Mit der Erstunterzeichnung durch 78 Organisationen, Vereine, Verbände sowie Mandatsträgerinnen- und Träger, darunter das Diakoniewerk Simeon, die AWO Berlin Südost und das Landesnetzwerk Bürgerengagement, setzt Neukölln berlinweit ein Zeichen. Es ist bislang das einzige bezirkliche Leitbild dieser Art in Berlin und orientiert sich in seiner Struktur an der Berliner Charta zum Bürgerschaftlichen Engagement von 2004. Ann-Kathrin Carstensen vom Verein „Von Meisterhand, Verein für Integration, Bildung und Kunsthandwerk“  lobte das Leitbild als wichtigen Schritt hin zu mehr Teilhabe: „Solidarität, Toleranz und Empathie sind zentrale Werte unserer Arbeit“. Das Leitbild schaffe den Rahmen für ein gerechteres, inklusiveres Neukölln, stärke insbesondere marginalisierte Gruppen wie muslimische Frauen und fördere ihre Sichtbarkeit im gesellschaftlichen Diskurs, sagte sie in einer beeindruckenden Rede. „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir für die Zukunft in und für Neukölln einen regelmäßigen Stammtisch mit Vertretern der Bezirkspolitik und des Jobcenters und – ganz wichtig – mit den hier ansässigen, aktiven sozialen Akteuren wünschen. Wir erfahren und erleben Probleme und Chancen gleichermaßen jeden Tag. Und das an der Basis der Alltagsrealität. Nehmt uns bitte viel direkter mit in den Dialog. Wenn es darum geht, politische Lösungen zu erarbeiten“, betonte  Carstensen. Anne Jeglinski, Leiterin der Geschäftsstelle Bezirke beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, unterstrich in ihrer Rede die Rolle von Freiwilligenarbeit für den sozialen Zusammenhalt: „Viele soziale Angebote wie Essensausgaben, Besuchsdienste oder Seelsorge wären ohne zivilgesellschaftliches Engagement nicht denkbar“, so Jeglinski.  Das neue Leitbild sei ein wichtiger Impuls zur Stärkung dieser Arbeit.“

Das Leitbild ist online auf der Website des Bezirksamts Neukölln abrufbar und kann dort direkt unterzeichnet werden, auch von Privatpersonen:

https://www.berlin.de/ba-neukoelln/politik-und-verwaltung/beauftragte/koordinierungsstelle-fuer-buergerbeteiligung-und-engagement/leitbild-fuer-zivilgesellschaftliches-engagement-1543752.php

Mehr als Hundert Gäste kamen zum Osterbrunch

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Gemeinsam für ein großartiges Fest für Alle: Thomas de Vachroi, Stadträtin Janine Wolter, Senatorin Franziska Giffey, Fraktionsvorsitzende Cordula Klein und die EDEKA (v.li.)

Mit großer Freude spendeten und servierten unsere Fraktionsvorsitzende Cordula Klein, unsere Stadträtin für Bildung, Kultur und Sport, Janine Wolter, sowie unsere Fraktionsgeschäftsführerin Nicole Burger-Voß Kuchen und Kaffee beim Osterbrunch für Bedürftige in der Genezareth-Kirche/Startbahn am  Herrfurthplatz im Schillerkiez. Unsere Fraktionsvorsitzende Klein backte drei leckere Kuchen, Burger-Voß brachte herrlich duftende selbst gebackene Muffins mit und unsere Stadträtin Wolter überzeugte mit einem delikaten selbstgebackenen Apfelkuchen. Ebenfalls als Helfer im starken Team engagiert waren unsere Berliner Bürgermeisterin, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Mitglied des Berliner Abgeordnetenhaus für den Wahlkreis Rudow, Franziska Giffey, Felix und unsere Genossin Katrin.

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Neben Giffey wurden Dr. Johannes Evers, Vorstandschef der Berliner Sparkasse, sowie der Landesbischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz Dr. Christian Stäblein, als Ehrengäste begrüßt. Stets mit an Bord ist der Superintendent des Kirchenkreises Neukölln. Dr. Christian Nottmeier. Sichtbar ausgestattet waren die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Armut eine Stimme“ geben. Musikalisch wurde das Fest von der Sopranistin Dana Hoffmann  und ihrer Band begleitet. Die mehr als Hundert Gäste, Besucher der Tee und Wärmestube sowie der Suppenküche von Kubus, genossen sichtlich das von „La Maison“ gesponserte Essen. Diesmal gab es eine leckere Lasagne und als Nachspeise Eis, serviert mit einem Haselnuss-Brownie. Danach blieb noch viel Zeit, um vom reichhaltigen Kuchenbuffet zu kosten. Zum Abschluss durften die Gäste einen prall gefüllten Beutel mit Leckereien, Hygieneartikeln und vielem mehr mit nach Hause nehmen.

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In ihrer Ansprache würdigte unsere Berliner Bürgermeisterin Giffey das Engagement des Diakoniewerks Simeon, dem Träger der Tee- und Wärmestube. Sie würdigte auch das außergewöhnliche Engagement des Armutsbeauftragten des Kirchenkreises Neukölln sowie Landesarmutsbeauftragten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Thomas de Vachroi. Das Neubauprojekt, die Tee- und Wärmestube Plus, Deutschlands erstes Obdachlosenzentrum, unterstützt Giffey zusammen mit unserer SPD-Fraktion Neukölln sowie unserem Bezirksbürgermeister Martin Hikel seit Jahren tatkräftig. In ihrer Rede beim Osterbrunch unterstrich sie erneut, dass sie sich auch weiterhin für das Projekt einsetzt. Als Stiftungsratsmitglied der Lotto-Stiftung hob sie erneut hervor, dass die Stiftung dafür einen Millionenbetrag beisteuert, wodurch mit dem Bau der Tee- und Wärmestube in naher Zukunft begonnen werden kann. Ebenso lang anhaltenden Applaus wie Giffey, erhielt Bischof Stäblein für seine Rede zum Osterbrunch: „Ostern ist das Fest der Auferstehung – und so das Fest der Hoffnung. Hoffnung auch, dass kein Mensch ausgeschlossen bleibt: von Gemeinschaft, von Perspektiven, von einem würdevollen Leben“, so Stäblein. So sei es wichtig und die Aufgabe, der Kirche, Orte zu schaffen, an denen Menschen diese Hoffnung spüren und erfahren können. Der Osterbrunch in der Genezareth-Kirche am Herrfurthplatz sei so ein Ort. „Heute durfte ich hier die österliche Botschaft mit Menschen teilen, die die Schatten des Lebens und unserer Gesellschaft mehr als genug kennen. Mein Dank gilt allen, die diesen Osterbrunch Jahr für Jahr mit größtem Engagement möglich machen. Und ich danke allen Menschen, die gekommen sind – wir teilen Ostern mit ihnen, wir teilen unsere Hoffnung, dafür bin ich dankbar“, betonte der  Bischof. Musikalisch begleitet wurde das Fest von Dana Hoffmann (Sopranistin) und ihrer Band.

„Von Herzen gerne folgten wir der Einladung zum Osterbrunch. In diesem Jahr war das Haus besonders voll. Es war schön zu sehen, wie fröhlich und ausgelassen die Stimmung  beim Osterbrunch war“. Nach dem Osterbrunch findet zu Pfingsten traditionell die Kuchen- und Tortenschlacht in der Tee- und Wärmestube in der Weisestraße statt – und da bin ich auch gerne wieder mit dabei“, betont Klein. Mit Blick auf die Sponsoren, Helfer*innen und Unterstützer*innen sprach Vachroi seinen Dank aus: „Euer Engagement hat heute nicht nur leckere Speisen auf die Teller, sondern vor allem Hoffnung und Würde in die Herzen vieler unserer Gäste gebracht, die gerade schwere Zeiten durchleben“.

Frohe Ostern!

Frohe Ostern! 37

Die SPD-Fraktion Neukölln wünscht Ihnen und Ihren Familien frohe und gesegnete Osterfeiertage und schöne Osterferien!

Ein frohes Pessachfest!

Ein frohes Pessachfest! 38

Die SPD-Fraktion Neukölln wünscht Ihnen und Ihren Familien ein fröhliches, friedvolles und koscheres Pessachfest.
Chag Pessach Sameach ve Kasher!

Roma-Flagge zum 6. Mal gehisst und ein Zeichen gesetzt

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Gemeinsam den Romatag begehen: Alina Voinea, Bezirksbürgermeister Martin Hikel, Georgi Ivanov (v.li.) mit Hakan Demir MdB und SPD-Fraktionär Wolfgang Hecht (v.re.)

Auch Jahrzehnte nach dem ersten Internationalen Romatag (8. April 1971) sind Sinti und Roma einem zunehmenden Antiziganismus in Form von Hassverbrechen, Hassreden, Zwangsräumungen, rassistischer polizeilicher Erfassung, Schulsegregation und struktureller Diskriminierung in unserer Gesellschaft ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund betonte Georgi Ivanov, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Amoro Foro“, am 8. April vor dem Rathaus Neukölln, wie wichtig die Hissung der Roma Fahne an diesem Tag ist. Ivanov wies darauf hin, dass die Roma-Flagge in allen Berliner Bezirken gehisst wird und würdigte unseren Bezirk, weil hier vor sechs Jahren zum ersten Mal die Roma-Flagge vor dem Rathaus gehisst wurde. „Es sei wichtig, die Sichtbarkeit zu stärken“, so Ivanov.

Der so genannte Roma Day erinnert an den ersten Internationalen Roma-Kongress vom 8. April 1971 in London, der das Ziel hatte soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung zu erreichen. Diese erste internationale Vereinigung der Roma war Zeichen eines neuen Selbstbewusstseins, das seinen Ausdruck in einer eigenen Hymne, einer eigenen Flagge und der Einigung auf die Selbstbezeichnung Roma fand. In den vergangenen zehn Jahren habe man viel erreicht, so Ivanov. So blicke man bereits auf zehn Jahre „Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA)“, die zur Erfassung antiziganistischer Vorfälle gegründet worden sei. Ein Fortschritt sei es auch, dass es seit 2022 auf Bundesebene mit dem Rechtsanwalt Dr. Mehmet Daimagüler einen Antiziganismusbeauftragten der Bundesregierung und nun auch in Berlin eine Ansprechperson für Antiziganismus auf Landesebene gebe. Schon weil jeden Tag  Sinti*zze und Rom*nja Diskriminierungserfahrungen machen, sagte Ivanov. Der kürzlich veröffentlichte Bericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) zu Antiziganismus im deutschen Bildungssystem belege eindrücklich, dass der Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja bereits im Kindergarten und in der Schule ansetze, heißt es von Seiten der von unserer Senatorin Cansel Kiziltepe geführten Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung. Mobbing, verbale und körperliche Angriffe –  auch seitens der Lehrkräfte – prägen demnach den Alltag vieler Kinder dieser Minderheit. „Das Menschenrecht auf Bildung wird in Deutschland für Personen, die von Antiziganismus betroffen sind, systematisch und rassistisch fundiert eingeschränkt. Darüber hinaus ist strukturelle und institutionelle Diskriminierung von Sinti und Roma eine alltägliche Realität im deutschen Bildungsbereich“, heißt es dazu im Monitoring-Bericht der MIA.

An der Hissung der Roma-Flagge nahm traditionell auch unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie mit Wolfgang Hecht ein Mitglied unser Fraktion und mit Hakan Demir unser Mitglied der Bundestagsfraktion teil. Hikel zur Seite stand die Ansprechperson für Antiziganismus des Landes Berlin, Alina Voinea. Sie habe, wie sie berichtet, bereits kurz nach ihrem Amtsantritt am 17. März des Jahres „eine Meldung zu einem antiziganistischen Vorfall in einer Berliner Schule“ erreicht. Dass Sinti- und Roma-Kinder weltweit Ausgrenzung und Anfeindungen ausgesetzt seien, sei ihr bekannt gewesen. Und doch erschüttere sie  „jeder Einzelfall aufs Neue. In Zusammenarbeit mit den Roma-Selbstorganisationen möchte sie aktiv“ gegen Anfeindungen vorgehen. Zugleich betonte sie, dass am 8. April an verschiedenen Orten und auf den Straßen Berlins die Kraft und Widerstandsfähigkeit dieser Communities“ zu sehen sei. In diesem Zusammenhang würdigte sie das Engagement von Amoro Foro und „die Angehörigen und ihren Kampf um Gleichberechtigung und Anerkennung.“ Unser Bezirksbürgermeister legte den Schwerpunkt seiner Rede auf die aktuelle Diskussion um die Sendung zum 75jährigen Jubiläum der ARD. Der Sender hatte einen berühmten Sketch von Hallervorden wieder aufgelegt, in welchem der Komiker das N-Wort und das Z-Wort verwendet, wobei das N-Wort für eine rassistische Bezeichnung für Schwarze und das Z-Wort für eine diskriminierende Bezeichnung von Sinti*zze und Rom*nja stehen. Das seien „Scherze auf Kosten von Minderheiten. Selbst wenn man es persönlich nicht rassistisch oder diskriminierend meine – Worte tragen dazu bei, dass ein bestimmtes Bild auf Menschen geworfen wird. Von daher und im Rahmen der Selbstermächtigung müsse man Rücksicht nehmen, dass man einige Worte nicht mehr sage, so Hikel.

Unser Fraktionär Hecht freute sich, dass die Hissung der Roma-Flagge in Neukölln auch in diesem Jahr gut besucht war und begrüßte es, dass in der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung in Berlin im Januar des Jahres der erste Beirat für Angelegenheiten von Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland seine Arbeit aufgenommen hat, der zudem gesetzlich verankert ist und neben deutschen auch ausländische beziehungsweise nach Deutschland eingewanderte Rom*nja und Sinti*zze mit ein bezieht. Dies sei in Zeiten des Erstarkens des Rechtspopulismus ein wichtiger Beitrag, um der Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen entgegenzutreten und unser demokratisches Miteinander in Berlin zu stärken, so Hecht. 

120 neue Kitaplätze für Neukölln

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Unser Fraktionär Wolfgang Hecht beim Spatenstich

Mit dem Bau einer neuen Kita am Juchaczweg will das Vivantes Klinikum Neukölln einen weiteren Schritt gehen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Am 3. April erfolgte dazu bei  Sonnenschein der symbolische 1. Spatenstich. Mit dabei war unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel und unser Bezirksverordneter Wolfgang Hecht, Mitglied im Gesundheitsausschuss. Die neue Kindertagesstätte soll 120 Kindern, vor allem von Beschäftigen des Klinikums, Platz bieten. Sie nimmt Kinder von Vivantes-Beschäftigten auf, steht aber auch Kindern aus der Umgebung, deren Eltern nicht bei Vivantes arbeiten, offen. In direkter Nachbarschaft des neuen Kitastandorts befinden sich Vivantes Einrichtungen wie das Vivantes Klinikum Neukölln, das Ida-Wolff Krankenhaus für Geriatrie, ein Seniorenheim sowie eine Kurzzeitpflege, im Einzugsgebiet liegt auch die Gropiusstadt.

Unser Bezirksbürgermeister freut sich, dass die Kita allen Kindern aus dem Kiez offensteht und somit allen Neuköllnerinnen und Neuköllnern zugute kommt, die im Klinikum Neukölln versorgt werden. Die Kita stehe für eine „gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Vivantes“ und sei somit „ein Baustein für eine funktionierende Gesundheitsversorgung“. Auch Dorothee Schmidt, Geschäftsführerin Personalmanagement bei Vivantes sieht das auch so: „Väter und Mütter, die in den umliegenden Vivantes Einrichtungen arbeiten, wissen ihre Kleinsten ab Herbst nächsten Jahres in der neuen Kita liebevoll aufgehoben und pädagogisch gut betreut“. Schließlich kooperiere Vivantes seit vielen Jahren mit dem gemeinnützigen Träger der Einrichtung, der Ina.Kinder.Garten gGmbH, so Schmidt. Deren Geschäftsführerin, Gerda Wunschel, möchte mit der neuen Kita „den Kindern einen Ort geben, der dazu beiträgt, dass ei Kinder „glücklich aufwachsen können und anregende Bildungs- und Lernsituationen erleben“. 

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Unser Bezirksbürgermeister Martin Hikel (re.) nahm den ersten Spatenstich vor

Die Kita soll in Massivbauweise entstehen, bekommt allerdings eine einladende Fassade aus Holz und Putz. Beheizt wird die Kita über eine Wärmepumpe. Ebenso soll eine Photovoltaikanlage mit Batterie auf dem Gründach installiert werden. Im Außenbereich steht den Kindern eine Freifläche von rund 2895 Quadratmetern zur Verfügung.  

Das Grundstück für Gebäude und Außenanlagen der Kita hat Vivantes in Erbpacht zur Verfügung gestellt. Die Baukosten betragen rund 6,3 Millionen Euro, davon 3,6 Millionen Euro Fördermittel vom Land Berlin. „Es ist sehr erfreulich, dass das Vivantes-Klinikum Neukölln die bisherige Kooperation mit dem KITA-Träger INA ausbauen will. Auf dem Klinikgelände sollen 70 von 120 geplanten Kitaplätze für die Beschäftigten des Krankenhauses reserviert werden. Gerade wenn die Kinder noch klein sind, wird von den Eltern gewünscht, dass sich die Kita nahe am Arbeitsort befindet. Später wird eine Kita in Wohnortnähe bevorzugt. Hier wurde eine gute Lösung gefunden“, urteilt unser Fraktionär Hecht.